Stiftungsprofessur an der Universität Fünfkirchen

Quelle: Zentrum

Die Stiftungsprofessur zur “Deutschen Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa” nahm anfang Februar dieses Jahres, zu Beginn des Frühlingssemesters an der Universität Pécs ihre Arbeit auf.

Diese Professur, bestehend aus ihrem Leiter und einem Assistenten, wird nach einer Vereinbarung der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Universität Pécs/Fünfkirchen vom 13. September 2006 fünf Jahre lang vom Kulturbeauftragten der deutschen Bundesregierung, Minister Bernd Neumann, finanziert.

Nach dem üblichen akademischen Auswahlverfahren wurde Dr. Gerhard Seewann (bis dahin Forschungs- und Bibliotheksleiter am Südost-Institut München) zum Professor berufen. Er hat sein Amt am 1. Februar angetreten und wird mit seinen Unterrichtsveranstaltungen im Rahmen der Historischen Lehrstühle der Universität Pécs am 12. Februar beginnen.

Inhaltlich gesehen ist die Professur in Lehre und Forschung der Geschichte und Kultur der deutschen Minderheiten im Donau-Karpatenbecken, der Multiethnizität dieses Raumes und den deutsch-ungarischen Beziehungen gewidmet. Angestrebt wird dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für deutsche Sprache und Literatur der Universität und über Pécs hinausgehend mit den thematisch relevanten Lehr- und Forschungseinrichtungen Ungarns und seinen Nachbarländern, so dass die Professur perspektivisch gesehen zu einem interdisziplinären Zentrum für Minderheitenforschung ausgebaut werden kann.

Eine günstige Voraussetzung dafür bildet die an der Universität Pécs seit den 1980er Jahren verankerte Nationalitätenforschung und ihr an den Geschichtslehrstühlen betriebenes Doktoren-Ausbildungsprogramm, das unter dem Titel “Europa und die Ungarn vom 18. bis zum 20. Jahrhundert” einen geeigneten Rahmen für die neue Professur bietet.

Professor Seewann selbst hat im Laufe der vergangenen 30 Jahre Wesentliches zur Erforschung der Multi-Ethnizität in Ostmittel- und Südosteuropa in vergleichender Perspektive beigetragen und sich der Region Pécs als ungarndeutsches Siedlungsgebiet stets verbunden gezeigt. In seinen ersten Lehrveranstaltungen wird er mit den Studenten drei Themenschwerpunkte erarbeiten: Die Geschichte der deutsch-ungarischen Beziehungen und der Ungarndeutschen im 20. Jahrhundert, die Formierungsprozesse der Nationen im 19. und 20. Jahrhundert und die daraus resultierenden Probleme für Minderheiten sowie die Rolle von Stereotypen als Orientierungsfunktion in den deutsch-ungarischen Beziehungen vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg.

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