Ungarndeutscher Kulturpreis für Schütz Kapelle

Quelle: Zentrum

Die Verleihung des von der Stadt Backnang und dem Ungarndeutschen Sozial- und Kulturwerk ausgelobten ungarndeutschen Kulturpreises stand im Mittelpunkt des 38. Backnanger Schwabenballs. Josef Schütz, Gründer und Leiter der gleichnamigen Kapelle, nahm die Urkunde aus der Hand von Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper entgegen.

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Die Schützkapelle erfreut sich in Ungarn wachsender Popularität. Sie kommt aus der kleinen Gemeinde Palotabozsok, die zwischen Fünfkirchen (Pécs) und Bácsalmás liegt. Mit ihrem Musikprogramm sorgte sie ebenso wie die Ungarndeutsche Heimatblaskapelle Backnang unter der Leitung von Johann Kriso für ausgezeichnete Stimmung. Und auch das Programm donauschwäbischer und ungarischer Volkstänze der Donauschwäbischen Tanz- und Folkloregruppe Reutlingen kam beim Publikum gut an. Die Ballgäste sprachen gar von einer erneuten Belebung des altehrwürdigen Schwabenballs.

In Backnang sei die Tradition des Schwabenballs wieder belebt worden, sagte auch Nopper in seinem Grußwort. Mit den Auftritten von Kulturgruppen aus Ungarn sei der Ball ein Bindeglied zwischen alter und neuer Heimat.

Auch der ungarndeutsche Kulturpreis habe seine Tradition in Backnang. Allerdings sei es eine Entscheidung jüngeren Datums, diesen nun beim Schwabenball zu verleihen. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich für die Erhaltung, Erforschung und Pflege der ungarndeutschen Kultur und Geschichte einsetzen.

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Oberbürgermeister Nopper und Josef Schütz

Die Laudatio auf die mit dem ungarndeutschen Kulturpreis geehrte Schützkapelle hätte eigentlich Dr. Norbert Spannenberger, der Vorsitzende des Ungarndeutschen Sozial- und Kulturwerks, halten sollen. Wegen einer Grippe musste er indes das Bett hüten.

Ballmoderator Klaus Loderer verlas die Rede Spannenbergers. Dieser erinnerte an die zaghaften Neuanfänge der ungarndeutschen Kulturpflege in Palotabozsok. So sei die Wallfahrt zum Brünnli wiederbelebt worden, bei der deutsche Lieder, von Blasmusik begleitet, gesungen wurden. Neben der großen Musikkapelle seien schon bald kleine Schrammelkapellen entstanden. Josef Schütz habe zu den Pionieren dieser Bewegung gehört. Als Schüler der klassischen Generation der Dorfmusikanten habe er das Erbe einer einzigartigen musikalischen Tradition bewahren können. Als Bindeglied zwischen den Generationen sei es ihm zu verdanken, dass alte Noten und wertvolle Manuskripte erhalten blieben. Nach der Verleihung des Preises konnte Nopper das erste Exemplar einer vom Ungarndeutschen Sozial- und Kulturwerk geförderten, nach alten Noten neu eingespielten CD der Kapelle entgegennehmen.

Grüße des ungarischen Botschafters in Berlin, Dr. Sándor Peisch, überbrachte der ungarische Honorarkonsul Rolf Kurz. In dieser neuen Funktion war es sein erster offizieller Auftritt in Backnang. Kurz lobte die Stadt und den Kreisverband des Ungarndeutschen Sozial- und Kulturwerks für die Pflege der ungarndeutschen Traditionen und die intensiven Kontakte zu Ungarn. Eine alte Tradition des Schwabenballs ist auch die Verleihung des Rosmarinstraußes, des Symbols des Schwabenballs und der Ungarndeutschen.

In diesem Jahr ging er an die Backnanger First Lady Gudrun Nopper, die für ihr Engagement für die ungarische Partnerstadt und ihre Unterstützung der Stadtbücherei Bácsalmás geehrt wurde. Außerdem wurde Peter Schöneck für sein langjähriges Wirken in der Heimatblaskapelle, in der er seit 1981 mitspielt, mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbands der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn ausgezeichnet.

Das offizielle Programm beendete der Auszug der Tanzgruppe. Dann war die Tanzfläche frei für das Publikum, das sich von der Ungarndeutschen Heimatblaskapelle Backnang und der Schützkapelle nicht lange bitten ließ.

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