Schwäbischer Abend auf der Donau

Quelle: Zentrum

Das Schiff namens Rákóczi verliess pünktlich um 8 Uhr den Hafen am Vigadó Platz in Budapest. Die ca. 100 Gäste nahmen ihre Plätze an den schön gedeckten Tischen ein, manche eilten gleich aufs Deck und löschten mit einem kühlen Bier ihren Durst während sie den Anblick der Hauptstadt von der Donau aus bewunderten.

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Es war ein heisser Abend, die Sonne beleuchtete die Gebäude wie ein Scheinwerfer und auch das Wasser glitzerte, als ob kleine Diamanten an der Oberfläche schwimmen würden. Im Restaurant spielten die Schorokscharer Lustigen Musikanten, die eine ausgezeichnete Atmosphäre für einen schwäbischen Abend schufen.

„Wir sind sehr froh, dass wir diese Idee für eine gastronomische Donauschifffahrt umsetzen konnten”, erklärte Bankettmanager des MAHART PassNave Attila Sallay, „Die Programmreihe Gastronomie der Nationen auf der Donau begann in Mai mit den Spezialitäten der serbischen Küche und heute am 27. Juni sind endlich die Deutschen an der Reihe.”

Krautsalat mit Apfel, Schinkenteller, Käse und Schaumarer Hausbrot als Vorspeise, anschliessend Flädlesuppe, schwäbische Leberklöße, Spätzle, Schweinshaxe, Sauerkraut, Rindfleisch mit Meerrettich und Salzkartoffeln und als Dessert Apfelkuchen, Nonnenpfürzle und Dampfnudeln mit Pflaumen wurden den Feinschmeckern angeboten. Nicht nur der Anblick der Speisen, sondern auch ihr Geschmack war köstlich.

Das Schiff fuhr donauaufwärts, und da es ruhigen Schiffsverkehr gab, war auch József Gubányi für ein kurzes Gespräch bereit. Er arbeitet seit über 40 Jahren beim ungarischen Schifffahrtsgesellschaft und gibt seit 1985 auf dem Rákóczi Schiff als Kapitän seine Kommandos. „Das Schiff wurde 1963 gebaut und oft fuhr es die Route Budapest Passau”, erklärt der Kapitän, „Seitdem es umgebaut wurde, damit es auch in der Winterzeit betriebsfähig ist, haben 400 Passagiere im Restaurant und auf den Decks Platz, davor betrug diese Zahl 650.”

Von der Donau aus sieht alles anders aus, da muss dem Kapitän und auch dem Bankettmanager Recht gegeben werden. Auf der Donau zu arbeiten sei eine Lebensform, die man nur ungern aufgeben würde, sagen sie beide. Was beim Anblick des Ufers, der imposanten Gebäude, der Brücken, der Marghareteninsel leicht zu glauben ist. Jede Jahreszeit bringt neue Schönheiten zum Vorschein und auch der Fluss soll an keinem Tag derselbe sein. Als das Schiff weit über der Árpád Brücke wendet, gehen überall an dem Ufer die Lichter an und Budapest zeigt sich von seiner wunderschönsten Seite. Während dessen marschieren Tänzer auf, denn Tanzlehrer und Koreograph Nikolaus Manninger brachte drei Paare vom Schorokscharer Deutschen Nationalitätentanzverein mit, die ungarndeutsche Tänze vorführten.

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Die Zuschauer liessen sich durch die flotten Takten, die hübschen Trachten und nicht zuletzt durch das Lächeln der Tänzer so mitreissen, das sie sogar zu einer kleinen Tanzstunde bereit waren und Herr Manninger brachte ihnen mit Freude Grundschritte der verschiedenen Tänze bei. „Wir sind mit der Familie aus Kecskemét für eine Stadtbesichtigung nach Budapest gereist und der heutige Abend ist ein grosses Erlebnis”, sagte Tamás Horváth im Gespräch.

Wahrlich sorgten die Veranstalter für ein abwechslungsreiches und gastronomisch köstliches Programm, wozu das Abendpanorama der Hauptstadt einen unvergesslichen Rahmen bot. Leider geht aber alles einmal zu Ende. Als das Schiff das Nationaltheater erreichte wendete es und fuhr Richtung Hafen zurück. Doch für eine Fortsetzung wird natürlich gesorgt, denn nach dem griechischen und russischen Programm in August bzw. in September, wird am 24. Oktober ein Bayerischer Abend auf dem Rákóczi Schiff veranstaltet.

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