Doppelt so viele bekennen sich zur deutschen Nationalität in Ungarn

Quelle: Zentrum

Deutsche Minderheit im Aufwind laut Ergebnissen der Volkszählung 2011 – Das Ungarische Zentralen Statistischen Amtes (ung. Központi Statisztikai Hivatal – KSH, unter www.ksh.hu) veröffentlichte vor einigen Tagen die Ergebnisse der amtlichen Volkszählung im Jahre 2011 in Ungarn, eine der Überraschungen war der kräftige Zuwachs bezüglich der Angaben zur Angehörigkeit zu den 13 offizielle anerkannten nationalen Minderheiten im Lande.

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Sehr auffällig ist auch die Verdoppelung der Angaben bezüglich der deutschen Nationalität: Der positive Trend seit der politischen Wende wurde nahtlos fortgesetzt und nach dem schon im Jahre 2001 registrierten kraftvollen Plus wuchs die Anzahl derjenigen ungarischen Staatsbürger die als Nationalität Deutsch angegeben haben von 62.000 im Jahre 2011 auf beachtliche 132.000 Personen. Schon beim letzten Zensus 2001 stieg im Vergleich zur Volkszählung 1990 die Anzahl derer, die im Jahre 2001 als Nationalität Deutsch angegeben haben, von ca. 36.000 auf 62.000, und fast 90.000 Personen haben damals eine starke Bindung zur Kultur der deutschen Minderheit angegeben.

Die Ergebnisse der letzten Volkszählung im Jahre 2011 sind vor kurzem veröffentlich worden, die neuen Angaben müssen ebenfalls detailliert analysiert werden, aber sehr erfreulich ist die Tatsache, dass das erste Mal die Angaben bezüglich der Muttersprache eine Trendwende zeigen: im Jahre 2001 gaben 33.774 Personen Deutsch als ihre Muttersprache an, die Zahl wuchs 2011 auf 38.248. Auch diejenigen, die im familiären oder Bekanntenkreis Deutsch reden erfuhren in er Statistik ein kräftiges Plus: 2001 waren es 53.000, jetzt 96.000 Personen.

Auch andere Minderheiten schnitten gut ab: die größte Gruppe der Roma verbuchte ebenfalls ein einen Zuwachs von 190.000 auf 309.000 Personen, allerdings liegt diese Zahl immer noch weit unter den soziologischen Schätzungen von etwa 600—800.000 Personen, was zweifelsohne mit der spezifischen Lage der Roma in Ungarn in Verbindung steht.

Alle Minderheiten in Ungarn kamen insgesamt auf 555-570.000 Personen, die ihre Nationalität nicht (nur) ungarisch bezeichnet haben. Das Bild von wird auch von der Tatsache beeinflusst, dass fast anderthalb Millionen ungarische Staatsbürger die Antwort auf die sensitive Frage nach der Nationalität verweigert hatten.
Es ist zu erwähnen, dass die Vertreibung von etwa 200.000 Deutschen in den Jahren 1946–48 auf Grund der Daten der amtlichen (und nicht anonymen) Volkszählung aus dem Jahre 1941 erfolgte. Daher sind auch laut Meinung des ungarischen Zentralen Statistischen Amtes noch eine Zeit lang keine sicheren Zahlen zu erwarten.

Dr. Koloman Brenner

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