Volkszählungsergebnisse hinsichtlich der Nationalitäten – Vortrag im HdU

Quelle: Zentrum

Am 15. Januar war im Haus der Ungarndeutschen das Thema die Volkszählung von 2011. Ágnes Tóth und János Vékás, Mitarbeiter des Instituts für Minderheitenforschung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, untersuchten, welche Änderungen bei der Nationalitätangehörigkeit zu beobachten, und wie diese zu erklären sind.

Die Statistiken gab Ágnes Tóth bekannt. 2011 bekannten sich deutlich mehr Leute als Angehörige einer Nationalität. Bei den Ungarndeutschen ist ein Zuwachs von 154% festzustellen. Man muss die Fragen bezüglich Nationalität und Muttersprache bzw. Familiensprache unterscheiden: es zeigt sich, dass die Erste die aktivere Kategorie ist, d.h. mehr Leute fühlen sich als Deutsche, im Unterschied zu denen, die das Deutsche als Muttersprache beherrschen. Laut Ergebnissen der Volkszählung 2001 bekannte sich 1,18% der ungarischen Bevölkerung als Ungarndeutsche. Diese Rate stieg bis 1,88%.

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Eine bedeutende territoriale Umwandlung kann man nicht feststellen, nur die städtische Bevölkerung wuchs einigermaßen. Die Altersstruktur der Ungarndeutschen zeigt, dass – ähnlich zur Mehrheitsbevölkerung – diese Nationalität sich auch veraltet. Ein positiver Trend ist aber, dass heute mehrere Kinder als Deutsche angegeben werden, d.h., bei den Eltern gibt es eine Zuwendung zu einer Nationalität. Es gibt solche Beispiele, dass die Eltern sich nur als Ungarn haben registrieren lassen, aber ihre Kinder in der Statistik als Deutsche angemeldet worden sind.

Unter den Nationalitäten haben prozentuell mehrere eine höhere Bildung, und die Rate der Beschäftigung ist auch günstiger. Viele gaben sich bei der Umfrage weder als Ungarn, noch als Deutsche an, dieses Phänomen beansprucht weitere Forschung.

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Es stellt sich die Frage, wie der Zuwachs der Nationalitäten, näher der der Deutschen zu erklären ist. Von einer Zunahme an Geburten kann man nicht sprechen, die Einwanderung ist auch nicht bedeutend. Das heißt, dass es um Dissimilation, also um die Wiedererkennung des Nationalitätenbewusstseins handelt. János Vékás nahm Werischwar als Beispiel, und stellte die Methoden der Untersuchung vor.

Bei der den Vorträgen folgenden Diskussion wurden einige weitere mögliche Ursachen der Änderungen hervorgehoben, zum Beispiel, dass man sich bei einer Computerumfrage leichter als Mitglied einer Nationalität bekennt. Am Ende wurde auch die Frage umgangen, wie eine Bevölkerungsgruppe als Nationalität anerkannt wird.

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