„Das Wort ist meine Heimat” – Literaturabend mit Robert Becker

Quelle: Zentrum

Ende 2013 erschien der zweite Gedichtband des ungarndeutschen Lyrikers Robert Becker mit dem Titel “Gebündelt”. Das aus Gedichten der letzen 15 Jahre zusammengestellte Buch wurde am 26. April 2014 im Haus der Ungarndeutschen präsentiert.
Der Autor ist 1970 als Kind einer Surgetiner ungarndeutschen Familie geboren. Mit 13 begann er zu dichten. Er studierte Theologie, Religionspädagogik und Germanistik, ab 1995 arbeitete er beim Fünfkirchner Studio des Ungarischen Rundfunks.

Der Moderator des Abends war Károly B. Szabó, Mitarbeiter des Germanistischen Instituts der ELTE, der auch für die Umrahmung des Programms mit seinem Saxofonspiel sorgte. Nach der musikalischen Einleitung stellte er die wichtigsten Merkmale Beckers Dichtung dar, zählte einige ihrer typischen Motive vor, wie zum Beispiel die von Gott verlassene Welt bzw. der von der Welt verlassene Gott, die Verweise zum Bibel, oder die ungarndeutsche Problematik. Es wurde erwähnt, dass die Gedichte eine Vielfalt von Themen und Versformen kennzeichnet.
Nachdem Becker eine reiche Auswahl der frisch erschienenen Gedichte vorgelesen hatte, sprach er und B. Szabó über den dichterischen Prozess des Autors. Dabei lag der Akzent auf der Entstehung der Werke. Becker sagte, es gebe keinen festen Regel, wie von den Grundideen die Werke sich entwickeln, aber man könne von einer inneren Spannung um den Kerngedanke sprechen. Wichtig ist, dass die vollendeten Gedichte verständlich bleiben. B. Szabó wies auf die vielen intertextuellen Elemente in Beckers Dichtung hin, besonders hinsichtlich der Bibel. Der religiöse Einfluss ist teilweise mit dem theologischen Studium zu erklären. Man erfuhr, dass es mehrere Versionen des Titels gab, und sie mehrere Bedeutungsebenen habe wie z. B. der Bündel, mit dem die Vorfahren ins Land kamen und es damit wieder verlassen mussten, oder dass er seine Werke einmal in einem zusammensammelte. Den Titel schlugen Becker übrigens seine Dichterkollegen beim Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler vor.
Zu einer Publikumsfrage antwortete Becker, dass er meistens in der Nacht seine Werke schaffen würde, aber er keinen besonderen Ort zum Schreiben habe. András Balogh F. Universitätsdozent am ELTE stellte fest, dass in der ungarndeutschen Literatur die Novellisten und Dramatiker fehlten, und fragte, ob Becker nicht nachdenke, Prosa oder Drama zu schreiben. Der Autor bekannte sich noch nicht bereit dazu, aber schliess den Gedanken nicht aus.
Das Programm endete mit einer Jazzimprovisation von Károly B. Szabó, aber selbstverständlich gab es später noch Gespräche bei einem Glas Wein statt.

Über die Veranstaltung berichtete am 28. März auch Treffpunkt am Vormittag: Albin Lukács befragte Karl B. Szabó zum Werk des Dichters bzw. Becker las einige seiner Gedichte auch vor. Weiter zur Sendung >>>

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