Ritterkreuz an Dr. Fata und Prof. Schindling

Quelle: Neue Zeitung

Für ihre ausgedehnte wissenschaftliche Tätigkeit verlieh der Präsident Ungarns, Dr. János Áder, Frau PD Dr. Márta Fata und Prof. Dr. Anton Schindling das Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstordens. Die hohe Auszeichnung überreichte der ungarische Botschafter József Czukor am 12. März in der Berliner Botschaft. Wir veröffentlichen die Laudatio des Botschafters.

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Es ist mir eine große Freude und ganz besondere Ehre, eine Laudatio für zwei so verdienstvolle und wichtige Wissenschaftler und Freunde von Ungarn wie Privatdozentin Frau Dr. Fata und Professor Herrn Schindling zu halten.

Márta Fata wurde in Fünfkirchen in Ungarn geboren. Ihr Studium absolvierte sie in Deutschland, wo sie Deutsch und Geschichte an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald studierte. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Ungarn kehrte sie nach Deutschland zurück und studierte erneut an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wo sie im Fach Osteuropäische Geschichte promovierte. Seit 1991 ist sie Mitarbeiterin am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen und Lehrbeauftragte an der Universität Tübingen. 2011 wurde sie an der Universität Tübingen mit dem Thema „Migration im kameralistischen Staat Josephs II. Theorie und Praxis der Ansiedlungspolitik in Ungarn, Siebenbürgen, Galizien und der Bukowina von 1768 bis 1790“ habilitiert.

Professor Dr. Anton Schindling ist ein deutscher Historiker, er wurde 1947 in Frankfurt am Main geboren und studierte von 1966 bis 1974 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Politikwissenschaft. 1974 promovierte er in Frankfurt und 1983 habilitierte er in Würzburg zum Thema „Die Anfänge des Immerwährenden Reichstags zu Regensburg – Ständevertretung und Staatskunst im barocken Reich“. Seit fast zwanzig Jahren lehrt er als ordentlicher Professor Neuere Geschichte an der Universität Tübingen.

Gestatten Sie mir – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einige für Ungarn besonders wichtige wissenschaftliche Ergebnisse von Dr. Fata und Prof. Dr. Schindling herauszugreifen.

Dr. Fata beschäftigte sich mit der Verbreitung der Reformation in Ungarn. Daraus entstanden interessante und wichtige Studien. So untersuchte sie zum Beispiel deutsche und schweizerische Einflüsse auf die Reformation in Ungarn im 16. Jahrhundert, Aspekte der frühneuzeitlich-vormodernen Identität zwischen Ethnie und Konfession, beleuchtete das Thema Glaubensflüchtlinge aus Ungarn in Württemberg im 17. und 18. Jahrhundert und nicht zuletzt die deutsch-ungarischen Migrationsbeziehungen im 18. Jahrhundert.

Prof. Dr. Anton Schindling und Wilhelm Kühlmann organisierten 2001 in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel zusammen mit der Forschungsgruppe für Renaissance der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eine Konferenz zu den deutsch-ungarischen Wissenschaftsbeziehungen in der früheren Neuzeit und veröffentlichten 2004 gemeinsam die Konferenzbeiträge unter dem Titel: „Deutschland und Ungarn in ihren Bildungs- und Wissenschaftsbeziehungen während der Renaissance“.

Gratulieren möchte ich Ihnen auch zu Ihrer langjährigen Zusammenarbeit. Viele Ihrer Forschungsvorhaben haben Sie gemeinsam bewältigt und deren Ergebnisse zusammen veröffentlicht. Als einige Beispiele dieser Zusammenarbeit seien nur die Konferenzen mit den Konferenzbänden genannt: „Peregrinatio Hungarica, Studenten aus Ungarn an deutschen und österreichischen Hochschulen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“ oder „Helvetisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918. Calvin und Reformiertentum in Ungarn und Siebenbürgen“.

Für Ihre ausgedehnte wissenschaftliche Tätigkeit verleiht Ihnen der Präsident Ungarns, Dr. János Áder, das Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstordens.

Es ist mir eine Ehre, Ihnen diese Auszeichnung zu überreichen. Ich bedanke mich für Ihr außergewöhnliches Engagement und für alles, was Sie bisher für uns und Ungarn getan haben und zähle auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung. Meine Mitarbeiter und ich freuen uns auf unsere weitere fruchtbare Zusammenarbeit.

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