Woche der ungarndeutschen Kultur in Orosháza

Quelle: Neue Zeitung

Jedes Jahr veranstaltet die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Orosháza die Woche der deutschen Kultur. Dieses Jahr stand im Mittelpunkt die ungarndeutsche Kultur. Auf dem Plan standen ein Rezitationswettbewerb von Werken ungarndeutscher Autoren, ein Quiz über die ungarndeutsche Volkskunde für Gymnasiasten, Siebt- und Achtklässler. In diesem Rahmen fand am 29. März „Der Tag der Muttersprache und der ungarndeutschen Kultur“ statt.

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Ehrengast war bei der Eröffnung der Woche die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Sumpa/Zomba. Orosháza und Sumpa sind Partnerstädte. Es war schon die zweite Begegnung zwischen den beiden Nationalitätenselbstverwaltungen. Wie Éva Mátis, Vorsitzende der DNS in Sumpa, in ihrer Grußbotschaft betonte: ”Die enge Verbindung und Freundschaft zwischen Orosháza und Zomba wird nun durch einen weiteren Faden noch enger gezogen und bereichert: nämlich mit dem Kontakt zwischen den beiden Deutschen Selbstverwaltungen. Ich finde wichtig, dass auch die Kultur der deutschen Volksgruppe ihren Platz in dieser Freundschaft bekommt.“ Der Sumpaer Deutsche Nationlitätenchor „Sonnenblume“, der im Jahre 2013 im Qualifikationskonzert des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen „Gold mit Auszeichnung“ erreichte, bot eine kleine Auswahl aus dem Volksliederschatz der Schwäbischen Türkei dar.

Dr. István Formann, zweiter Vorsitzender, organisierte das Quiz und den Rezitationswettbewerb von ungarndeutschen Werken. Beide Veranstaltungen hat Dr. Gábor Frank, Direktor des Ungarndeutschen Pädagogischen Institutes, eröffnet.
Am Tag der Muttersprache und der ungarndeutschen Kultur im Komitat Bekesch beteiligten sich die neun Nationalitätenselbstverwaltungen. In der Begrüßung malte Dr. Lajos Abonyi, erster Vorsitzender der DNS in Orosháza, ein dunkles Bild von einem dramatischen Rückgang der deutschen Sprache in ungarndeutschen Familien, der zum Wegfall des identitätsbildenden familiären Spracherwerbs führen könnte.

Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, sprach darüber, dass die Pflege der Muttersprache und der ungarndeutschen Kultur in Ordnung sei. Beide hängen eng zusammen und stärken einander, abgesehen davon, dass der Dialekt immer weniger gesprochen werde.

Dr. Matei I. Hoffmann, der deutsche Botschafter in Budapest, wünschte in einem Brief den Teilnehmern viel Erfolg. Er schrieb u. a.: „Das Ziel sollte sein, die ungarische und die deutsche Identität komplementär zu verstehen und weiterzuentwickeln. Für dieses Ziel hat der Verband der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Bekesch mit seinen Selbstverwaltungen einen unschätzbaren Wert, denn diese Selbstverwaltungen dienen als Mittler der Kulturen. Ihnen verdanken wir es, dass Eigenständigkeit und Integration miteinander verbunden werden. Durch Einrichtungen wie die Selbstverwaltungen im Komitat Bekesch können wir unser gemeinsames Ziel – Bekenntnis zur deutschen Nationalität, ohne Abgrenzung von der ungarischen Gesellschaft – erreichen.“

Die bunten Programme im Laufe der Veranstaltungen wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und mit viel Applaus bedacht. Der Rosmaring-Klub aus Almasch/Almáskamarás sang ungarndeutsche Lieder. Bekesch brachte ein Programm mit Kindergartenkindern mit und der Chor von Békési Kistérségi Óvoda és Bölcsőde sang auch die ungarische und ungarndeutsche Hymne. Auch der Kirchenkammerchor „Sarlós Boldogasszony“ aus Elek war dabei sowie die Tanzgruppe des Eleker Deutschen Vereins mit Kinderspielen. Die Jugendlichen aus Kétegyháza tanzten schwäbische Polka. Die Kinder aus Gyomaendrőd, die in den Nationalitätenklassen der Kis-Bálint-Grundschule lernen, rezitierten, tanzten und führten ein kleines Spiel auf. Die Schüler von Jula/Gyula führten die Anwesenden in die Zeit von Georg Harruckern zurück und zeigten auch einen Tanz. Mitglieder des Deutschen Vereins in Berin/Mezőberény tanzten einen Walzer, eine Polka und einen Marsch. Aus dem ungarndeutschen Kulturgut wurden Gedichte und Erzählungen von Valeria Koch, Stefan Valentin, Franz Zeltner, Josef Mikonya und Josef Michaelis rezitiert und ein literarisch-musikalisches Programm von Schülern des Mihály-Táncsics-Gymnasiums dargeboten. Die Kindergartenkinder in der Katholischen Grundschule und Kindergarten Eötvös József trugen die vier Jahreszeiten vor. Ein literarisches Programm wurde auch von Schülern der Nationalitätenklasse in Vésztő aufgeführt.

An den Veranstaltungen der ungarndeutschen Kultur in Orosháza nahmen etwa 500 Personen teil.

Ludwig Aufmuth

Magyarwechsle die Sprache

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