Ein Fest der Bawazer Blasmusik

Quelle: Zentrum

Bawazer Jugendblaskapelle feierte 45. Jubiläum

Es sind viele gekommen. Es sind unzählig viele gekommen. Im Kulturhaus waren alle Plätze besetzt, so dass ein Großteil des Publikums nur auf dem Hof auf den Bänken sich bequem machen konnte und an der Leinwand das Jubiläumskonzert verfolgen konnte. „Ach Mensch, hallo, lange nicht mehr gesehen…”, oder „Hast du es gehört, den Marsch haben wir auch gespielt…” oder „Erinnert ihr euch noch…”, so verlief die übliche Konversation begleitet von Händeschütteln und Umarmungen unter den Gästen, die alle einmal Musiker der Bawazer Jugend- oder wie sie früher hieß Pionierblaskapelle waren. Viele sahen sich nach vielen-vielen Jahren das erste Mal wieder, und alle begrüßten sich wie gute alte Freunde.

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Die Blasmusikkultur wurde in Bawaz schon immer hochgeschrieben. 1926 wurde die erste mit Bild und Schrift belegte Kapelle gegründet, der auch weitere folgten. Doch nach dem 2. Weltkrieg durch die Vertreibung der Deutschen ging diese Tradition fast unter. 1955 begann aber Franz Tornai erneut Musiker auszubilden und in der 1956 gegründeten Kapelle spielten schon Musiker, deren Kinder und Enkelkinder später die Jugendblaskapelle gründeten. Im Herbst 1969 begann die Geschichte der Bawazer Jugendblaskapelle mit sechs Musikern, bis zum ersten offiziellen Auftritt im Jahre 1970 wuchs die Mitgliedszahl auf 15. Die Eltern selbst finanzierten die Instrumente, aber mit der Zeit wurde der Sponsorenkreis immer breiter. Die Kapelle bereiste mit den Jahren das Land und die Auslandsreisen, u.a. nach Deutschland und Österreich, ließen auch nicht lange auf sich warten. Die Kapelle holte sich Preise bei Wettstreiten und erntete viel Beifall bei den zahlreichen Auftritten. Bewundert wurde immer wieder die wunderschöne Bawazer Tracht, die bei vielen Konzerten statt der roten Weste getragen wurde. Wie auch z.B. beim Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1991 in Fünfkirchen, der sich spontan und zur Freude aller zu den Jugendlichen begab um sie und ihren Kapellmeister zu begrüßen. Den Kapellmeister, dessen Name unzertrennlich von der Kapelle ist. Seit 45 leitet Georg Ahmann die Musiker und brachte unzähligen Schülern das Musizieren bei. Zwischen 1993 und 2000 überließ er den Dirigentenstab jungen Kollegen: Miklós Peszt, Norbert Márki, József Schum und Gábor Cseke in der Reihe, kehrte danach aber mit ungebrochener Energie an die Spitze der Kapelle zurück.

Bei der Jubiläumsfeier am 2. Mai 2014 spielte das Orchester ein Konzert von beinah vier Stunden. Im umfangreichen Programm standen die beliebtesten Polka- und Walzerstücke, Märsche bzw. moderne Titel. Es musizierten auch viele ehemalige Mitglieder mit. Die Musik wurde von Musikern unterbrochen, die Geschichten aus den vergangenen Jahrzehnten erzählten. Als zum Schluss der Radetzky-Marsch ertönte konnte keiner mehr sitzen bleiben und das Publikum applaudierte ohne Ende. Vor dem gemeinsamen Abendessen und dem anschießenden Ball wurde natürlich auch ein gemeinsames Foto mit allen Bawazer Musikern gemacht und der „Tanár úr” verteilte Ehrenurkunden unter den ehemaligen und noch aktiven Musikern. Im Nebensaal wurde eine kleine Ausstellung über die 45 Jahre gezeigt, mit vielen Fotos, alten Instrumenten und Erinnerungstücken.
Es war ein Fest mit vielen humorvollen und ergreifenden Momenten. Viereinhalb Jahrzehnte sind wie im Flug vorbeigegangen, geblieben sind Erinnerungen, Freundschaften, die Liebe zur Musik und eine wunderbare Blaskapelle, die weiterspielt.

Die Fotos von der Jubiläumsfeier finden Sie hier >>>

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