Internationale Konferenz anlässlich 25 Jahre Paneuropäisches Picknick in Ödenburg

Quelle: Neue Zeitung

Mit der Eröffnung der Ausstellung am 17. August „Der erste Riss im Eisernen Vorhang“ startete die Programmreihe, die des Paneuropäischen Picknicks gedachte. Diese Wanderausstellung ist ein deutsch-ungarisches Projekt, dessen Ziel es ist – wie die Projektleiterin Katrin Klonowski in ihrer Eröffnungsrede betonte –, die weltbewegenden Ereignisse des 19. August 1989 in Erinnerung zu rufen und diese den nachkommenden Generationen nahe zu bringen.

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Anlässlich des 25. Jahrestages des Grenzdurchbruchs in Ödenburg/Sopron veranstalteten die Stiftung für ein bürgerliches Ungarn, das József-Antall-Wissenszentrum, die Stadt Ödenburg, die Stiftung Paneuropäisches Picknick ‘89 sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung am 18. und 19. August eine internationale Konferenz. Am ersten Tag stand die Konferenz unter dem Motto „Sopron. Das Tor zur Freiheit“. Aus diesem Aspekt wurden die historische Bedeutung des Paneuropäischen Picknicks sowie seine Auswirkung auf die Entwicklung Ungarns und der Europäischen Union dargestellt. Fragen über die Rolle der Freiheit und des Friedens wurden diskutiert. Zeitzeugen aus Deutschland und Ungarn berichteten – manchmal mit viel Emotionen – über Erlebtes und über das Jahr, das als „Jahr der Wunder“ in die Geschichte eingegangen ist. „Es kippte damals beim Durchbruch des Grenztores das ganze vorgesehene Programm“, meinte einer der Organisatoren von damals, „aber damit auch ganz Europa um“.

Alle deutschen Konferenzteilnehmer rechneten Ungarn hoch an, dass es damals den Völkern des ehemaligen Ostblocks die Freiheit ermöglichte und damit Weltgeschichte schrieb. Die Schlussfolgerung der Diskussionen war, dass das Paneuropäische Picknick, das eigentlich der Auftakt zur Wende war, den Historikern noch lange Arbeit geben wird. Ihr Ziel ist die Erforschung der Ereignisse und deren Hintergründe ohne Einfluss durch jeweilige politische Interessen, damit das Picknick einen gebührenden Platz in der Geschichte einnehmen kann.

Der erste Konferenztag bot Erinnerungen Platz, am zweiten hielten hochrangige Politiker aus Deutschland, Österreich und Ungarn Reden zum Thema „Das Tor nach Europa“. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer, bezeichnete das Picknick als eine Sternstunde der europäischen Geschichte. Der zweite Präsident des Österreichischen Nationalrates, Karlheinz Kopf, meinte, man dürfe nie aufhören, die Jugend an die Demokratie zu erinnern, da diese mitnichten eine Selbstverständlichkeit sei. Laut der Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Christine Lieberknecht, sei das Geheimnis des Glücks die Freiheit, aber das Geheimnis der Freiheit sei Mut, und davon hätten die Ungarn 1989 Zeugnis abgelegt. Der Minister für Humanressourcen, Zoltán Balog, sagte, von der Vergangenheit solle man immer nur mit Blick auf die Zukunft sprechen.

Das Schlusswort sprach der stellvertretende Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, József Szájer. Seiner Ansicht nach könnten die Probleme Europas nur dann gelöst werden, wenn jeder versuche, den Standpunkt des anderen zu verstehen.

Abschließend wurden die Konferenzteilnehmer von den Organisatoren zu einem Picknick mit Speis und Trank an den „Tatort“ eingeladen, zum Gedenkpark des Grenzdurchbruchs, wobei der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán mit seiner Anwesenheit die Bedeutung dieses Ereignisses unterstrich.

Judit Bertalan

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