Die Arader Märtyrer: auch die Nationalitäten kämpften für die Mehrheit

Quelle: Zentrum

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Der 6. Oktober ist der einzige offizielle nationale Trauertag Ungarns. Vor 165 Jahren wurden 13 Offiziere des Freiheitskampfes in Arad hingerichtet.

201309251100301998606787__meghivo

Die Namen der Märtyrer sind allen bekannt: Lajos Aulich, János Damjanich, Arisztid Dessewffy, Károly Knezić, Ernő Kiss, György Lahner, Vilmos Lázár, Károly Leiningen-Westerburg, József Nagysándor, Ernő Poeltenberg, József Schweidel, Ignác Török und Károly Vécsey.

Man kann gleich erkennen, dass die Großzahl der Namen nicht Ungarisch ist. Das ist nicht zufällig. Der Generalstab des Freiheitskampfes stellte sich hauptsächlich von den früheren Offizieren der kaiserlichen Armee zusammen, in der zahlreiche Angehörigen der Nationalitäten Groß-Ungarns dienten. Es gab unter den Helden auch solche, die von außerhalb von Ungarns stammten: Károly Leiningen-Westerburg war ein hessischer Aristokrat, Ernő Poeltenberg gebürtiger Wiener.

Die Hoffnung auf ein freies Ungarn war also nicht nur für die Mehrheitsgesellschaft wichtig. Die im Königreich Ungarn lebenden Nationalitäten galten damals als Hungarus, also als Teil der ungarischen Nation. Obwohl das Verhältnis zwischen Ungarn und den Minderheiten oft nicht harmonisch war, setzten sich viele Nationalitätenzugehörigen für die gemeinsame Heimat ein.

arad042604

Angesichts ihrer Abstammung waren Aulich, Lahner, die oben erwähnten Poeltenberg und Leiningen-Westerburg bzw. Schweidel Deutsche, Damjanich war Serbe, Knezić Kroate, Lázár Armenier, lediglich Dessewffy, Kiss, Nagysándor, Török und Vécsey waren von ungarischer Abstammung, aber alleine Török war auf dem Gebiet des heutigen Ungarns geboren.

Es kann bestritten werden, ob der Freiheitskampf eine ernste Chance hatte um Ungarn unabhängig zu machen, aber nach der russischen Intervention war sein Schicksal eindeutig besiegelt. Kaiser Franz Josef und Haynau, die „Hyäne von Brescia” bestanden auf eine brutale Vergeltung, obwohl selbst der russische Zar für mildere Strafen das Wort erhob.

Es war kein Zufall, dass die Hinrichtungen am 6. Oktober stattfanden: er war der Jahrestag der Wiener Revolution. Ignác Török starb am Morgen an Herzanfall. Für vier der Märtyrer wurde der für Soldaten würdige Tod durch die Kugel gegönnt, die anderen acht wurden erhängt. Als persönliche Rache von Haynau musste Károly Vécsey den Tod aller anderen zusehen. Am selben Tag in Pest wurde der erste Ministerpräsident Ungarns, Lajos Batthyány hingerichtet.

IMG_1653

Die Bewohner Ungarns vergaßen die Helden niemals. Am 6. Oktober trauerte die ganze Stadt Arad, von Jahr zu Jahr wurde der Opfer gedacht. Erst nach dem Ausgleich von 1867 konnte man das öffentlich tun. Zahlreiche Denkmäler erinnern seitdem an die Arader 13.

„Pannonia, Vergiss DeineTodten Nicht, Als Klager Leben Sie.” – heißt der Spruch, dessen Worte mit den Anfangsbuchstaben der Namen der Märtyrer beginnen. Das gilt auch für heute: man darf diejenigen nicht vergessen, die ihr Leben für die ungarische Freiheit opferten.

István Mayer

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2019 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo