IV. Österreichtag: Meilensteine eines Jahrhunderts (1914-2014)

Quelle: Zentrum

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Der Bund Ungarndeutscher Schulvereine (BUSCH) und das Österreichische Kulturforum (ÖKF) veranstalteten am 10. Oktober den IV. Österreichtag. Die vielfältigen Referate waren in erster Linie an LehrerInnen ungarndeutscher Bildungsinstitutionen gerichtet, der Ausgangspunkt war der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. IMG_20141010_100757 Nach den Grußworten von Susanne Bachfischer (ÖKF), Heinz Bernart (Austria Literatur) und Robert Wild (BUSCH) folgte ein spannender, umfangreicher Vortrag von Philip Lesiak über das „kurze 20. Jahrhundert” (die Epoche zwischen 1914 und 1945) und seine Nachwirkungen. Lesiak, Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, setzte das Ziel anstatt der Fakten eher die Zusammenhänge zu ergreifen. Als Einleitung nahm er Stellung zur Relevanz der Geschichte im Allgemeinen. Sie könne zur Bildung der nationalen und persönlichen Identität beitragen, die spätere Staatsordnung legitimieren oder Grundstein einer Ideologie sein. Die heutigen Feste seien oft von einstigen historischen Ereignissen abzuleiten. Der Referent wählte vier Wendepunkte der Geschichte des letzten Jahrhunderts und betonte ihre Wichtigkeit. Diese Stationen waren 1914/1920 (Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Friedensverträge), 1934/1938 (Weltwirtschaftskrise und Anschluss), 1955/1956 (Österreichischer Staatsvertrag und Revolution in Ungarn) und 1989/2004 (Wende und EU-Erweiterung). Aus diesen Anhaltspunkte gab Lesiak einen Überblick über das ganze Jahrhundert und positionierte Österreich und Ungarn in der Weltgeschichte. Erwin Macheiner, Lehrer der Österreichischen Schule Budapest leitete vier Präsentationen der SchülerInnen seiner Institution damit ein, dass die heutigen Jugendlichen für die Zukunft verantwortlich seien. Die Vorträge der SchülerInnen zeigten, dass es für sie kein Problem bedeutet sich mit brisanten Themen wie Kriegsfolgen, Terror oder Bürgerkriege auseinanderzusetzen.

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Nach der Mittagspause sprach Lukas Birsach, Vertragsleiter des Verlags Hölzel darüber, wie regelmäßig aktualisierte Atlanten dazu beitragen können, die Zeitgeschichte besser zu verstehen. Die Veränderungen auf den Karten seien oft politisch oder ideologisch bedingt, es hänge viel von der Weltanschauung der Redakteure ab. Adelheid Manz, Institutsleiterin an der Eötvös-József-Hochschule Baja stellte das von Heinz Bernart zum Bildungsplattform getaufte Projekt vor. Der Ausgangspunkt sei gewesen, dass in den Nationalitätengrundschulen praktisch nur die Sprache selbst auf Deutsch unterrichtet werde, weil es keine deutschsprachige Pädagogenausbildung für andere Fächern gebe. Diesen Mangel versucht die Hochschule jetzt zu beseitigen. Das Pilotprojekt sei Ende des Sommers 2013 gestartet, und es sehe so aus, dass man von einer Erfolgsgeschichte sprechen kann. Als Ausklang des Tages verzauberte Orsolya Nyakas das Publikum mit Liedern von der vor 150 Jahren geborenen Richard Strauss. István Mayer

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