40 Jahre und gar nicht leise: Der deutsche Frauenchor von Schaumar/Solymár – Die lustig’n Weiwe von Solymár

Quelle: Landesrat

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Am 29. November 2014 feierte der Frauenchor von Schaumar seinen 40. Geburtstag, und die ganze Gemeinde feierte mit. Im überfüllten Kulturhaus wurden wir Zeugen einer Feier, wie sie familiärer nicht sein konnte. Zuerst wurden die Ehrengäste begrüßt, darunter Vertreter der lokalen Politik, angeführt vom Bürgermeister Dr. Kálmán Szente, der befreundeten Vereine, Vertreter von Nationalitätenselbstverwaltungen und überregionalen Organisationen, darunter auch der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen. Natürlich auch Ehegatten, Kinder, Enkelkinder und Urenkel wurden Willkommen geheißen.

Feier: 40 Jahre Schaumarer Frauenchor - Ünnepség: 40 éves a Solymári Asszonykórus

In einer sehr bewegenden Feier wurden die wichtigsten Stationen anhand von Dias und Liedern, die in den einzelnen Epochen gesungen wurden, aufgezeigt. Ein ergreifender Moment war der Auftritt der noch lebenden Gründungsmitglieder, mit ihrem gesungenen Appell, das Alter zu ehren.

Die wichtigsten Stationen im Leben dieses Chores:

1974 Gründung des Chores
1982 Auftritt in Öhringen, Deutschland
1984 Auftritt zum 10-jährigen Jubiläum bei der Schorokscharer Hochzeit
1992 Auftritt in Baden, Österreich
1997 Besuch durch den Bundespräsidenten der BRD Roman Herzog
1999 Auftritt beim internationalen Chorfestival in Riva del Garda (Italien – Silbermedaille)
2000 Auftritt in Sanktiwan, Goldener Rosmarin Preis
2001 Teilnahme am Landesfestival der ungarndeutschen Chöre in Wesprim (ausgezeichnet für hervorragende Leistung)
2004 Feier zum 30-jährigen Geburtstag in Schaumar
2008 Teilnahme an der Chorolympiade in Graz (mit mehr als 20.000 Sängern)
2013 Beim Landesfestival der ungarndeutschen Chöre in Moor erhielt der Chor den Festivalpreis

Seit der Gründung im Jahre 1974 bewahrt und pflegt der Schaumarer Traditionspflegende Frauenchor den deutschen religiösen und weltlichen Liederschatz der Gemeinde. Sein Dasein und die Erfolge waren der opfervollen Arbeit von Margarete Kelemen, „Gréti néni” zu danken, die durch Jahrzehnte unermüdlich die seit 200 Jahren vorhandenen Schaumarer Perlen der deutschen Kultur sammelte und die Schritte des Chores lenkte. Als sie 1996 in den Ruhestand trat, übernahm die fachliche Leitung der Dirigent und Musikprofessor Endre Gerenday. Durch seine engagierte Arbeit erreichte der Chor wieder neue schöne Erfolge. Seine Arbeit trug Früchte. Als er in Ruhestand ging, übernahm im Jahre 2007 Diána Juhasz die Leitung, die sie bis ins Jahre 2013 innehatte. Durch ihr Engagement an der Oper in Linz musste eine neue Führungskraft gesucht werden und wurde in der Person von Ditta Schreiber-Kánya gefunden. Seit dieser Zeit leitet sie den Chor mit Erfolg.

Den Namen des Frauenchores und seine Lieder konnten in den letzten 40 Jahren viele ungarndeutsche Ortschaften kennen lernen. Sein guter Ruf wurde wohl verdient sowohl im In- als auch im Ausland durch die im Schaumarer Dialekt vorgetragenen Lieder begründet.

Jedes Mitglied des Frauenchors hängt mit Herz und Seele an seinem Heimatdorf und möchte mit seinen Liedern dazu beitragen, dass der von den Ahnen geerbte Liederschatz noch lange lebendig und aufrechterhalten bleibt.

Der  Nachmittag ging langsam zu Ende, aber eine letzte Überraschung wurde den Zusehern noch geboten. In Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Choreographen Nikolaus Manninger, der auf dem Friedhof der Gemeinde in einem Ehrengrab ruht, trat die „Herbstrosen” Tanzgruppe auf. Mit drei Tänzen ehrten sie sein Andenken. Dann überreichten die Tänzer den Sängerinnen Rosen, und mit Harmonikabegleitung von Norbert Sax wurde der Chor zu einem gemeinsamen Tanz gebeten. Gemeinsam mit dem Publikum wurde zum Abschluss dieser vierzigsten Jahresfeier das Lied „Mein schönes Schaumar“ (die heimliche Hymne von Schaumar), das von Matthias Thaler für die Gemeinde geschrieben wurde, gesungen.

Mit einem langanhaltenden Applaus bedankte sich das Publikum bei den Mitwirkenden.

Text und Bilder: LandesratForum, Manfred Mayrhofer

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