LdU-Vollversammlungsmitglied Eva Waldmann-Baudentisztl stellt sich vor

Quelle: LdU

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Als Fortsetzung der Serie auf der Facebook-Seite „Deutsche Liste – Die erste Wahl” der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen stellt sich Eva Waldmann-Baudentisztl, eins der Vollversammlungsmitglieder vor.

„Ich werbe in allen Lebenssituationen für die zweisprachige Erziehung“

„Ich stamme aus einer ungarndeutschen Familie, aus Dunaszentmiklós/Niklo. Eltern und Großeltern sprachen zu Hause noch Deutsch. Mein Bruder hatte noch das Glück eher Deutsch, als Ungarisch zu sprechen. Im Kindergarten hatte dann jemand die Idee, meiner Mutter zu verbieten, zu Hause, mit uns Kindern Deutsch zu reden. Da war ich erst 2 Jahre alt…

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Trotzdem bin ich ins „Deutschsein” hineingewachsen. Meine Großmütter sangen mir schwäbische Lieder und spielten mit mir immer deutsch. Aber so richtig angefangen hat es, als ich 10 war. Es war eine Schularbeit über unsere Vorfahren, und ich schrieb über die Nikloer Tracht. Meine Mutter hat später mich und noch einige Mädchen aus dem Dorf zusammengerufen und mit uns ungarndeutsche Volkslieder gesungen. Von da an ist es bei mir bewusst, dass ich eine Ungarndeutsche bin. 1992, als ich 19 war, gründeten wir einen Mädchenchor in Niklo. Heimatskreis Niklo ist seitdem ein Begriff, aus dem Mädchenchor wurde Frauenchor und dann gemischt, 1996 gründeten wir dann auch eine Jugendtanzgruppe.

Seit 1992 wirke ich regelmäßig bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen (Festivals, Wettbewerbe, Treffen aller, im Komitat lebenden Nationalitäten, Kindertanztreffen, Informationsforen für die Nationalitätenselbstverwaltungen usw.) in der Gemeinde und im Komitat mit.

In der Zwischenzeit bin ich Deutschlehrerein geworden und habe in einer Nationalitätenschule in Baj/Woj angefangen. Habe die Nationalitätenausbildung, dann Volkstanz für Kinder gemacht. Ich arbeite heute noch in derselben Schule, unterrichte Deutsch, Volkskunde und Volkstanz.

Meinen Mann habe ich bei einem Chortreffen kennengelernt. Es war bei uns keine Frage, dass wir deutsch, in Tracht heiraten. Unsere Hochzeit hat die ungarndeutsche Fernsehsendung „Unser Bildschirm“ mitverfolgt und gesendet. Bis zur Geburt meines Sohnes 2004 sang und tanzte ich in Niklo, obwohl wir nach der Hochzeit nach Tata/Totis gezogen sind.

Unsere Kinder wachsen zweisprachig auf, Muttersprache ist ungarisch, Vatersprache ist Deutsch. Mein Mann, ebenfalls Ungarndeutscher, spricht zu Hause nur Deutsch. Ich werbe in allen Lebenssituationen für die zweisprachige Erziehung. Ich bin bestrebt, den Kindern auch die Schönheiten der Nikloer Mundart beizubringen.

Von 2006 bis 2014 bin ich Mitglied der örtlichen Nationalitätenselbstverwaltung gewesen, seit 2010 Vorsitzende der Komitatsselbstverwaltung und Mitglied der LdU.
2013 erhielt ich für meine Tätigkeit im Nationalitätenbereich die „Auszeichnung für das Deutschtum im Komitat Komorn-Gran“.

Als Grundschullehrer fühle ich mich in erster Linie dem Bildungswesen verpflichtet. Ich hoffe, dass ich zur gemeinsamen Strategie der LdU beitragen kann.

Ich finde, dass eine Organisation nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie Diskussionen anregt und führt. Guter Wille allein reicht nicht! Man soll seine Meinung vertreten, die Gedanken anderer akzeptieren, und eventuell den eigenen Standpunkt überdenken, gegebenfalls Kompromisse eingehen.“

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