Strategische Gespräche beim Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in Berlin

Quelle: Neue Zeitung

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Die deutsche Sprache ist das prägende Element der deutschen Identität, betonte Bundestagspräsident Norbert Lammert bei der Konferenz „Charta-Sprachen in Deutschland – ein Thema für alle“ am 26. November in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.

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Die Sprache stand auch im Mittelpunkt der Beratungen beim Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in Berlin, das unter dem Dach der FUEV (Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen) am 27. und 28. November stattfand.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, hat diese Begegnung aktiv begleitet und ist überzeugt von den durchweg positiven Ergebnissen: „Minderheitenarbeit ist neben ihrer politischen Bedeutung auch eine Herzenssache, die so gut ist wie die Überzeugung und das Engagement der Führungskräfte von Minderheiten. Ich bin sehr beeindruckt, dass trotz der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen der deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten eine so starke Solidarität in der AGDM herrscht.“

Die AGDM vertritt die deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten. Deutsche beziehungsweise deutschsprachige Minderheiten gibt es in 27 Ländern Europas, die meisten nehmen an der gemeinsamen Arbeit unter dem Dach der FUEV teil. Ihr Sprecher ist Dr. Koloman Brenner, Mitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen, ein Nordschleswiger, berichtete  über den aktuellen Stand der FUEV-Initiative „minority safe pack“, die auf eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Minderheitenschutzes in Europa abzielt.

Im Rahmen des Jahrestreffens haben die AGDM-Mitglieder im Dialog mit der Bundesregierung und Abgeordneten des Bundestages ihre strategischen Planungen konkretisiert. Neben Arbeitsgesprächen gab es Meinungs- und Informationsaustausche mit den Berichterstattern des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags für den Innen-, Auswärtigen- und den Kulturhaushalt. Hierbei standen den deutschen Minderheitenvertretern die Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl, Martin Gerster, Doris Barnett, Alois Karl, Rüdiger Kruse und Johannes Kahrs für ein Gespräch zur Verfügung.

Von Seiten des Auswärtigen Amtes diskutierten die AGDM-Mitglieder mit Michaela Küchler und Olaf Reif Aspekte der europäischen Minderheitenpolitik und länderspezifische Angebote im Bereich Sprache und Kultur. So könne insbesondere das deutsche Sprach- und Schulangebot in Rumänien und Dänemark als gutes Modell für den Ausbau in den anderen Ländern dienen.

Mit dem Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, VDA-Bundesvorsitzender Klaus Brähmig MdB, wurden aktuelle Fragen der Förderpolitik der Bundesregierung zugunsten der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten erörtert. Der Vizepremierminister der Republik Kirgisistan und Vorsitzende des Volksrates der Deutschen Kirgistans, Walerij Dill, selbst AGDM-Mitglied, berichtete über die Wechselwirkung zwischen der allgemeinen Politik seiner Regierung und seiner Rolle als Minderheitenvertreter.

Im Vordergrund des AGDM-Jahrestreffens 2014 standen länderspezifische Förderschwerpunkte, aktuelle Probleme und die Verbesserung in der Informationskoordination, die in einem Strategiekonzept ausgearbeitet worden sind.

Wesentliche Elemente sind dabei die Stärkung der Jugend-, Sprach- und Kulturarbeit. Insbesondere wird eine organisatorisch-institutionelle Stärkung angestrebt. Auch sollen künftig die Jugendvertreter der deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten wieder zu den Jahrestreffen eingeladen werden.

AGDM-Sprecher Dr. Koloman Brenner: „Für die Zukunft der deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten ist es von unschätzbarem Wert, dass wir uns länderübergreifend austauschen und durch gute Praxisbeispiele voneinander lernen. Der Bezug zu Deutschland, der deutschen Sprache und der deutschen Kultur ist das tragende Element unserer Arbeit.“

Weitere Infos auf agdm.fuen.org und www.fuen.org

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