GJU – Ein Vierteljahrhundert

Quelle: GJU

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„Es ist schon unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht!” – sagt man sich Tag für Tag und diese Aussage wird immer konkreter, wenn man jemanden, oder etwas in seinem Leben hat, an dem man die Zeit noch mehr messen kann.
 Im persönlichen Umfeld kann dieser ,jemand‘ ein Kind sein, das gestern erst geboren ist und heute schon sein Abitur ablegt; im beruflichen oder öffentlichen Leben kann dieses ,etwas‘ ein großes Projekt, ein gemeinsamer Traum sein. Und ich denke so ergeht es auch denjenigen, die bei der Gründung der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher dabei waren und den Werdegang des Vereins mit verfolgt haben. Wenn man heute auf die 25 vergangen Jahre, die hinter der GJU liegen zurückblickt sieht man einen langen Weg, der nicht immer nur von der Leichtigkeit des jugendlichen Alters gekennzeichnet war.

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Als sich die späteren Gründungsmitglieder der GJU 1989 trafen und über die Gründung eines Jugendvereins für ungarndeutsche Jugendliche nachdachten und beschlossen haben diesen Gedanken in die Tat umzusetzen, konnten sich wohl die Wenigsten vorstellen, dass die GJU über so lange Zeit zu einem bestimmenden Teil ihres Lebens und des Ungarndeutschtums werden wird. Viele haben vielleicht darüber phantasiert, was die Zukunft bringen würde und wie lange der Verein wohl erhalten bleibt, aber, dass wir 2014 bereits das 25jährige Bestehen feiern war wohl einer der entferntesten Träume.

Dieses große und bedeutende Jubiläum gibt uns aber den Anlass ein bisschen in der GJU-Geschichte zu stöbern, das erste Vierteljahrhundert des Vereins Revue passieren zu lassen, das aktuelle Jahr etwas näher zu erläutern und ein wenig auch in die Zukunft zu blicken.
Der erste Artikel über die GJU erschien nur sieben Tage nach der Gründung in der aktuellen Ausgabe der Neuen Zeitung. Bereits auf der Titelseite hieß es „Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher gegründet” und auch das zeigte deutlich, welch bedeutender Schritt die Gründung dieser Organisation nicht nur für die ungarndeutschen Jugendlichen, sondern auch für das Ungarndeutschtum selbst war. Mit viel Engagement gingen die Gründungsmitglieder an die Mitglied-Suche und die Freundeskreisgründungen heran, und schafften es in weniger als einem Jahr sieben Freundeskreise zu gründen; mit ihnen zählte die GJU ca. 200 Mitglieder. Mit Titeln, wie ,,Freundeskreis in Wemend im Entstehen”, ,,Freundeskreis in Sende gegründet”, ,,GJU-Freundeskreis in Bonnhard gegründet”, oder ,,Fünfkirchner Verein” wurde über das Entstehen der GJU-Mitgliedfreundeskreise, und somit auch über die Arbeit der GJU in der Neuen Zeitung berichtet. Die meisten dieser ersten Freundeskreise sind bis heute in der GJU aktiv.

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Natürlich wollten die jungen Ungarndeutschen sich nicht damit zufrieden geben nur hier in Ungarn Kontakte zu anderen Jugendlichen zu knüpfen. Ziel war es die Völkerverbindung voranzutreiben, Informationen auszutauschen und den Austausch von Jugendlichen zu fördern. Bereits 1990 bekam die GJU zur Verwirklichung ihrer diesbezüglichen Vorhaben Unterstützung und begann die Zusammenarbeit mit der Jugendorganisation Deutsche Jugend in Europa. Und dieser erste Kontakt sollte erst der Anfang sein, heute arbeitet die GJU mit zahlreichen Partnern im Ausland zusammen, am intensivsten mit der Schirmorganisation des Vereins, der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV), deren vollwertiges Mitglied die GJU seit April 1992 ist.

Bereits von Anfang an organisierte die GJU Veranstaltungen, die die Jugendlichen aus jeder Altersgruppe ansprechen sollten: Fortbildungsseminare, Auslandsreisen, Workshops zu verschiedenen Themen, Freizeitbeschäftigungen für jedes Alter, Entspannung bei Tanz und Musik, Traditionspflege, Identitätsvermittlung, Kinder- und Jugendlager, Sport und Freizeit, für all das steht die GJU und mit ihr auch die Präsidumsmitglieder, die Geschäftsführung und die einzelnen Mitglieder.
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Natürlich gab es in den 25 Jahren, die bereits vergangen sind nicht nur schöne Erlebnisse. Schwierigkeiten und Rückschläge stellten die GJU immer wieder vor Herausforderungen, die auf den ersten Blick kaum zu meistern waren. Und doch gelang es den Mitgliedern mit Hilfe von Förderern und Freunden immer eine Lösung zu finden und die Arbeit weiter zu führen. Auch heute werden wir oft damit konfrontiert, dass Bürokratie und Verwaltungsarbeit, Dokumentierung und Dateibearbeitung, Einreich- und Abrechnungsfristen uns viel Zeit nehmen, die wir doch am liebsten für die Organisierung der Projekte nutzen würden.

Trotz diesen Schwierigkeiten können wir aber doch ein alles in allem erfolgreiches Jahr 2014 hinter uns wissen. Der Auftakt der GJU-Programme war das 22. Hallenfußballtournier zwischen dem 7.-9. Februar 2014 in Baje. An der Veranstaltung haben ca. 150 Personen aus den unterschiedlichsten Gebieten Ungarns teilgenommen; 13 Männer- und 3 Frauenmannschaften haben sich den Wettkämpfen gestellt. Nach den Anstrengungen des Tages konnten sich die Teilnehmer an den Abendveranstaltungen entspannen, tanzten, lange Unterhaltungen führen.
 Das Strategische Wochenende, welches als Ideen- und Konzeptaustauschmöglichkeit in den Bereichen Vereinsführung, Aktualitäten, Zukunftsperspektiven gilt fand zwischen dem 6.-8. Juni 2014 in Nadasch statt. Ziel des Projektes ist, dass das Präsidium, die Multiplikatoren, die Mitglieder und die freiwilligen Helfer nach dem besseren Kennenlernen der Aufgaben und der Grundstrukturen der GJU noch effektiver, mit verteilten Aufgaben zusammenarbeiten können.

Das KreaCamp, das Programm für die jüngsten GJU-ler wurde für den 23. bis 27. Juni 2014 in Matty organisiert. Auch in diesem Jahr durften die Teilnehmer sich auf vielen unterschiedlichen Gebieten ausprobieren, ihr handwerkliches Geschick und ihre Kreativität unter Beweis stellen und ihre sportliche Seite bei Wettkämpfen und Spielen demonstrieren.

Die Delegiertenversammlung diesen Jahres tagte diesmal am 17. Mai 2014 in Boschok. Wie jedes Jahr wurde hier über die Programme und die Finanzierung des Vorjahres berichtet und über die Annahme des Gemeinnützigkeitsberichtes 2013 entschieden. Besonderheit der Versammlung waren die Tagesordnungspunkte: Modifizierung der Satzung der GJU und Annahme der Beitrittsanfrage der Freundeskreise aus Hartian und Harast.

An der Fahrradtour zwischen dem 2.-6. Juli 2014 nahmen wieder interessierte GJU-ler teil, die das Ziel der Fahrradtour ernst nahmen und nach einer Gelegenheit suchten neue Kontakte zu knüpfen. Die Route der Fahrradtour führte uns diesmal nach Nordungarn, wo wir unsere beiden, 2014 der GJU beigetretenen Freundeskreise aus Harast (Verein Junger Schwaben aus Harast) und aus Hartian (Freundeskreis der Jungen Schwaben aus Hartian) besuchten und auch neue Gebiete erkundet haben.

Zwischen dem 8.-10. August 2014 wurden alle GJU-ler und Freunde der GJU nach Willand eingeladen, wo anlässlich des 25jährigen Bestehens der GJU das Kulturtreffen organisiert worden ist. Dieses große Jubiläum wurde mit einem dreitägigen Kulturprogramm, mit Tanz, Musik, einer ,,Weinprobenüberraschung“ und guter Laune gefeiert. Die Fortsetzung folgt bei der Silvesterparty im Dezember.
 2014 hatte die GJU zum ersten Mal geplant das Jugendtreffen, ein Programm für die GJU-ler, die bereits „zu alt“ für das KreaCamp, aber noch zu jung für das Landestreffen sind zu organisieren, doch leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dauerhafter Regen und Kälte machten es unmöglich das Programm mit vielen Aktivitäten im Freien zu verwirklichen. Aber wir glauben fest daran, dass es beim nächsten Mal klappen wird.

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Ein ebenfalls neues Programm war das Projekt GJU-Advent, welches zwischen dem 5.-7. Dezember 2014 in Nadasch stattfand. Das Wochenende wurde rund um das Thema ungarndeutsche Esskultur, Advents- und Weihnachtsspeisen der Ungarndeutschen aufgebaut und führte die unterschiedlichen Generationen zusammen.
Natürlich durften aber auch die beiden traditionellen Dezember-Programme nicht fehlen: zwischen dem 27.-29. Dezember 2014 erwarteten wir alle Interessenten zum GJU-Juniorenvorsilvester und am 29. Dezember 2014 feierten wir alle gemeinsam schon vorab Silvester und stoßen nach Mitternacht gemeinsam auf ein frohes Jahr 2015 an!

Ja, langweilig war und ist die Zeit bei der GJU wahrhaft nicht und es ist bereits ein langer Weg, der gegangen worden ist mit vielen Veränderungen: Das Präsidium wechselte, neue Geschäftsführer kamen, viele Mitglieder wuchsen (nur dem Alter nach aber nicht im Herzen) aus der GJU heraus, viele neuen Mitglieder kamen hinzu. Aber das Wesentliche, das Grundlegende, wes die GJU immer bestimmt hat und auch noch heute bestimmt blieb erhalten, und zwar der Zusammenhalt, die gemeinsame Arbeit um neue Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung zu finden, unsere ungarndeutsche Kultur zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Denn wie sagte einmal Zoltán Schmidt, ehemaliger Vorsitzender der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher so schön? „Einmal GJU-ler, immer GJU-ler!”

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Und in diesem Sinne: ein Hoch auf die nächsten 25 Jahre!

Und so war das Jahresende bei der GJU

Kaum zu glauben, noch vor einem Monat haben wir euch die Dezemberprogramme, die euch noch erwarten vorgestellt und nun sind schon beide Programme vorüber und das Jahr 2014 liegt hinter uns. Viele von euch waren bei dem einen oder dem anderen Programm dabei, haben das Jahr mit der GJU ausklingen lassen und uns dadurch tolle Erinnerungen für das nächste Jahr mitgegeben. Doch auch diejenigen, die nicht dabei sein konnten sollen nicht traurig sein, wir haben für sie einen Bericht über die beiden Programme geschrieben, den sie hier nachlesen können:

GJU-Juniorenvorsilvester 2014

Zwischen dem 27. und 29. Dezember 2014 fand das bereits zur Tradition gewordene Programm ,,Juniorenvorsilvester“ der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher statt, und wie könnte es auch anders sein, in der Stadt, die schon seit Jahren als Veranstaltungsort dient, in Fünfkirchen.

Unsere Teilnehmer im Alter zwischen 10-14 Jahren kamen am Nachmittag des 27. Dezember bei uns im Valeria Koch Schülerwohnheim an, bezogen ihre Zimmer und versammelten sich anschließend in der Aula, wo wir bereits alles für das Abendprogramm vorbereitet hatten. Zuerst folgten Kennenlernspiele, dann spielten wir ausgelassen weiter bis es Zeit fürs Abendessen wurde und wir uns auf den Weg zum Restaurant machen mussten. Nachher folgte das Abendprogramm, ein kleiner Kinoabend in der Aula mit dem deutschen Film ,,Kokowääh…“. Anschließend durften sich alle noch in ihren Zimmern unterhalten, spielen, sich besser kennenlernen.

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Für den nächsten Vormittag war nach dem Frühstück ein Ausflug zur Eislaufbahn geplant, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn seit früh am Morgen schneite es sehr stark und bei Schneefall wurde die Eislaufbahn nicht geöffnet. Schnell musste für ein Alternativprogramm gesorgt werden, was aber kein Problem war, da die Jugendlichen nicht lange zu einem Vormittag im Kino überredet werden mussten. Nach dem Film folgte das Mittagessen und für den Nachmittag war ein lustiges Bastelprogramm geplant in dessen Rahmen die Anwesenden auch Dekoration für die Vorsilvesterfeier am nächsten Abend angefertigt haben. Nach dem Abendessen folgte dann an diesem Abend das traditionelle Juniorenvorsilvester mit einem ungarndeutschen Tanzhaus unter der Leitung unserer Multiplikatoren Adél Hahn und Flóra Tillmann und dem Sektkorkenknallen (selbstverständlich mit Kindersekt) um Mitternacht. Die Laune war so gut, dass die Feier sich noch lange hinzog und alle fühlten sich sehr wohl, was wir auch aus den Bewertungsbögen des Programmes herauslesen konnten.
 Am nächsten Morgen folgte nach dem Frühstück der Abschied und die Teilnehmer wurden von ihren Eltern abgeholt. Auch 2014 haben wir ein tolles Juniorenvorsilvesterprogramm erleben dürfen und hoffen, dass auch im nächsten Jahr eine Fortsetzung folgt.

Vorsilvesterfeier 2014 – 25. Geburtstag der GJU

Im Jahr 2014, im Jubiläumsjahr der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher fand auch die traditionelle Vorsilvesterfeier, die Geburtstagsfeier der Organisation statt. Da 2014 das Jubiläumsjahr war, wollte das Präsidium etwas ganz Besonderes organisieren, so wurde beschlossen dieses Jahr in der Gründungsstadt des Vereines, in Fünfkirchen zu feiern. Mit den Vorbereitungen für das Fest wurde schon Ende 2013 begonnen um ein möglichst tolles Fest auf die Beine zu stellen.

Schon kurz nachdem die Einladungen verschickt waren meldeten sich immer mehr einstige und heutige GJU-ler, weil sie an der Feier teilnehmen wollten und auch immer mehr Reservierungen für den Abend wurden angefragt. Und bei Ablauf der Anmeldefrist waren es mehr als 450 Personen, die unbedingt gemeinsam Vorsilvester feiern wollten.
Am 29. Dezember wurden um 17 Uhr die Türen geöffnet und langsam versammelten sich alle um den Abend zu genießen und stimmten sich schon während des Kulturprogrammes auf die Feier ein. Nach dem Abendessen ging es dann richtig mit dem Feiern los.
Um 22 Uhr wurde das Feiern kurz für den festlichen Teil des Abends unterbrochen, GJU-Präsidentin Tekla Matoricz hielt eine Festrede in der sie die Wichtigkeit des Bestehens der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher betonte, den vorigen Präsidenten und Vizepräsidenten für ihre engagierte Arbeit dankte und über die Zukunftspläne der GJU sprach. Im Anschluss an die Rede wurde dann den ehemaligen Präsidiumsmitgliedern und Geschäftsführern, sowie den Multiplikatoren ein kleines Geschenk übergeben und danach heizte die Band UnterRock wieder gehörig auf dem Tanzparkett ein.

Um Mitternacht stießen dann alle gemeinsam auf ein erfolgreiches, glückliches Jahr 2015 an und feierten bis in die Morgenstunden weiter.

Der Erfolg de Jubiläumsjahres, die gute Stimmung bei der Vorsilvesterfeier und die vielen tollen Rückmeldungen geben uns die Energie die Arbeit für die GJU fortzusetzen und schon Pläne für die nächsten Jahre (und das kommende, 30jährige Jubiläum) zu schmieden.

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So nahm also das vergangene Jahr sein Ende und wir hatten ein paar Tage Zeit uns ein bisschen auszuruhen und auf 2015 vorzubereiten. Was euch in diesem Jahr erwartet konntet ihr bereits in der ersten Ausgabe der Neuen Zeitung für 2015 auf der GJU-Seite lesen, wir erwarten euch mit allen traditionellen Programmen, haben uns aber auch einige Überraschungen für euch ausgedacht. Wir freuen uns euch auch 2015 wiederzusehen und erwarten euch zu den Programmen! Los geht es gleich Ende Januar mit dem 23. Fußballturnier, schnell anmelden!

Euer GJU-Team

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