Im Rahmen des Projekts Essen auf Rädern: Mit neuem Bus ins neue Jahr

Quelle: Neue Zeitung

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Im Februar 2014 stellte die Deutsche Selbstverwaltung der Stadt Bonnhard den Antrag auf einen Kleinbus, gefördert durch das Bundesministerium des Innern (BMI) der Bundesrepublik Deutschland. Dies war im Rahmen des Projekts Essen auf Rädern möglich.

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Bereits zahlreiche deutsche Selbstverwaltungen in Ungarn konnten auf diese Weise in den Besitz eines Nutzfahrzeuges kommen. In den letzten Jahren erhielten sogar mehrere Gemeinden in der Region Talboden/Völgység auf diese Weise einen Kleinbus.

Nach weißer Weihnacht sehnen sich auch jene, die nicht viel für die Schönheiten des Winters übrig haben, sind diese doch meist mit Kälte und beim Tauen mit Matsch verbunden. Diesen Winter blieb uns all dies während der Feiertage vorenthalten. Doch am Sonntag danach schneite es, der Schnee blieb liegen und am 29. Dezember war es zwar kalt, aber sonnig – ein wirklich schöner Wintertag, um Geschenke zu übergeben und zu übernehmen. Dieses Geschenk war nicht verpackt, es rollte kurz vor drei Uhr vor das Bonnharder Rathaus, wo sich mittlerweile trotz der strengen Kälte schon etliche Menschen versammelt hatten, um der feierlichen Übergabe des Kleinbusses beizuwohnen. Angereist waren zum Ereignis Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Dr. Michael Józan-Jilling, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Selbstverwaltungen im Komitat Tolnau, und Georg Krémer, Leiter des LdU-Regionalbüros der Tolnau. Selbstverständlich waren auch Bürgermeisterin Ibolya Filó Ferencz, die Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung Ilona Köhler Koch, ihre Stellvertreterin Hilda Markovics Schreiber, Mitglieder der Deutschen Selbstverwaltung, des deutschen Chores und des Tanzvereins Kränzlein, Vertreter der lokalen Presse und auch etliche Privatpersonen anwesend.

Die offizielle Übergabe der Autoschlüssel durch Otto Heinek erfolgte vor dem Rathaus. Der LdU-Vorsitzende betonte, dies sei 2014 der erste und letzte Bus gewesen, der übergeben wurde. Dies bedeute nicht, dass es der einzige sei, doch aus verschiedenen Gründen habe sich die Übergabe verzögert. Nach der kurzen Ansprache und der Übergabe der Autoschlüssel segneten Pfarrer Josef Erb und Militärpfarrer Milán Markovics das Fahrzeug. Sie baten um Gottes Segen für alle, die mit diesem Bus jemals unterwegs sein werden. Gott möge den Bus und seine Insassen stets beschützen und sie auf ihren Wegen begleiten.

Der weitere Teil der Feierlichkeit verlief dann im Festsaal des Rathauses. Hier unterstrich zuerst Bürgermeisterin Ibolya Filó Ferencz die Bedeutung dieses Fahrzeuges. Dr. Józan-Jilling brachte seine Freude zum Ausdruck, dass unter den Anwesenden auch zahlreiche Jugendliche waren. Es ist nämlich eine der Bedingungen der Ausschreibung, dass auch Jugendliche den Bus nutzen, und zwar für kulturelle Zwecke. Zu den weiteren Bedingungen gehört u. a., dass der Kleinbus für die Unterstützung der Versorgung älterer Menschen mit Mittagessen sowie für den Transport des Mittagessens für sie eingesetzt wird; dass Bedürftige damit transportiert werden. Der Kleinbus ist Eigentum der Deutschen Selbstverwaltung, für den 25-prozentigen Selbstanteil kam die Stadt Bonnhard auf, Nutznießer wird das Pflegezentrum (tätig seit 1972) sein, das auch die Steuern, Versicherungen und Betriebskosten zahlt.

Mit dem Kleinbus bekommen in Bonnhard täglich rund 200 Personen warmes Mittagessen. Auch die Hilfeleistung zu Hause gehört zu den Aufgaben der Stadt, was ebenfalls mit diesem Bus realisiert wird. Die Hilfeleistung zu Hause beinhaltet u. a. folgende Tätigkeiten: Sicherung des alltäglichen Mittagessens, Einkaufen, Saubermachen, Begleitung bei Arzt- und Behördengängen, Besorgen von Medikamenten, Hilfeleistung in behördlichen Angelegenheiten. Einen wichtigen Dienst leistet das Fahrzeug im Leben der Tagesstätte der Stiftung „Együtt 1 másért“ (Zusammen für einander/einen anderen). In dieser Einrichtung werden vor allem Personen betreut, die in ihrem eigenen Zuhause leben, aber unfähig sind, sich selbst zu versorgen, die eine Behinderung haben, die eine Aufsicht erfordern. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich auf die Stadt Bonnhard und deren unmittelbare Umgebung. Die Einrichtung hat über 25 behinderte „Bewohner“, drei von ihnen sind Rollstuhlfahrer. Sie machen unterschiedliche Gegenstände, u. a. weben sie Teppiche und Wandschoner. (Mit so einem wurde auch Otto Heinek beschenkt.) Vier Personen müssen täglich aus den umliegenden Dörfern nach Bonnhard gefahren werden, ihr Transport erfolgt auch mit diesem Kleinbus.

Selbstverständlich kann und wird der Kleinbus auch zur Pflege der Städtepartnerschaften in Anspruch genommen werden. Wir Bonnharder möchten uns auch auf diesem Wege für das „Weihnachtsgeschenk“ bedanken.

S.l.

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