Ungarndeutsches Digitalisierungsprojekt: Präsentation im Haus der Ungarndeutschen

Quelle: Zentrum

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Am 9. Juli letztes Jahres war an der Deutschen Botschaft Budapest eine Vereinbarung über ein Projekt zur Digitalisierung vom ungarndeutschen Kulturerbe unterschrieben worden. In der ersten Etappe dessen Verwirklichung nahmen das Jakob Bleyer Heimatmuseum und fünf Heimatstuben (Wetschesch/Vecsés, Schomberg/Somberek, Nimmersch/Himesháza, Tschasartet/Császártöltés und Harast/Dunaharaszti) teil. Am 19. Januar 2015 wurden im Haus der Ungarndeutschen die bisherigen Tätigkeiten und Ergebnisse präsentiert.

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Die Gäste der Veranstaltung konnten sich drei Referate anhören. Projektkoordinator Krisztián Fonyódi, Manager des Digitalarchivs des Museums für Bildende Künste schilderte zuerst die Voraussetzungen des Projekts. Die 421 örtlichen Nationalitätenselbstverwaltungen, um die 500 Kulturgruppen und 120 Heimatstuben zeigen seiner Meinung nach, dass das Ungarndeutschtum eine gut organisierte Gemeinschaft sei. Es sei wichtig, dass die Kulturschätze auch für die jüngere Generationen bekannt gemacht werden, was am besten durch die Benutzung von Online-Medien zu erreicht werden könne. Man habe feststellen müssen, dass nur sehr wenige Ausstellungsobjekte online betrachtet werden können.

Das ursprüngliche Ziel des Programms war, je 100 Gegenstände aus den beteiligten Sammlungen zu digitalisieren und diese auf der Webseite Múzeum Digitár zu veröffentlichen. Die Bestrebungen wurden von der Deutschen Botschaft, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, dem Ministerium für Humanressourcen und vom Berliner Institut für Museumsforschung gefördert. Die erste Aufgabe war, Projektpartner zu finden. Dabei fanden die Projektleiter wichtig,  dass diese Partner bereit sind, sich neue Fachkenntnisse anzueignen und dass sie längerfristig am Programm interessiert bleiben. Letztendlich wurden sechs Institutionen als Projekt- und vier weitere als Kooperationspartner aufgenommen.

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Bei der Planung mussten die Unterschiede unter den Ausstellungsorten beachtet werden, die sowohl die technische Ausstattung als auch die Fachkenntnisse der Personal betrafen. Eine der wichtigsten Aufgaben war, den Teilnehmern die Grundlagen der Objektfotografie beizubringen, dann wurden sie in die Benutzung der Museumssoftware eingeführt. Zu dem Unterricht und der eigentlichen Digitalisierung wurden ein-anderthalb Tage vor Ort benötigt. Die nächsten Schritte waren die Nachbearbeitung und die Überprüfung zusammen mit den Projektpartnern. Dem folgte danach die digitale Publikation auf die Múzeum Digitár-Webseite. Bisher wurden 842 Gegenstände bearbeitet. Die so entstandene Sammlung ist vielfältig, sie beinhaltet unter anderem Fotos von Möbeln, Trachten und Musikinstrumenten. Die Suchfunktion ermöglicht, ähnliche Objekte verschiedener Museen zusammen zu betrachten, was später auch Grundlage gemeinsamer Ausstellungen bilden kann. Die Projektleiter haben vor, die Online-Sammlung zu erweitern, sie zweisprachig zu gestalten und möglicherweise dazu ein thematisches Webportal aufzubauen.

Sándor Benkő, fotographischer Leiter und Berater sprach über das Projekt aus technischem Aspekt. Die Ausgangssituation der Heimatstuben sei auch in Bezug auf das Inventar verschieden gewesen. Wo es bisher keine Kataloge gegeben habe, seien sie nach Sortierung erstellt worden. Dank des Software-Systems seien sie gleich elektronisch geworden. Auch Benkő ging auf die Frage der Zielgruppe ein: Jugendliche seien von audiovisuellen Inhalten mehr beeindruckt als von Texten. Demnächst erwähnte der Fotograf einige technische Einzelheiten, zum Beispiel, dass das Projekt mit relativ einfacher Ausrüstung durchgeführt worden sei, damit es leicht fortgeführt werden könne. Ob es tatsächlich fortgeführt werden könne, hänge von der Finanzierung ab.

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Als Dritte kam Gabriella Jaszmann, Landeskoordinatorin der ungarndeutschen Museen und Heimatstuben, die fachliche Leiterin des Projekts, zum Wort. Auch sie erwähnte die Inventarbücher: sie seien eigentlich Grundvoraussetzung einer öffentlichen Sammlung gewesen. Die Arbeit mit der Software sei einfach gewesen und habe zugleich Spaß gemacht, die Suchfunktion sei besonders nutzbar. Gabriella Jaszmann denkt, dass bei der Weiterführung des Projekts auch die Schulen angesprochen werden sollten, da die online verfügbare Inhalte im Unterricht gut zu gebrauchen sind.

Webseite von Museum-Digitár >>>

István Mayer

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