Fastenzeit: Die Periode der körperlichen und seelischen Vorbereitung

Quelle: Zentrum

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Mit Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Vorbereitung auf das Osterfest, die Fastenzeit. Diese sechs Wochen sind für die Christen die Zeit der Reinigung, währenddessen neben der körperlichen Enthaltsamkeit auch die Seele sich für das größte Fest der Religion bereit macht.

Die Zahl 40 spielt in er Bibel eine wichtige Rolle, denken wir zum Beispiel an die 40 Jahre lange Wanderung der Juden in der Wüste. Die Länge der Fastenzeit erinnert an die 40 Tagen, die Jesus im Ödland verbrachte, als er dreimal vom Satan heimgesucht wurde. Fasten selbst ist keine Erfindung der Christen, im alten Ägypten und bei den Juden hatte es bereits ähnliche Sitten gegeben, es ist auch Teil vom Hinduismus, der Ramadan der Moslems ist auch allgemein bekannt.

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Oft wird das Fasten und das Fleischverbot verwechselt. In der katholischen Kirche bedeutet das Fasten, dass man höchstens dreimal am Tag speisen, aber sich nur einmal satt essen darf. Beim Fleischverbot dürfen keine tierische Produkte gegessen werden, mit der Ausnahme von Fisch, Weichtiere, Milch und Eier. Aschermittwoch und Karfreitag sind sowohl Fast- als auch Fleischverbotstage, aber die Kinder und die Alten sind nicht verpflichtet, das einzuhalten. An Sonntagen wird nicht gefastet.

Früher gab es in der Fastenzeit keine Musik- und Tanzveranstaltungen und Eheschließungen. Die Liturgie der Gottesdienste ist anders, Halleluja fällt aus, Gloria wird nur an den Hochfesten gesungen. Teil der Vorbereitung ist die Reue, kein Zufall, dass vor Ostern die Leute in Schlangen vor den Beichtstühlen stehen. In der Fastenzeit finden die Kreuzwegandachte statt, an denen die Gläubigen den 14 Stationen der Passion Jesu Christi gedenken.

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Mit dem ersten Tag der Fastenzeit – wie auch sein Name zeigt – ist die Liturgie des Äscherns verbunden. In dessen Laufe wird in der Messe mit den Worten „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ der Stirn der Gläubigen mit Asche gestreut. Eine besondere Rolle hat der letzte Fastensonntag, der Palmsonntag, als dem Einzug Jesu in Jerusalem gedacht wird, deshalb wird die Kirche mit Palmenzweigen und Blumen geschmückt.

Die protestantischen Kirchen schreiben kein obligatorisches Fasten vor, aber es gibt Initiativen, dass die Gläubigen auf eine geliebte Gewohnheit verzichten sollen. In der katholischen Kirche ist es auch eine ungesagte Erwartung, dass man über die Verpflichtungen weitere Entsagungen auf sich nimmt.

Ein ungarndeutscher Brauch der Fastenzeit ist der Hutzelsonntag. Er wird am ersten Fastenssontag in einigen Branauer Gemeinden gefeiert. Sein Name wird davon abgeleitet, dass an diesem Tag traditionell Hutzel gegessen wird. Die Burschen gingen am Hutzelsonntag von Haus zu Haus und sangen das Hutzellied, wofür sie mit einer Kleinigkeit belohnt wurden. Am Abend wurde Feuer gezündet und mit Stroh bedeckte Räder vom Hügel gerollt. In Altglashütte ist diese Sitte auch heute lebendig.

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Die Fastenzeit endet mit der Karwoche vor Ostern. Am Gründonnerstag „fliegen die Glocken nach Rom” um am Karsamstag Nacht auf der Messe zurückzukehren und den auferstandenen Christus zu verherrlichen.

István Mayer

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