Fotografien aus Kier: Besucherrekord bei der Zentrum-Veranstaltung

Quelle: Zentrum

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Niemals sah der Veranstaltungsraum des Hauses der Ungarndeutschen so viele Besucher, wie am 25. Februar 2015 am vergangenen Ereignis der Reihe Zentrum-Programme im HdU. Diesmal wurde die Ausstellung von dem ehemaligen Fotografen Josef Molnár aus Kier/Németkér mit Präsentation und Kulturprogramm eröffnet.

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Josef Molnár (Onkel Seppi) ist 1905 geboren. Er wurde zum Geschäftsmann ausgebildet, später leitete er den Laden seiner Familie. Fotografieren lernte er als Hobby, dies war damals im Lande eine große Neuigkeit. Die Familie Molnár widmete danach ihre Sonntage dem Fotografieren. Onkel Seppi machte eine Menge Fotos, die das ganze Leben in Kier von der Taufe bis zur Beerdigung umfangen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Familie vertrieben, die Werke wurden Jahrzehnte später auf dem Dachboden ihres enteigneten Hauses gefunden. Molnárs Sammlung blieb auf Glasnegativen erhalten, die von Frau Szauer und anderen Kierer Helfern aufgearbeitet wurde. Für die gegenwärtige Ausstellung im HdU wurde eine reiche Kollektion zusammengestellt, die einige Dutzend Aufnahmen stammen aus den Jahren 1933-44.

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Im überfüllten Veranstaltungsraum begrüßte Zentrum-Direktorin Monika Ambach die Gäste und übergab das Wort an Ágnes Szauer, die in ihrer Präsentation die Sammlung nach Themenkreisen vorstellte. Als Einleitung sprach sie über Kiers Geschichte. Der Ort wurde zum ersten Mal Ende des 12. Jahrhunderts schriftlich erwähnt. Sein Name wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals geändert, die Vorsilbe „Német” erhielt Németkér nach der Ansiedlung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Einwohnerzahl des Dorfes erhöhte sich bis zur Vertreibung im 20. Jahrhundert dynamisch: 1944 bewohnten 2600 Leute die Tolnauer Gemeinde, heute hat sie 1800 Einwohner.

Ein Dorffotograf spielt eine wesentlich wichtigere Rolle im Leben des Ortes, wie seine städtischen Genossen. Er dokumentiert die Geschichte der Ortschaft, ihre besonderen Ereignisse, sein Nachlass ist für die Ortsgeschichte von unschätzbarem Wert. Aus Ágnes Schauers Vortrag lernte das Publikum auch den Hintergrund der Bilder kennen, zum Beispiel wie eine Brautwerbung in Kier verlaufen war, welche Festbräuche es gegeben, oder welche Stücke die örtliche Theatergruppe gespielt hatte.

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Neben der Vergangenheit der Gemeinde konnte man eine Kostprobe aus dem Kulturleben der Gegenwart geniessen, dank des Chores der Älteren und der Tanzgruppe der Jugendlichen. Die niveauvollen Produktionen fanden bei den Zuschauern großes Gefallen, die Zugabe nach dem Programm durfte auch nicht fehlen.

Wie bei den im Rahmen der Zentrum-Reihe vorgestellten Ortschaften gewohnt ist, wurde auch diesmal eine Kostprobe aus der Küche des Dorfes angeboten, man konnte die Kierer Stangl schmecken. (Das Rezept geben wir am Ende des Artikels bekannt.) Daneben konnte man auch zwei Sorten Weine aus Kier genießen.

Trotz des Platzmangels gelang der Abend wieder ausgezeichnet. Die Ausstellung kann bis Ende April nach Anmeldung besichtigt werden.

István Mayer

 

Kierer Stangl

Zutaten: 3 Eier, 25 dkg Zucker, 30 dkg Mehl, 1 Kaffeelöffel Gewürznelke

Die Eier werden mit dem Zucker aufgeschlagen, die mit Mehl zusammengerührte Gewürznelke wird dazugegeben. Sollte noch Mehl gebraucht werden, gibt man ein wenig noch dazu.
Man verarbeitet dies und formt davon fingergroße Stangen.
Achtung beim Backen, es darf nicht zu lange gebacken werden!


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