Wir stellen das Jakob Bleyer Heimatmuseum vor

Quelle: Zentrum

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Unter den Museen und Heimatstuben der Ungarndeutschen ist das Jakob Bleyer Heimatmuseum in Wudersch/Budaörs eins der schönsten, und wegen der da geleisteten Facharbeit auch eins der wichtigsten. Dieser Artikel stellt das Museum vor und bietet auch einen Einblick in die Geschichte von Wudersch.

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Die gleich neben Budapest liegende Stadt wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Deutschen besiedelt. Traditionell war Wudersch ein Weinbaugebiet, aber nach der Reblausseuche in den 1880er Jahren wurden mehrheitlich nur Tafeltrauben und Früchte angebaut. Von letzteren wurde besonders der Pfirsich berühmt. Die Produkte wurden in den meisten Fällen auf den hauptstädtischen Märkten verkauft. Nicht nur die Landwirtschaft blühte in Wudersch: das Kleingewerbe war ebenfalls bedeutend, und es gab auch einige größere Betriebe, wie zum Beispiel die 1852 geöffnete Sektfabrik. 1738 begann der Bau der Sankt-Johann-Nepomuk-Kirche. Als das anschaulichste kirchliche Fest der Stadt gilt bis heute der Fronleichnam, an dem der Weg der Prozession mit prachtvollem Blumenteppich geschmückt wird. Eine besonders beeindruckende Sehenswürdigkeit der Stadt ist das zum ersten Mal 1933 vorgeführte Passionsspiel auf dem Steinberg. Das in den letzten Zeit alle drei Jahren veranstaltetes Ereignis wird das nächste Mal voraussichtlich 2018 zu sehen sein.

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Das Jakob Bleyer Heimatmuseum wurde an seiner heutigen Stelle 1987 eröffnet. Das Gebäude wurde 1888 erbaut, es handelt sich um ein Bauernhaus mit zwei Zimmern und Nebenräumen. Im ersten, kleinen Zimmer können die Besucher Bilder und Dokumente aus der Vergangenheit der Stadt anschauen. Auch einige Spiele sind hier zu finden, die bei museumspädagogischen Beschäftigungen benutzt werden.

Aus diesem Zimmer erreicht man die „gute Stube”. Was dem Besucher gleich bei deren Anblick einfällt, ist, wie wichtig die Religion für die früheren Wuderscher war. Zahlreiche Heiligenbilder und kleine Statuen befinden sich hier, auch ein kleiner „Altar” bezeugt die Frömmigkeit der Ahnen. Der Haussegen darf natürlich auch nicht fehlen. Die zwei Betten sind traditionell, hoch gemacht. Der Kleiderschrank, in dem man die typischen Wuderscher Trachten bewundern kann, wurde 1906 angefertigt. Die Fenster schauen auf die Straße.

Hinter der guten Stube ist die Küche mit dem offenen Kamin. Neben herkömmlichen Keramiken gibt es hier auch ein Gegenstand, welcher man heutzutage nicht oft sieht: eine Wäschemangel. Der auch hier ausgestellte Kinderwagen ist auch besonders schön, wie auch der kleine Küchenschrank. Wunderschön ist das für Wudersch charakteristische Topfregal mit den gezierten Tellern und Tassen. In diesem Zimmer wuschen sich die Bewohner, da es kein getrenntes Badezimmer gab.

Im hinteren Zimmer des Museums haben die temporären Ausstellungen einen Raum. Die jetzige, die bis Herbst besichtigt werden kann, beschäftigt sich mit dem Weinbau. Wie schon oben erwähnt, war Wudersch vor der Reblausseuche ein blühendes Weinbaugebiet. In der Stube wurde ein Kellerraum nachgeahmt, wo die Männer zusammenkamen um die Weine zu genießen und Karten zu spielen. In der anderen Hälfte des Zimmers sind die Werkzeuge des Weinbaus zu besichtigen: Weinpresse, Schrotmühle und weitere Geräte. Dank der Informationstafel bekommen die Besucher einen eingehenden Einblick in die Geschichte des Weinbaus der Stadt.

Die Sammlung des Heimatmuseums ist vielfältig und eine gute Repräsentation des Lebens unserer Vorfahren. Die Eintrittspreise sind günstig – nur 200 Ft bzw. für Schüler und Rentner 100 Ft -, Kindergruppen aus der Stadt können es sogar kostenlos besichtigen.

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Kontakt:
Jakob Bleyer Heimatmuseum
2040 Budaörs, Budapesti út 47/1
Tel./Fax.: 06 23 440 217
E-Mail: info@heimatmuseum.hu
Web: www.heimatmuseum.hu
Facebook: www.facebook.com/JakobBleyerHeimatmuseum

István Mayer

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