200 Millionen Regierungsförderung für die Deutsche Bühne Ungarn

Quelle: Neue Zeitung

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LdU möchte in ihr Eigentum investieren

Die Deutsche Bühne Ungarn (DBU) in Seksard kann für umfangreiche Rekonstruktion mit 200 Millionen Forint Regierungsförderung rechnen, dies teilten am 19. Mai die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen – die Trägerin der DBU – und das Ministerium für Humanressourcen in Seksard mit. Die gemeinsame Pressekonferenz fand im Theater statt. Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen, Nationalitäten und zivilgesellschaftliche Beziehungen, Otto Heinek, der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Emmerich Ritter, der parlamentarische Sprecher der Ungarndeutschen, DBU-Intendantin Ildiko Frank sowie Dr. Ferenc Gábor, Obernotar des Komitates Tolnau, informierten die Presse über die Förderung und die bevorstehende DBU-Sanierung.

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„Die Anwesenheit der Nationalitäten im Parlament trägt erste Früchte“, sagte Staatssekretär Soltész. „Diese konkrete Angelegenheit ist das Ergebnis des gemeinsamen Ringens von Regierung und Nationalitäten.“ Soltész sprach sich dafür aus, dass die Erneuerung auch darum wichtig sei, weil das Theater bezüglich der Weitervererbung von Sprache und Kultur der Ungarndeutschen von besonderer Relevanz sei. Er hob hervor: 2015 sichere die Regierung den Landesselbstverwaltungen der Nationalitäten insgesamt 441 Millionen Forint für Investitionen und Rekonstruktionen. Und weil die Ungarndeutschen in den letzten Jahren keine bedeutende Summe zu diesem Zweck erhalten hätten, sei die Entscheidung getroffen worden, dem Theater in Seksard einen größeren Betrag zur Verfügung zu stellen.

Laut Emmerich Ritter, dem parlamentarischen Sprecher der Ungarndeutschen – der übrigens auch daran erinnerte, dass die Nationalitäten 2016 um mehr als 2 Milliarden Forint mehr Unterstützung vom Staatshaushalt erhalten könnten –, sei es erfreulich, dass alle Mitglieder des Nationalitätenausschusses des Parlaments die 200 Millionen für die DBU-Rekonstruktion einstimmig gebilligt hätten.

„Nach der Gründung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen formulierten wir unser Autonomiekonzept, laut dessen wir unter anderem auch kulturelle Institutionen in unsere Trägerschaft übernehmen wollen“, erklärte LdU-Vorsitzender Heinek. „Die Deutsche Bühne ist eine der wichtigsten dieser Institutionen, weil ihr relevante Aufgaben in der Identitätsbewahrung von Kindern und Erwachsenen zukommen.“ Heinek betonte auf der Pressekonferenz: die Rekonstruktion der Deutschen Bühne sei schon längst fällig gewesen, weil das Gebäude seit zwei Jahrzehnten nicht erneuert worden sei. Die Landesselbstverwaltung gebe einen Eigenanteil von mindestens 10-15% mit hinzu, so dass Gebäude und Bühnentechnik gleichermaßen modernisiert werden könnten. Die Bauarbeiten sollten übrigens schon dieses Jahr beginnen und nächstes Jahr beendet werden. Für die Vorstellungen zwischendurch suche die DBU nach einer alternativen Spielstätte in der Umgebung.

Der Vorsitzende erörterte weiterhin, dass die LdU ihren Anspruch auf das Gebäude dem gegenwärtigen Eigentümer, dem Komitatstag der Tolnau, mitgeteilt habe. Die Frage aber, ob die Landesselbstverwaltung die Immobilie kostenlos übernehmen und somit in ihr Eigentum investieren kann, sei bisher leider noch nicht entschieden. Trotz in den vergangenen Monaten wiederholt geführten Gesprächen mit dem Komitatsvorsitzenden und dem Obernotar sei die Frage noch nicht auf die Tagesordnung des Komitatstages gesetzt worden, obwohl das Nationalitätengesetz und das Gesetz über das nationale Vermögen solche entgeltlosen Vermögensübertragungen ausdrücklich ermöglichten und das Komitat mit dem Gebäude sowieso nichts anfangen könne. Der bei der Pressekonferenz anwesende Obernotar des Komitats berichtete darüber, dass der Komitatstag die Angelegenheit Ende Juni beraten werde. Ildikó Frank präsentierte kurz die künstlerische Konzeption des Theaters. Die DBU-Intendantin betonte: eine der wichtigsten Zielgruppen des Theaters seien Jugendliche, die ihrer Erfahrung nach vor allem durch zeitgenössische Werke anzusprechen seien. Bei der Planung einer Saison beachte die Leitung des Theaters weitgehend die Rückmeldungen des Publikums, dem – und den zahlreichen Gastspielen – sei wohl zu verdanken, dass die Zuschauerzahl in den letzten Jahren wesentlich gestiegen sei.

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