Partnerschaft beim Stadtfest gefeiert 25 Jahre Großturwall – Süßen

Quelle: Neue Zeitung

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Auf Einladung von Süßen war vom 10. bis zum 12. Juli eine etwa 70-köpfige Delegation zu Gast in Baden-Württemberg, um im Rahmen des Stadtfestes das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Süßen und Großturwall/Törökbálint zu feiern.

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Die freundschaftlichen Kontakte beschleunigten sich in den Zeiten der politischen Umwälzungen in Europa, haben aber ihre tiefen Wurzeln in der Zeit um 1945. Kaum war der Zweite Weltkrieg zu Ende, als deutsche Familien ihre angestammte Heimat in Osteuropa verlassen mussten. Flucht und Vertreibung bestimmten diese Zeit. Aus Großturwall wurden in drei Transporten über 2000 Ungarndeutsche vertrieben.

Etwa 900 deutsche Familien in Großturwall mussten im Februar 1946 die Früchte ihres Fleißes aufgeben. Sie mussten Vermögen, Haus und Hof zurücklassen und fuhren in Güterwaggons in eine ungewisse Zukunft bis Göppingen. Über 250 Vertriebene von ihnen strandeten im damals noch recht kleinen Ort Süßen. Damit begann im Februar 1946 für manche Großturwaller ein neues Leben in der neuen Heimat. Sie konnten aber die alte nicht vergessen. Viele Verwandte und Freunde blieben daheim, und die enge Verbundenheit zwischen den Menschen wurde auch in der Zeit des „Kalten Krieges“ gepflegt. Diese Verbundenheit und die Gefühle gegenüber der alten Heimat bildeten die Basis für die Gründung des Ungarndeutschen Vereins in Süßen. Infolge der ökumenischen Fahrten nach Großturwall unter der Leitung von Pfarrer Kilian Hönle entstanden in den 1970er Jahren viele neue Kontakte, die zu gegenseitigen Einladungen von Organisationen führten.

Der Wunsch von Großturwall, eine Partnerschaft mit Süßen abzuschließen, ging am 16. Juni 1990 mit der feierlichen Unterzeichnung der Urkunde in Erfüllung. Danach vertieften sich die Beziehungen noch weiter. Nicht nur in Kultur, Sport und Bildung, sondern auch im Privaten gab es immer neue Anknüpfungspunkte. Zehn Jahre später erneuerte man die Städtepartnerschaft am 20. August 2010 mit einer Beurkundung durch die beiden Städte. Zahlreiche Veranstaltungen, wie z. B. Schüleraustausch, gegenseitige Besuche der Vereine und der Chöre, gemeinsame Teilnahme am Stadtfest in Süßen oder am Maifest in Großturwall machen die Beziehung enger und noch bunter. Ebenso waren die Stadterhebungen beider Orte, die Einweihung des neuen Schulzentrums in Großturwall, der Bau der evangelisch-reformierten Kirche und des Gemeindemuseums in Großturwall mit Süßener Unterstützung bis hin zu Altkleider-Spendenaktionen Stationen, die die Partnerschaft mit Leben füllten.

Aktueller Höhepunkt war nun im Juli das Stadtfest in Süßen, das ganz im Zeichen des Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Großturwall stand. Mit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „25 Jahre Städtepartnerschaft“ im Rathaus, dem Auftritt der Großturwaller Musikanten und den Reden der Bürgermeister Mark Kersting (Süßen) und Sándor Elek (Großturwall) nahm das Stadtfest seinen Anfang. Zu den Höhepunkten des Festes gehörte das große Konzert in der Neuen Marienkirche, wo außer den Großwurtaller Musikanten das Sinfonieorchester der Süßener Kolpingmusikschule, das Collegium Cantabile des Liederkranz Germania Süßen 1842 e.V. und der Katholische Kirchenchor auftraten. Zu Beginn ließen die beiden Bürgermeister, der 1. Vorsitzende der Deutschungarischen Ortsgemeinschaft Süßen, Markus Czinszky, die Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung in Großturwall, Magdalena Megyaszai-Mammel, die Jugendbeiräte beider Städte, Ákos Hadik, Peter Gormann und Jonas Jonas Denk sowie Tanja Kitzmann noch einmal die wichtigsten Ereignisse dieser zweieinhalb Jahrzehnte Revue passieren. Die Zuhörer erfuhren vieles über die wichtigsten Ereignisse und die schönsten Momente der langjährigen Zusammenarbeit.

Elisabeth Balázs

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