Außerordentliches Lebenswerk eines außerordentlichen Meisters

Quelle: Neue Zeitung

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Auf dem außerordentlichen Lebenswerk des Blaufärbermeisters Johann Sárdi basiert das Blaufärberfestival in Großnarad/Nagynyárád in der Nähe von Mohatsch. Seit neun Jahren wird das Blaufärberfestival jedes Jahr am letzten Juliwochenende veranstaltet. Der besondere Anlass heuer war der 95. Geburtstag des Meisters der Volkskunst und des Volkskunstgewerbes.

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Der Begründer der Großnarader Blaufärberwerkstatt fing bereits mit 13 Jahren an, bei Blaufärber Rezső Auth in Bohl die Praktiken dieses Handwerks zu erlernen. Vier Jahre später ging er nach Budapest, wo er beim Schönfärber und Bleicher József Nagy arbeitete. 1947 legte er seine Meisterprüfung ab, löste seinen Gewerbeschein aus und verkaufte seine Blaufärberstoffe auf verschiedenen Märkten. Als Volkskunstgewerbler wurde er nach und nach bekannter und im Parlament mit dem Titel „Meister der Volkskunst“ ausgezeichnet. Vor einigen Jahren bekam er auch die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum. In seiner Werkstatt entwickelte sich ein „Werkstattbesuch-Tourismus“. Zwar arbeitet der bekannte und anerkannte Blaufärber leider nicht mehr, seine Werkstatt ist aber noch immer die Hauptanziehungskraft der Gemeinde. Hier können die Besucher die alten Werkzeuge und eine einzigartige Sammlung bewundern: Johann Sárdi sammelte etwa 450 Muster aus verschiedenen Blaufärberwerkstätten und kreierte auch selbst an die 50 Muster für die Blaufärberstoffe. Die angefertigten Stoffe sind leider nicht mehr zu kaufen, sondern nur noch in der großartigen Ausstellung im Kulturhaus zu sehen. Und in der Werkstatt kann man noch immer den Meister erleben, der bescheiden, aber stolz seine Werkstatt und sein Lebenswerk präsentiert, den Verlust seiner Frau verkraften musste und die Altersbeschwerden mit Humor trägt. Er bedauert sehr, dass sein Handwerk in Großnarad nicht fortgesetzt wird. Zu Ehren des Geburtstagskindes stiegen am Sonntagabend 95 Luftballons gen Himmel.

Damit ging das zweitägige Blaufärberfestival mit unterschiedlichen abwechslungsreichen Darbietungen zu Ende. Blaufärber- und Kriegstechnikausstellung, Folkloreprogramme, Handwerkermarkt, Branauer Stimmungsparade, Eselreiten erfreuten die zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland, die auch Gaumenfreuden genießen konnten. Die leckeren Strudel und Langosch’ wurden mit Genuss verzehrt.

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