János Metzger: „Emléktöredékek“ – eine Buchvorstellung

Quelle: Zentrum

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Am 9. August wurde die zweite Auflage des Buches Emléktöredékek von János Metzger in Neudörfl vorgestellt. Der Saarer Volksliedkreis und der Neudörfler „Mária Seniorenklub“ gaben zu Ehren des 2008 verstorbenen Ungarndeutschen ein kleines Konzert. Aus dem Buch wurden einige kleine Geschichten vorgelesen.

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Im Buch erzählt der Autor in zwei zusammenhängenden Teilen über die Front und über die Gefangenschaft. Er erzählt zuerst über die Kaserne von Tata an, schildert die Situation des zweiten Weltkriegs, die Gründe, warum man an die Front muss. Der Bericht über die Bahnfahrt wird mit der Ernsthaftigkeit der Situation beschrieben, trotzdem tauchen Augenblicke des Humors auf, mit dem das Leben eines Soldaten gezeigt wird.

Die Beschreibung der wichtigen Haltepunkte, die Orte, die ihm in Erinnerung geblieben sind, kommen alle vor: Rumänien mit den ungarsprachigen Gebieten, wo es auch lebensgefährliche Attacken und Kämpfe gegen die Russen vorgekommen sind, nicht zu vergessen die Geschehnisse in Ungarn und in der Slowakei. Diese werden mit der traurigen Wahrheit präsentiert und detailliert dargestellt. Nicht nur die negativen Seiten des Krieges werden geschildert, sondern auch die schönen Momente, die einem das Leben in einer nicht alltäglichen Lage verschönerten. Ein schönes Zimmer, ein bisschen warmes Wasser oder die Menschlichkeit einer Frau, die die Soldaten mit Essen versorgte.

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Und am Ende des Krieges, wenn man denken könnte, dass es sich alles zum Guten wendet, passiert das Unglaubliche: er kommt in Gefangenschaft, wird in die Sowjetunion verschleppt und verbringt dort dreieinhalb Jahre.

Er zeigt den Lesern den Alltag im Lager, nennt russische und deutsche Benennungen von Gegenständen und Speisen. Er berichtet über lebensbedrohliche Krankheiten, über Überlebungsmethoden, über den russischen Winter. Die Schilderung der Feiertage lässt einem spüren, wie unmenschlich alles war.

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Er berichtet darüber, wie leicht es war, mit Menschen deutscher Abstammung in Kontakt zu treten, da er die Sprache als Schwabe von Hause aus beherrschte.

Wie die Zeit verlief, zeigten sich zwei wichtige Dinge im Leben eines Gefangenen herauszukristallisieren: Arbeit und Essen. Um diese Themen herum kreisen sich seine Gedanken und werden viele kleine Episoden dazu erzählt.

Als die Reise nach Hause dann endlich nach Jahren angetreten wurde und die Ankunft in Budapest und in Neudörfl dargestellt wird, steigen Tränen in die Augen.

Eine Geschichte, eine Art „oral history“. Von einem Menschen, der als Lehrer der Grundschule in Saar viel für die Schüler, die Dorfgemeinschaft, für die Kultur der Ungarndeutschen und deren Erhaltung getan hat.

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Das Projekt wurde vom Fondsverwalter für Humane Ressourcen 2015 mit 100.000 Forint unterstützt.

Das Buch ist bei der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Neudörfl (2066 Újbarok, Fő u. 33., E-Mail: ovienator@gmail.com oder pats.krisztina@gmail.com) zu kaufen.

Krisztina Pats

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