Sigismund von Luxemburg, ungarischer König und römisch-deutscher Kaiser

Quelle: Zentrum

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Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte, Teil 5

Im Mittelalter versuchten mehrere deutsche Herrscher Ungarn Teil des Reiches zu machen, aber keinem von denen ist es gelungen. Sigismund von Luxemburgs Ziel war genau das Umgekehrte: als ungarischer König den Thron des Heiligen Römischen Reiches zu erringen.

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Einer der bedeutendsten Könige des ungarischen Spätmittelalters ist 1368 als Sohn vom Kaiser Karl IV. geboren. König Ludwig der Große hatte keine Söhne, den Thron erbte seine Tochter, Maria. Die Hand der Königin wurde von vielen begehrt, letztendlich, nach zahlreichen Wenden erhielt sie Sigismund, und mit ihr den ungarischen Königstitel.

Um den Königstitel zu erhalten, musste Sigismund zahlreiche Vereinbarungen mit dem ungarischen Adel machen, was die königliche Macht schwächte. Ein Tiefpunkt seiner Herrschaft war es, als 1401 eine Gruppe von Adeligen ihn in Gefangenschaft nahm, von der er auch nur durch ernste Kompromisse befreit werden konnte.

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Nach der Niederlage bei Nikopol musste mehr Aufmerksamkeit der Türkengefahr gewidmet werden. Sigismund reformierte das Heer und baute ein mehrfaches Abwehrsystem in den südlichen Gebieten aus.

1410 erwarb Sigismund den deutschen Königstitel bei bestrittenen Umständen. Von dieser Zeit an spielte er besonders wichtige Rolle in der gesamteuropäischen Politik. 1414 rief er das Konzil von Konstanz zusammen, das in erster Linie die Lage des Papsttums regeln sollte. Zu seinem Anfang hielten sich sogar drei Personen sich zum Papst, letztendlich wurde das Amt an einem vierten, Martin V. gegeben. Auch am Konzil wurde Jan Hus verurteilt und hingerichtet, was zu einem langjährigen Krieg gegen seine Anhänger führte.

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Sigismunds Stadtpolitik war ebenfalls bedeutend. Mit seinen Verordnungen wurde die Eigenständigkeit der Städte erhöht, verschiedene Rechte wurden ihnen gestattet. Ofen entwickelte sich besonders, 1395 wurde die Altofener Universität gegründet, ab 1408 residierte der königliche Hof in Ofen.

1433 verwirklichte sich Sigismunds großer Traum: er wurde zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. In der Person von Sigismund von Luxemburg verflechtet sich die deutsche und ungarische Geschichte. Seine Beurteilung als ungarischer König ist widersprüchlich, aber er war ohne Frage einer der überragendsten Herrscher in Europa des späten Mittelalters.

István Mayer

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