Ausgewogene und nachhaltige Entwicklung gefördert

Quelle: LdU

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Bericht über die Septembersitzung der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Ordentliche Wirtschaftsführung, planmäßiges Handeln und gut funktionierende Institutionen kennzeichnen die Tätigkeit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen – dies ergab sich aus der letzten Vollversammlungssitzung in der Budapester LdU-Geschäftsstelle am 26. September. Neben einigen formalen Beschlüssen, die das höchste Gremium der Ungarndeutschen vor allem wegen der Übernahme des Budapester Deutschen Nationalitätengymnasiums fassen musste diskutierte die Vollversammlung die sich formende LdU-Strategie, die Berichte der von der Landesselbstverwaltung getragenen Institutionen, die Renovierung des deutschen Theaters in Seksard, sowie auch den neulich erschienenen Bericht des Ungarischen Rechnungshofes.

V_2

Wohldurchdacht

Vor knapp einem Jahr begann die damals neu gewählte Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen an ihrer Strategie bis 2020 zu arbeiten. Fünf Arbeitsgruppen diskutierten und formulierten monatelang längerfristige Pläne bezüglich des politischen, kulturellen, bildungspolitischen Handelns, der Jugendarbeit und der Medienpräsenz der LdU. Der im Juli von der Vollversammlung angenommene erste Entwurf der Strategie wurde mit Anregungen, Vorschlägen und Ideen aus den Komitaten und Vereinen ergänzt und dem Gremium zur Annahme vorgelegt. „Der nächste Schritt wird ein sehr wichtiger, und zugleich auch sehr spannender sein: bis Ende November wollen wir konkrete Handlungspläne zu unserem Dokument ausarbeiten“, erklärt LdU-Vorsitzender Otto Heinek. „Ich darf das anhand eines Beispiels erklären: wir wollen ungarndeutsche Eltern dazu bewegen, ihren Kindern einen deutschen Vornamen zu geben – das steht in der Strategie. Dazu ließen wir Experten eine neue deutsche Vornamensliste erstellen. Im Handlungsplan wollen wir dann konkret erörtern, wie wir diese Möglichkeit den Leuten bekannt machen wollen. Sobald wir mit der Strategie fertig sind, bitten wir unsere Landleute um ihre Ideen und Anregungen diesbezüglich. Ziel ist natürlich, dass möglichst viele dahinterstehen.“

Stolz

Die Landesselbstverwaltung ist Träger bzw. Mitträger mehrerer Bildungseinrichtungen: nach dem Fünfkirchner Valeria-Koch-Bildungszentrum, dem Werischwarer Schiller Gymnasium, dem Ungarndeutschen Bildungszentrum in Baje und der Audi Hungaria Schule in Raab kam ab dem 1. September auch das Deutsche Nationalitätengymnasium des 20. Bezirkes von Budapest in LdU-Trägerschaft. „Die Übernahme der Bildungseinrichtung von der Klebelsberg Zentrale für Institutionshaltung ging im Großen und Ganzen reibungslos“, so Otto Heinek. „Was mich etwas gewundert hat, ist, wie unvorbereitet die zuständigen staatlichen Organe auf die Übernahme von Schulträgerschaft sind. Ich bin all dem zu trotz sehr froh, auch diese Schule – die wir übrigens schon seit vielen Jahren kennen – bei uns zu haben. Ich bin sehr stolz auf unsere Bildungseinrichtungen: es handelt sich nämlich ausschließlich um qualitativ gute Schulen. Was mich außerordentlich freut, ist die Tatsache, dass unsere Bildungsinstitutionen nicht nur im Bereich der deutschen Sprache und Literatur gute Ergebnisse vorzuweisen haben, sondern auch in anderen Fächern – zum Beispiel in naturwissenschaftlichen. Die Berichte der Schulen, die die Vollversammlung einstimmig angenommen hat, beweisen, dass es eine steigende Nachfrage nach unseren Schulen gibt, wodurch die Qualität weiter steigen kann. Längerfristig heißt das, dass unsere Nachwuchsförderung gut funktioniert.“

V_1

Neu

Die ersten Schritte der umfassenden DBU-Renovierungsmaßnahme sind getan: laut Otto Heinek wurden für die technische Kontrolle der Bauphase und für die Abwicklung der öffentlichen Beschaffung zuständigen Firmen bereits ausgewählt. Auch der Architekt, der die Bauplanung macht, steht fest. Voraussichtlich im Oktober werden auch von mehreren Firmen, die für die umfängliche Sanierung der Deutschen Bühne Ungarn in Frage kommen, Angebote eingeholt, sodass im November mit der Arbeit begonnen werden kann. Hierzu erhielt das Theater in Seksard 200 Millionen Forint staatliche Förderung. Man rechnet damit, dass die DBU spätestens bis Weihnachten im Gebäude spielen kann. In der Zwischenzeit wird in der Stadt nach alternativer Spielstätte gesucht, und das Theater plant auch demnächst mehrere Abstecher zu machen. Die LdU bittet ungarndeutsche Vereine, Institutionen und Selbstverwaltungen, das Ensemble zu einem Gastspiel zu sich einzuladen. Die Sanierungsarbeiten sollen übrigens nicht lange dauern: wenn alles planmäßig läuft, kann die Saison 2016/2017 bereits im erneuerten Theatergebäude beginnen.

Kreativ

Auch das von der Landesselbstverwaltung betätigte Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum berichtete der Vollversammlung über seine Arbeit: gutbesuchte Veranstaltungen im Haus der Ungarndeutschen, dynamische Internetseite und gefragte Projekte wie BlickPunkt – Wettbewerb der Bilder, Abgedreht! Ungarndeutsches Jugendfilmfest und TrachtTag zeugen von einem Team mit viel Kreativität. Laut des LdU-Vorsitzenden ist für die nahe Zukunft geplant, die Kontakte zwischen dem Zentrum in Budapest und dem Lenau Haus in Fünfkirchen noch enger zu knüpfen, damit wertvolle Veranstaltungen der beiden Institutionen noch öfter ausgetauscht werden können.

Abgestimmt

Auch der Parlamentssprecher der deutschen Nationalität in Ungarn berichtete der Vollversammlung über seine Tätigkeit in den vergangenen anderthalb Jahren. Die wichtigsten Errungenschaften von Emmerich Ritter bzw. dem parlamentarischen Ausschuss der Nationalitäten sind einerseits die bedeutenden Mehrbeträge aus dem Staatshaushalt für die Nationalitäten (für das Jahr 2015 handelt es sich um 2 Milliarden mehr, und für 2016 um weitere 2 Milliarden 63,4 Millionen mehr), andererseits die 200 Millionen Förderung zur Renovierung der DBU, drittens bestimmte Gesetzesänderungen im Interesse der Nationalitäten. „Ich halte den ständigen Kontakt zwischen der Vollversammlung und dem Sprecher für äußerst wichtig“, so Heinek, „weil Emmerich Ritter auch direkt von der Basis Impulse, Anregungen bekommen muss, um unsere Interessen im Parlament erfolgreich vertreten zu können. Die harmonische Zusammenarbeit zwischen der LdU als nominierende Organisation und dem Sprecher ist unwahrscheinlich wichtig. Leider gibt es Nationalitäten, bei denen dies nicht der Fall ist. Wir, Ungarndeutsche achten darauf, dass unsere gute Kooperation weder durch Konflikte noch durch parteipolitische Kräfte beeinflusst wird.“

V_3

Kritisiert

Der Ungarische Rechnungshof beendete seine die 13 Landesselbstverwaltungen – so auch die LdU – betreffende Untersuchung und veröffentlichte seinen Bericht darüber. Die Vollversammlung billigte jenen Handlungsplan, der die Behebung der beanstandeten 9 Mängel zusammenfasst. Otto Heinek kritisierte jedoch den Bericht, laut dessen bei der LdU bestimmte Maßnahmen nur teilweise vorschriftsgemäß gewesen seien und die Wirtschaftsführung den Vorschriften ebenfalls nur teilweise entspreche. Der Vorsitzende erklärte hierzu, es handele sich ausschließlich um Bagatellen, über die nicht einmal beim Vorsitzenden oder der Vollversammlung geklagt wurde, sondern die lediglich der Leiterin der Geschäftsstelle vermeldet wurden. „Es ging beispielsweise darum, dass wir eine Firma, die bei uns einen Raum gemietet hat, nicht durchleuchtet haben. Es handelt sich hierbei nicht um Millionen oder Hundertmillionen, sondern um 20.000 Forint Einnahme! Im Falle der LdU gab es wirklich nur Bagatellen! Ich kritisiere also die allgemeinen und undeutlichen Formulierungen des Berichtes. Wenn man jedoch bedenkt, dass viereinhalb Jahre geprüft wurden, und dass zwei Mitarbeiter des Rechnungshofes drei Monate lang jeden Tag hier in der Geschäftsstelle waren und tausende Seiten von Akten und Rechnungen durchgesehen haben, bin ich mit dem Ergebnis absolut zufrieden!“

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2019 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo