Ausgezeichnete Deutschpädagoginnen im Komitat Pesth

Quelle: Neue Zeitung

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Die Deutsche Komitatsselbstverwaltung Pesth ehrt seit 2007 am Tag der Schuljahreröffnung die Deutschpädagogen, die in ihrer Laufbahn Hervorragendes geleistet haben. Bei der Feier am 25. September im Deutschen Nationalitätengymnasium Budapest (NZ 40/2015) erhielten vier Personen die Auszeichnung „Deutschpädagogin des Jahres 2015“.

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Gyöngyi Bálint, Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth, Emmerich Ritter, parlamentarischer Sprecher der Ungarndeutschen, Frau Ilona Balog, Frau Mónika László, Frau Katalin Ruttersmid, Frau Anna Versánszki, geb. Gerstenbrein, János Schrotti, Vorsitzender der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth, Andreas Zwick, Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth – Foto: Bajtai László

Der Preis ging an Frau Mónika László, Leiterin des „Zippel-Zappel“-Kindergartens in Wudersch. Frau László leistet seit 25 Jahren eine hervorragende Arbeit für ungarndeutsche Erziehung. Ihr Kindergärtnerin-Diplom erwarb sie an der Pädagogischen Hochschule Budapest, die Qualifizierung zur ungarndeutschen Kindergärtnerin an der Eötvös József Pädagogischen Hochschule, das Deutschlehrer-Diplom an der philosophischen Fakultät der Universität ELTE, ebenfalls in Budapest. 
Seit ihrer Kindheit achtet, pflegt und bewahrt sie die Traditionen ihrer ungarndeutschen Familie in Wudersch. Es ist ihrer 25-jährigen Tätigkeit zu verdanken, dass der Kindergarten Zippel-Zappel in der ungarndeutschen Erziehung sowohl im In- als auch im Ausland anerkannte Erfolge erreichen konnte. Ihre hohen Erwartungen gegenüber ihren Mitarbeitern dienen einer kreativen, selbständigen pädagogischen Arbeit.
Frau László übernimmt auch im kulturellen Leben von Wudersch eine aktive Rolle. Sie ist Gründungsmitglied der ungarndeutschen Wunderkäfer-Tanzgruppe. Sie hat persönliche und institutionelle Kontakte zu den Bildungseinrichtungen von Bretzfeld, der Partnerstadt von Wudersch, sowie zum Bildungszentrum von Deggendorf ausgebaut. Sowohl ihre pädagogische als auch ihre öffentliche Tätigkeit ist vorbildlich.

Den Preis erhielt Frau Ilona Balog, Lehrerin der Unterstufe der Paumascher Deutschen Nationalitätenschule. Frau Balog arbeitet seit 16 Jahren an der Paumascher Grundschule als Deutsch- und Ungarischlehrerin und leitet die Arbeitsgemeinschaft für Human-Fächer. Sie hat unter anderem an der Deutschen Nationalitätenausbildung an der Eötvös-Universität in Baje mit Erfolg teilgenommen und eine Ausbildung zur Germanistin absolviert. 
Von Anfang an unterrichtet sie mit großem persönlichem Engagement und Erfolg und leistet damit einen herausragenden Beitrag zur Pflege der Minderheitenkultur. Das Unterrichtsfach Volks- und Heimatkunde ist dank Ilona Balogs pädagogischen Fähigkeiten und persönlichem Einsatz sehr beliebt bei den Schülern. Im Jahre 2013 errangen sowohl beim regionalen Gedicht- und Prosa-Rezitationswettbewerb als auch beim Sprachwettbewerb zwei begabte Schüler von ihr jeweils den ersten Preis.
Sie ist stets eine große Hilfe bei der Organisation von Programmen wie dem Erntedankfest, dem Martinstag, den Nationalitätentagen und bei Advents- und Weihnachtsfeiern. Sie schreibt selber das zweisprachige Drehbuch, sucht zum Thema passende Musik und Gedichte aus, stellt Power-Point-Präsentationen zusammen und baut das Bühnenbild auf. Bei Bewerbungen wie beim Comenius-Programm, ist ihre Hilfe unentbehrlich, Dank ihren innovativen Ideen und ihrer Initiative konnten Projekte hervorragend realisiert werden, wie der zweisprachige Fachzirkel für junge Journalisten. Die vielfältigen und einfallsreichen Artikel der Schüler können kontinuierlich auf der Webseite der Schule gelesen werden. Die deutschen Nationalitäten-Jugendlager im In- und Ausland (Österreich) sind ohne die Mitarbeit von Frau Balog kaum vorstellbar.

Den Preis bekam für ihre fachliche Tätigkeit, ihre herausragende Leistung auf dem Gebiet der Vermittlung der ungarndeutschen Identität an der Deutschen Nationalitätengrundschule János Hunyadi in Harast Frau Anna Versánszki, geb. Gerstenbrein. Sie ist in einer echten ungarndeutschen Familie geboren. Sie studierte an der Hochschule für Lehrerbildung in Fünfkirchen Deutsch und Russisch. Auf Bitte des damaligen Direktors begann sie den Deutschunterricht an der Grundschule Nr. 1. in Harast. Frau Versánszki unterrichtete jahrzehntelang als einzige Deutschlehrerin in der Grundschule. Sie war bei den Einschreibungen immer anwesend, um die Eltern von der Wichtigkeit des Sprachunterrichts zu überzeugen und Ängsten bezüglich des Deutschunterrichts entgegenzuwirken. 
Ab 1975 organisierte sie gemeinsam mit der Leiterin des Kulturhauses den Deutschen Nationalitätentag. Seit 1992 unterstützte sie die Gründung der Jugend- und Kindertanzgruppen in Harast, sie warb Mitglieder unter ihren Schülern, übernahm die Aufsicht während der Proben. Ab 1994 war sie Mitglied, von 1998 bis 2002 stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung in Harast. Während dieser Zeit wurde der Unterricht der deutschen Sprache als Minderheitensprache in der Hunyadi-Grundschule auf drei Parallelklassen erweitert und die Zahl der Deutschpädagogen der Schule erhöht. Unter ihnen sind auch einstige Schülerinnen von ihr. Sie bekleidete bis 2006 den Posten der Leiterin der Arbeitsgemeinschaft (Fachschaft) Deutsch in der Hunyadi-Grundschule. Die Bilanz ihrer Tätigkeit in Zahlen ausgedrückt: 40 Jahre Unterricht, beinahe 7.500 Unterrichtstage, nahe 40.000 Deutschstunden, etwa 100 Schüler in Nationaltäten- oder zweisprachigen Mittelschulen und einige 100 gestärkte schwäbische Identitäten.

Die Auszeichnung ging an Frau Katalin Ruttersmid an der Hartianer deutschen Nationalitätengrundschule in Würdigung ihrer jahrelangen Arbeit auf dem Gebiet des Sprachunterrichts. Seit ihrer Geburt lebt sie in der Siedlung, die Grundschule hat sie auch hier besucht. Nach dem Abitur hat sie ihr erstes Diplom an der Hochschule Ho Si Minh als Biologie- und Chemielehrerin erworben. Seit 1992 unterrichtet sie an der Grundschule Hartian. 2000 hat sie ihr zweites Diplom in Deutsch erhalten. Sie wurde die Triebkraft des im Jahre 1998 eingeführten deutschen Nationalitätenunterrichts. Ab 2002 koordiniert sie die Arbeit des Deutschen Lehrerkollegiums. Sie ist die Organisatorin der jährlichen „Schwabentage“. Dadurch wird die ungarndeutsche Identität, werden die ungarndeutschen Traditionen in der Schule vielleicht am effektivsten vermittelt. Ein guter Beleg ist dafür die Schwäbische Hochzeit 2010, die die ganze Siedlung in Bewegung gebracht hat. Seit 2013 unterrichtet sie neben der deutschen Sprache ungarndeutsche Volkskunde.
Von der Gründung an bis 2014 war sie Abgeordnete der Deutschen Selbstverwaltung Hartian, von 2006 – 2010 gehörte sie der Selbstverwaltung Hartian an.
Ihr ist auch zu verdanken, dass die neue Generation in Hartian wieder die einstige Muttersprache, Deutsch, beherrscht. Viele ihrer Schüler lernten oder lernen im Deutschen Nationalitätengymnasium oder im Kossuth Lajos Zweisprachigen Gymnasium. Von ihren ehemaligen Schülerinnen sind mehrere auch Deutschpädagoginnen geworden. Sie geben schon das von ihr vermittelte Wissen an die nachfolgenden Generationen weiter. An vielen verschiedenen Deutschwettbewerben haben ihre Schüler hervorragende Ergebnisse erzielt.


Wir gratulieren allen Ausgezeichneten herzlich!

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