Péter Mansfeld: Ein ungarndeutscher Märtyrer

Quelle: Zentrum

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Das Ungarndeutschtum war in seiner Geschichte immer zu seiner ungarischen Heimat loyal. Auch während der Revolution in 1956 und den Vergeltungen war das der Fall. Péter Mansfeld war noch nicht einmal 16, als die Kämpfe ausgebrochen waren, aber er bekannte sich tapfer zu der ungarischen Freiheit. Zur Zeit seiner Hinrichtung 1958 war er bloß 18 Jahre alt. Die Legende, dass er wegen seinen Tätigkeiten in 1956 hingerichtet wurde und dass man nur darauf wartete, dass er volljährig wird, um exekutiert werden zu können, ist nur zum Teil wahr, Mansfeld wurde der Märtyrer der gemeinsamen ungarischen und deutschen Geschichte.

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Die Familie Mansfeld siedelte während des 19. Jahrhunderts aus Wien nach Ungarn. Sein Vater betrieb bis zur Verstaatlichung einen Friseursalon, seine Mutter war hier Angestellte. 1945 wurden fast alle Männer der Familie zur Malenkij Robot verschleppt, sein Großvater starb in der Gefangenschaft. Der am 10. März 1941 geborene Péter hatte eine Schwester und einen Bruder. Seit seinem 10. Lebensjahr lebten seine Eltern getrennt, die Scheidung wurde zwei Jahre später ausgesagt. Péter Mansfeld war nicht gut im Lernen, dagegen hatte er ausgezeichnete Ergebnisse als Drechslerlehrling.

Am 25. Oktober 1956 wurde auf dem Széna Platz in Buda einer der bestbekannten Widerstandsgruppen gegründet, am nächsten Tag übernahm die Leitung János Szabó ( „Szabó bácsi”). Dieser Gruppe schloss sich auch Péter an. Szabó bácsi schickte den Halbwüchsigen zuerst weg, aber später wurde er doch einer der Mitglieder. Er hatte wegen seinem Alter noch keinen Führerschein, aber er erfüllte Aufgaben mit PKW, unter anderem lieferte er Waffen für die Revolutionären.

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Im Laufe der russischen Invasion am 4. November wurde der Widerstand auch auf dem Széna Platz eliminiert. Péter Mansfeld versuchte in der kommenden Periode die angehäuften Waffen zu sammeln, für dem Fall eines möglichen neuen militärischen Konflikts. Das Motto „Im März fangen wir wieder an” wurde nicht wahr. Péter lernte weiter und arbeitete beim Magyar Optikai Művek. Ein weniger prächtige Teil seines Lebens ist es – anhand der Prozessakte – dass er kleinere Diebstähle beging, was natürlich an der Verhandlung gegen ihm angeführt. Am 4. Oktober 1957 erwischte ihn die Polizei, aber er konnte fliehen. Mansfeld wurde aber wieder erwischt, bis Ende Januar 1958 war er in der Strafanstalt in der Markó Straße. Während seiner Verhaftung ist seine „Systemfeindlichkeit” stärker geworden.

Kurz nach seiner Befreiung gründete er mit einigen Freunden und Bekannten eine bewaffnete Gruppe. Ihre Ziele waren nicht klar, neben dem Erteilen von Gerechtigkeit, war für sie der einfacher Gelderwerb eine mögliche Motivation. Eine seiner schwersten Straftaten war der Überfall und das Entwaffnen eines Polizisten, aber sie stahlen auch Autos. Bei ihren Aktionen ist die „Gangsterbande” nur drohend vorgegangen, niemand wurde verletzt. Nicht einmal Frau Kalló – die Frauvon József Kalló, einem Zellenkameraden von Mansfeld -, die ihren Mann wegen dem Verbergen von 1956er Fotos anzeigte, um die Geliebte eines Offiziers zu werden. Die Gruppe plante die Frau zu töten, aber das Verbrechen wurde nicht begangen, weil Kalló selbst auch zu Hause war.

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Die Bande wurde kurz danach verhaftet, Mansfeld musste sich mit fünf Gefährten den Anschuldigungen stellen. Am 30. April 1958 beging Mansfeld bei einer Tatrekonstruktion während der Ermittlung einen Fluchtversuch, aber er ist nicht gelungen. Am 13. September wurde die Anklage gegen „József Blaski (Mansfelds Freund) und seinen Gefährten” eingereicht. Obwohl Blaski schon volljährig war, wurde Mansfeld während des ganzen Prozess als gefährlicher wegen seinen „konterrevolutionären” Ansichten eingestuft. Am 21. November wurde er im Urteil in erster Instanz zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, aber der Volksgerichtsrat des Obersten Gerichtshofs unter der Leitung vom Vorsitzenden Tibor Vágó wurde ihm der Tod durch Hängen auferlegt. Sein Gnadengesuch wurde abgelehnt, das Urteil wurde am 21. März vollstreckt.

Nach der Wende wurden mehrere Legenden über Péter Mansfeld verbreitet. Viele behaupten auch heute, dass er nur aufgrund seiner 56er Schuldtaten hingerichtet wurde, und man bewusst die Vollendung seines 18. Lebensjahres abwartete, um ihn exekutieren zu können. Obwohl diese Meinungen faktisch widerlegbar sind, kann man nicht leugnen, dass Mansfeld, wenn auch mit streitbaren Mitteln, aber immer die ungarische Freiheit vor Augen hielt.

Heute tragen mehrere Straßen Péter Mansfelds Namen, Gedenktafeln und eine Statue gedenken ihm. 2006 wurde sein Leben unter dem Titel Magasabb szempontból (Aus höherem Gesichtspunkt) verfilmt.

István Mayer

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