Sinnenhafter Ausflug in die Traditionspflege Hartaus

Quelle: Zentrum

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Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum organisierte diesmal einen Abend an welchem man den Hartauer Traditionen auf unterschiedlichen Weisen näher kommen konnte. Denn am Abend des 07.10.2015 präsentierten die Hartauer einige ihrer vielfältigen Sitten und Bräuche im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zentrum-Programme im HdU.

Zunächst wurden den Zuschauern die prägendsten historischen Fakten von Andrea Iván, der Vorsitzenden des Hartauer Traditionspflegenden Kulturvereins bekannt gemacht, anschließend tanzten, sangen und musizierten die Mitglieder der Tanzgruppe. Die Hartauer Gäste stellten ihre berühmte Möbelmalerei und die traditionellen Trachten zur Schau, und beantworteten alle Fragen rund um Geschichtliches, Aktuelles und Kulturelles ihrer Gemeinde.

Hartau ist eine Großgemeinde im Komitat Bács-Kiskun und zählt heute genau 4000 Einwohner. Das Dorf existierte bereits zur Römerzeit. Damals gehörte die Siedlung zur Provinz Pannonien. Die Entwicklung, dass die heutige Nationalitätengemeinde eine Sprachinsel neben der Donau geworden ist, findet ihren Anfang im März 1724. Graf Pál Ráday, der damalige Grundherr des Dorfes unterzeichnete in jenem Monat mit den ersten deutschen Ansiedlern einen Vertrag. Die aus Hessen, der Pfalz und Baden-Württemberg stammenden Ansiedler fühlten sich von Anfang an sehr wohl und heimisch auf diesem Gebiet. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts konnten sie hier ihre Traditionen, ihre Kultur und ihren Sprachgebrauch aufbewahren. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zerbrach jedoch die Idylle. 287 deutschsprachige Familien mussten in den Jahren 1947 und 1948 nach Deutschland und Österreich übersiedeln. Erst in den 50er und 60er Jahren nahm die deutsche Traditionspflege in der Gemeinde wieder zu. Heute findet man in Hartau neben unterschiedlichsten Kleinbetrieben eine kleine ortsgeschichtliche Sammlung. Dort kann man die geschichtliche Entwicklung Hartaus und die Bräuche näher kennen lernen.

In dem abendlichen Programm sangen sie uns die bekanntesten Volkslieder vor und tanzten dazu auf traditionelle Art und Weise in ihren Trachten. Zusätzlich wurde eine Ausstellung aufgebaut, um die Besonderheiten ihres Dorfes bildlich zu veranschaulichen. Neben Bildern und Aufzeichnungen ihrer Gemeinde und ihrer Umgebung konnte man auch die berühmte Möbelmalerei bewundern. Sie haben eine große Auswahl an Stühlen, Tischen, Schmuckkästchen, Schmuck, Spiegeln, etc. mitgebracht. Auch ein Puppenhäuschen und die traditionelle Tracht wurde zur Schau gestellt. Die Möbelmalerin Maria Schneider führte auch vor, wie die bunten Hartauer Möbel entstehen.
Mit den Tänzern und Sängerinnen konnte man auch privat ins Gespräch kommen und sich Genaueres nochmal erklären und vorführen lassen.

Eine Kostprobe örtlicher Spezialitäten und Leckereien konnte man in geselliger und fröhlichen Runde ebenfalls zu sich nehmen. Die verschiedensten köstlichsten Wurstarten wurden neben echtem Hartauer Wasser dem Publikum zur Verfügung gestellt.

Als Erinnerung konnte man sich nicht nur kleine Mitbringsel der Möbelmalerei kaufen, sondern auch Bücher, in denen die Geschichte und die Entwicklung Hartaus nochmal genauer beschrieben und belegt wurde.

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Diese kleine kulinarische und exotische „Expedition” in die Hartauer Traditionspflege haben alle begeistert aufgenommen und sichtlich genossen.

Fee Dorina Dutombé

Die Ausstellung und das Hartauer Heimatzimmer kann bis zum 20. November im Veranstaltungsraum des Hauses der Ungarndeutschen besichtigt werden.

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