Christkind bringt LdU wichtige Beschlüsse und Dokumente

Quelle: LdU

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Nachhaltige Lösungen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen wurden schriftlich gefasst

Fertig ist die Liste, die die Kriterien bezüglich der Übernahme von Bildungseinrichtungen durch örtliche deutsche Nationalitätenselbstverwaltungen aufzählt, und auch der komplette Handlungsplan zur Strategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen liegt – wie geplant, noch vor Weihnachten – vor. Als wirkungsvoll erwies sich also die zwischen dem 27-29. November in Baja ausgetragene Klausurtagung der LdU. Vollversammlungsmitglieder der Landesselbstverwaltung, Mitarbeiter der Geschäftsstelle, der Regionalbüros und der Institutionen der LdU, sowie weitere eingeladene Gäste verbrachten ein ganzes Wochenende im Ungarndeutschen Bildungszentrum, um in aller Ruhe über wichtige und zukunftsweisende Angelegenheiten de LdU zu diskutieren.

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Möchte eine Nationalitätenselbstverwaltung die örtliche Schule oder den Kindergarten in ihre Trägerschaft übernehmen, so soll diese Absicht unbedingt auch von der lokalen Selbstverwaltung unterstützt sein – betonte Bildungsexperte László Appel. Mit seinem Vortrag über diesbezügliche Erfahrungen begann am Freitagnachmittag die Klausurtagung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Die dreitägige Veranstaltung beinhaltete – den Klausurtagungen der Vorjahre ähnlich – auch eine Vollversammlungssitzung. Bei dieser letzten Versammlung im Jahr traf das höchste Gremium der LdU unter anderem auch die Entscheidung, die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, die einzige landesweite Jugendorganisation der deutschen Nationalität dabei zu unterstützen, eine Fußballmannschaft für die Europameisterschaft 2016 der autochthonen nationalen Minderheiten in Südtirol aufzustellen.

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Eine gravierende Frage der LdU-Bildungspolitik der letzten Zeit ist, welche Nationalitätenselbstverwaltungen wohl den Schritt der Übernahme einer örtlichen Bildungseinrichtung von der zentralen Schulbehörde „KLIK“ wagen sollen. Um diese Entscheidung fachlich zu unterstützen, erstellte dazu der Bildungsausschuss der Landesselbstverwaltung eine ausführliche Kriterienliste. „Unser Ziel ist es zu erreichen, dass immer mehr Schulen, Kindergärten von Nationalitätenselbstverwaltungen getragen werden, aber das darf nicht auf Kosten der Qualität gehen“, meint Ausschussvorsitzender László Schindler. „Die wichtigsten Elemente der genannten Kriterienliste sind die folgenden: vor Ort muss selbstverständlich eine Nationalitätenselbstverwaltung funktionieren, und durch Zivilorganisationen, Kulturgruppen muss nachweislich ein reges ungarndeutsches Leben geführt werden. Wir erwarten von den Bildungseinrichtungen einen Bericht darüber, in wie fern sie in den letzten Jahren ungarndeutsche Inhalte in ihre Arbeit mit eingebaut haben, und wir erwarten auch, dass Nationalitäteninhalte nach der eventuellen Übernahme einen dominanten extra Kapitel im pädagogischen Programm der jeweiligen Institutionen bekommen. Um die Sicherheit der Einrichtungen und der deutschen Selbstverwaltungen schlagen wir vor, das Finanzielle und Fachliche im Voraus genau zu erwägen. Wenn die finanzielle Funktionsfähigkeit gewährleistet zu sein scheint, sollte dann eine Vereinbarung mit der lokalen Selbstverwaltung geschlossen werden.“ Derzeit stehen übrigens 14 Grundschulen und 19 Kindergärten landesweit in der Trägerschaft der jeweiligen örtlichen deutschen Selbstverwaltung, und weitere Nationalitätenselbstverwaltungen zeigten bereits Interesse.

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Ein weiteres Schlüsselthema der Klausurtagung war die Vollendung der Strategie der Landesselbstverwaltung bis 2020. Nach einjähriger tiefschürfender Arbeit liegt nun auch der vollständige Handlungsplan vor, der als Leitfaden für die Arbeit in den Bereichen Politik, Kultur, Bildung, Jugend und Kommunikation dienen soll. Im Dokument ist zum Beispiel deklariert, welche konkreten Schritte unternommen werden müssen, damit sich eine aktive deutsche Nationalitätengemeinschaft und eine starke Identität herausbilden kann. Erklärt wird auch, was Bildungseinrichtungen tun sollen, um zum Erhalt und Stärkung ungarndeutscher Identität effektiv beizutragen, wie Kultur ihre Brückenrolle innerhalb der Gemeinschaft, in der ungarischen Öffentlichkeit und auf internationaler Ebene erfüllen kann, wie das Interesse der Jugendlichen erweckt werden kann, oder wie durch bewusste Kommunikation Verständnis, Vertrauen, Unterstützung, Zusammenarbeit und Konsens erreicht werden soll.

„Es ist wichtig, dass wir nun eine Richtschnur für die bevorstehenden Jahre haben“, betonte Vorsitzender Otto Heinek nach der Sitzung. „Realisieren wird man von den Vorhaben allerdings nur das, was auch von der Mehrheit der Ungarndeutschen mitgetragen wird. Deshalb werden wir – wenn der noch bevorstehende Feinschliff am Dokument vorgenommen wurden – uns in nächster Zeit häufiger mit den Vereinen, örtlichen deutschen Selbstverwaltungen und auch mit unseren Experten der verschiedenen Bereiche, die von der Strategie betroffen sind zusammensetzen und für die Umsetzung unserer Vorhaben werben.“

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Bei der Klausurtagung wurden auch letzte Maßnahmen in Bezug auf die nächste Neujahrsgala der LdU geklärt. Bei einer geschlossenen Sitzung stimmten die Vollversammlungsmitglieder darüber ab, wer mit der Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum bedacht werden soll. Zur Übergabe der höchsten Auszeichnung der Landesselbstverwaltung kommt es am 9. Januar in Fünfkirchen. Das Jahr 2016 soll übrigens auch mit einer weiteren wichtigen Feierlichkeit beginnen: am 19. Jänner wird die zentrale Veranstaltung zum Gedenktag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen in Wudersch stattfinden, zu welcher unter anderem auch Ministerpräsident Viktor Orbán eingeladen wurde.

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