Deutsche in den Türkenkriegen

Quelle: Zentrum

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Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte, Teil 8

Der traditionelle, marxistisch geprägte Geschichtsunterricht stellte die Tätigkeit der habsburgischen Staatsmachtes in den Türkenkriegen immer einseitig negativ dar. Während Ungarn die Schutzbastei Europas gewesen sei, habe Österreich das Volk nur ausgebeutet. Die Rolle unseres Landes als Schutzbastei soll natürlich nicht bestritten werden, aber eine Bastei ist nichts wert ohne die Burg dahinter. In den Kämpfen gegen die Türken war Ungarn nicht in der Lage sich alleine verteidigen zu können, sie brauchte die Reserven des riesigen Habsburgerreiches.

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Wie bekannt fiel Ludwig II. in der Schlacht von Mohatsch, mit ihm starb der ungarische Zweig des Jagello-Hauses aus. Obwohl Anfang des 16. Jahrhunderts ein Parlamentsabkommen beschloss, dass der Thron der Árpáden nur von einem ungarischen König besetzt werden kann, wurde Ferdinand von Habsburg schnell gekrönt. Wie auch Johann Zápolya, damit nahm die Mehrteilung Ungarns den Anfang. Dies wurde mit der türkischen Besatzung von Buda endgültig.

Aus der Zeit der Türkenkämpfe im 16. Jahrhundert ist der Name von Raimondo Montecuccoli ein Begriff, der trotz seines Namens deutscher Abstammung war. Er schloss einen nachteiligen Frieden in einer besonders günstigen militärisch-diplomatischen Position im Jahre 1664, in Vasvár. Nachdem Nikolaus Zrinski mit der Verbrennung der Esseger Brücke den Weg des türkischen Nachschubs blockierte, und erfolgreich gegen die Moslimen gekämpft hatte, entschied sich die österreichische Militärregierung für den einfacheren Weg und verlangte nur wenig von den besetzten Gebieten zurück.

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Die endgültige Lösung der Türkenfrage ist auch mit dem deutschen Volk verbunden. Obwohl der Feldherr der Befreiungsarmee, Eugen von Savoyen ursprünglich französischsprachig gewesen war, war der Anführer des Entsatzheers bei der Belagerung von Wien 1883 Ernst Rüdiger von Starhemberg, selbst Johann III. Sobieski war unter seinem Kommando. Bei der Befreiung von Buda spielten Karl von Lothringen und der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emanuel entscheidende Rollen, aber die Austreibung der Türken wird doch mit dem Namen des Savoyeners verknüpft.

Die mittleren Gebiete des Landes litten besonders stark unter dem langen Krieg. Riesige Gebiete wurden entvölkert, die Felder wurden verwildert Damit Ungarn seinen früheren Ruhm wieder zurückgewinnen konnte, war die harte Arbeit von Kolonisten benötigt. Diese edle Aufgabe wartete auf die später Donauschwaben genannte Volksgruppe.

Über die Ansiedlungen werden wird in der Dezemberfolge unserer Reihe eingehend berichten.

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István Mayer

Die bisherigen Teile unserer historischen Reihe >>>

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