„Musik ist unsere gemeinsame Sprache”

Quelle: Landesrat

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Die ungarndeutschen Familienmusikanten trafen sich in Moor

Es war bei den deutschen Familien in Ungarn früher ein Brauch gemeinsam zu musizieren, wo Generationen gemeinsam gespielt und gesungen haben. Der Landesrat der Ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen veranstaltete 2009 das erste Treffen der Familienmusikanten mit großem Erfolg.

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Auf Grund dieses Erfolges beschloss der Landesrat dieses Treffen auch im Jahre 2015 wieder auf die Bühne zu stellen, wo musikbegeisterte Familien, die mit Großvätern, Vätern und Kindern, Müttern, Gattinnen und Enkelkindern auch zu Hause Musik machen, nun Ihr Können und Wissen der Öffentlichkeit vorstellen wollen.

Am 17. Oktober 2015 war es dann wieder soweit. Im Kulturhaus am Elisabethplatz in Moor trafen sich erneut fünf begeisterte Familien zur musikalischen Begegnung.

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Nach einer deutschsprachigen heiligen Messe – zelebriert von Pfarrer Richard Végerbauer (Tata) – und einem wunderbaren musikalischen Ausklang durch das Alphornspiel der Familie Klingler wurde das Programm im Kulturhaus fortgesetzt.

Zu Beginn des Programms bat Franz Heilig, Ehrenvorsitzender des Landesrats der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen und Moderator des Abends, Richard Végerbauer um ein Segensgebet. Dann begrüßte er die anwesenden Ehrengäste, unter denen Peter Fenyves, den Bürgermeister der Stadt Moor, Vizebürgermeister Gábor Czachesz, die Mitglieder der DNSV mit Franz Erdei an der Spitze. Ein besonderer Gruß ging an Frau Elisabeth Möllmann vom Möllmann-Haus. Die Organisatoren der Veranstaltung, die Mitarbeiter des Landesrates, geführt von Zsuzsa Ledényi wurden freundlich willkommen geheißen. Ebenso die Gäste aus den umliegenden Dörfern und aus den weiter entfernten (aus Wesprim kamen 40 Personen) und natürlich alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne.

16 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  98   L1000095 BÅrgermeister

Der Bürgermeister der Stadt Moor Peter Fenyves wünschte in seinem Grußwort den Veranstaltern viel Erfolg für den Abend. Während des anschließenden Abendessens spielte die Familienkapelle aus Berzel zur Freude des Publikums. Danach folgte ein ca. zweistündiges musikalisches Programm der Mitwirkenden.

Als erstes hörten wir die Familienkapelle „Freude” aus Berzel (Komitat Pesth) in der Besetzung Josef Kaposi (Bassflügelhorn), Eszter Kaposi (Trompete), Edit Kaposi und Veronika Szeidl (Klarinette), Robert Turcsek (Schlagzeug), Tibor Friedrich, Szabolcs Hadas, Patrik Hadas und Zoltán Kogler (Trompete), István Virág (Bassflügelhorn) und Bálint Kogler (Tuba). In dieser Zusammensetzung spielen sie erst seit Anfang des Jahres 2011. In ihrem Programm dominierten vorwiegend Melodien, die noch im Dorf gesammelt und gespielt wurden. Vom Leiter der Kapelle Josef Kaposi bis zu den Kindern, Enkeln und Geschwisterkindern waren alle vom Stolz erfüllt zusammen auf der Bühne zu stehen. Durch die Musik findet man den gemeinsamen Ton untereinander. Und das zeigt sich in der Interpretation der ungarndeutschen Stücke Im ersten Teil des Programms hörten wir von Frantisek Kmoch „Muziky, Muziky“ (Marsch), Antal Farkas „30 Tage“ (Polka), Harald Kolasch „Böhmerwald Träume“ (Walzer), im zweiten Teil wurden die „Bassisten Polka“ von Antal Farkas, der Marsch „Ich bin der Bua, vom Donautal“ von László Bán und der „Deutschmeister Regimentsmarsch“ von Josef Heim gespielt.

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Von der Familie Kreisz aus Taks – Jakob Kreisz sen. /mit 80 Jahren der Senior dieses Treffens/ (Gesang), László Kreisz jun. (Akkordeon), Katherina Kreisz (Gesang) und Janka Kreisz (Querflöte) – hörten wir die Lieder „Am Samstag“, „In einem Tale“, „Wie scheint der Mond“ und „Ich geh vor einem Haus“. Die beiden Gesangsolisten Vater Kreisz sen. und Katherina Kreisz wurden von Janka Kreisz auf der Querflöte und von L. Kreisz jun. auf dem Akkordeon begleitet. Der zweite Teil wurde dem Publikum gewidmet. Zusammen mit allen, die wollten, wurden die Lieder „Fröhlich ist das Zigeunerleben“, „Trink Brüderlein Trink“ gesungen, die „Inselbaum-Polka“ durfte natürlich bei den Musikanten aus Taks auch nicht fehlen. Ein großer Chor bildete sich beim letzten Lied „Schön ist die Jugend“.

26 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  143   S1010126 Fam,. Kreisz

Bereits zum dritten Mal war eine Familienkapelle dabei, die Zsuzsa Ledényi und Manfred Mayrhofer in Soběslav (Tschechische Republik) beim Kubes Blasmusikfestival kennen gelernt hatten. Moment, wer sagte was von einer tschechischen Gruppe? Nein-nein, wer behauptet denn, dass man in Tschechien nur Tschechen trifft? Leute mit donauschwäbischen Stammbaum kann man auch. Der Vater von Ingrid Klingler stammt aus Schorokschar. Hierbei handelt es sich um die „Wassergass-Musikanten“ aus Bad Überkingen, die uns mit Knopfharmonika und Tuba eine richtig angenehme Tanzbodenmusik auf die Bühne zauberten. Die Wassergass-Musikanten Ingrid (Knopfharmonika) und Jürgen Klingler (Tuba) brachten uns traditionelle schwäbische und alpenländische Volksmusik sowie steirische Musikstücke mit. Gespielt wurden von ihnen der „Halterbuam-Marsch“, der „Gamsjäger Bairischer“ und Liesl-Ländler. Lang anhaltender Applaus war der Dank an unsere deutschen Gäste – die wie der Moderator erwähnte bereits „eingebürgert“ sind.

35 Forum 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  48   L1000105 Fam. Klingler

Ein Urgestein der Familienmusiktradition ist die Familie Bauernhuber aus Herend (Komitat Wesprim) die bereits seit den Anfängen dabei sind. Josef Bauernhuber (Akkordeon), Andor Bauernhuber (Klarinette) und Ákos Bauernhuber (Tuba) brachten uns traditionelle Melodien aus ihrem Heimatdorf zu Gehör. Zu Beginn spielten sie uns von Johann Galli den „Hopfender Marsch“, sowie die traditionellen Stücke „Luisa Walzer“ und die Schambeker Reben-Polka. Im zweiten Teil ihres Programms konnten wir die „Brautschau- Polka“, den Walzer „Am Kirchtag“ und die „Kirchtag-Polka“ hören.

39 Forum 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  59   L1000116 Fam. Bauernhuber

Als letzte Familie spielte die Familie Hahn aus Wemend/Nimesch. Johann Hahn (Basstrompete, Leiter der Gruppe), Adele Hahn (Harmonika) und der jüngste Teilnehmer dieses Treffens Martin Hahn (Trompete) spielten für uns die Volksweise „Zwei Freunde“, „Blos wennst net zwida bist“ von H. Obermeyer, die Polka „Auf der Vogelwiese“ von J. Poncar und den unvermeidlichen „Böhmischer Traum“ von N. Gälle. Verstärkt hatte sich die Familie Hahn mit Ákos Bauernhuber (Tuba) und Josef Bauernhuber (Akkordeon).

44 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  140   S1010123 Fam. Hahn und Bauernhuber

Der tosende Applaus war ein Beweis, dass zur Zufriedenheit aller Gäste alles gut geklappt hat. Die Veranstaltung setzte sich dann mit den Ehrungen fort. Außer den Erinnerungsurkunden wurden den anwesenden Familienoberhäuptern eigens für diese Veranstaltung geschaffene Kristallglasglocken überreicht. Der Vorsitzende des Landesrats der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen László Kreisz bedankte sich persönlich bei den Künstlern für ihr Engagement. Ein Ehrengeschenk wurde auch dem Bürgermeister Peter Fenyves und der DNSV, sowie Frau Elisabeth Möllmann überreicht, die mit ihrem Einsatz einen wesentlichen Teil zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. Vorsitzender der DNSV, Franz Erdei betonte in seiner Rede den Stolz der Stadt darauf, dass dieses große Fest in Moor abgehalten wurde und stellte sich mit Geschenken ein.

Anschließend an die offiziellen Ehrungen begann dann – worauf viele Gäste schon gewartet hatten – das freie Spiel der Musikanten, wobei wir Formationen sahen, die wahrscheinlich nie mehr zusammen spielen werden. Begeistert wurde mitgesungen, getanzt und sich blendend unterhalten. Man sah, dass die Frucht des Landesrates aufgegangen ist – Familienmusiker aus zwei Ländern spielten gemeinsam. Plötzlich spielten die Ungarndeutschen bayrische Melodien und unsere Gäste aus Deutschland spielten bei alten donauschwäbischen Melodien begeistert mit.
Musik verbindet eben.

51 2015-10-17  FAMIIENMUSIK  156   S1010139 Ehrengabe

Das Erziehen und der Zusammenhalt zwischen den Generationen in der Familie sei sehr wichtig bei der Familienmusik, sagt László Kreisz, Vorsitzender des Landesrates, der immer wieder darauf hinweist, dass gerade in der heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage dieser Zusammenhalt sehr bedeutend sei. „Musik ist unsere gemeinsame Sprache” bekennen alle Generationen, die ihre heitere Stimmung sehr gut auf das kleine, aber feine Publikum übertragen konnten.

In der Hoffnung dieses Konzert auch 2016 veranstalten zu können, gingen wir alle frohen Mutes und beschwingt nach Hause. An Alle noch einmal unser herzlicher Dank. Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren, dem Ministerium für Humanressourcen, der LdU, der Stadt Moor, dem Kulturhaus, der DNSV Moor und bei allen Mitarbeitern hinter und auf der Bühne.

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Text und Fotos: Manfred Mayrhofer – LandesratForum

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