Über die I. Jugendkonferenz der LdU

Quelle: Neue Zeitung

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Handlungspläne für die Jugendarbeit

Einen Handlungsplan zur Strategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen auszuarbeiten war die Aufgabe der I. Jugendkonferenz, zu der der LdU-Jugendausschuss vergangenes Wochenende Vertreter ungarndeutscher Jugendorganisationen, Institute und Vereine nach Baje einlud.

Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher hatte die Möglichkeit teilzunehmen, da wir nicht nur im Jugendausschuss vertreten sind, sondern von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen auch als eine der wichtigsten Organisationen der ungarndeutschen Jugend bezeichnet werden. Natürlich wirkten auch Vertreter des Vereins Ungarndeutscher Kinder (VUK), des Vereins Deutscher Hochschüler zu Budapest (VDH Budapest), des Valeria-Koch-Bildungszentrums und des Schiller-Gymnasiums mit.

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Die konkreten Zielsetzungen der Jugendkonferenz skizzierten Freitagabend Otto Heinek, Vorsitzender der LdU, und Emil Koch, Leiter des Jugendausschusses der LdU und ehemaliger Präsident der GJU. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt und konnten am Samstag ihre Ideen und Vorschläge zu den Themen Politik, Bildung, Medien und Kultur einbringen.

Da die meisten Konferenzteilnehmer GJU-Mitglieder waren, wurde in jedem Workshop sehr viel über die Rolle unserer Organisation diskutiert. Alle waren sich einig darin, dass Jugendvereine eine Brücke bilden sollten, welche zu den örtlichen und auch zu der Landesselbstverwaltung führen, die Jugendlichen mit den ungarndeutschen Bildungseinrichtungen, den Medien und natürlich auch mit der Kultur verknüpfen sollen.

Jeder Staatsbürger sollte sich über seine eigenen Rechte klar sein und sich an der Politik, Ungarndeutsche insbesondere an der Minderheitenpolitik aktiv beteiligen. Auch dies wurde im Workshop über Politik unter der Leitung von Kinga Gáspár als anstrebenswertes Ziel genannt. Jugendliche sollten sich trauen, als Abgeordnete für die Selbstverwaltungen zu kandidieren und die älteren, erfahrenen Mitglieder sollten sie willkommen heißen und sie unterstützen.

Eins der schwierigsten und am meisten diskutierten Themen war natürlich die Bildung. Unter den Teilnehmern gab es auch Personen, die bereits Erfahrung hinsichtlich der Bildung der eigenen Kinder haben und auch solche, die in Bildungseinrichtungen tätig sind. Auch diejenigen, die in keine dieser beiden Kategorien eingeordnet werden können, haben eine Meinung über Kindergarten, Schule oder Kinderkrippe. Gemeinsam sind die vier Gruppen zum Schluss gekommen, dass es Sinn machen könnte, schon in den Kindertagesstätten mit der Weitergabe der deutschen Sprache und ungarndeutschen Kultur anzufangen. Damit dies verwirklicht werden kann, muss man laut Zusammenfassung der Workshop-Leiterin Monika Sax die Lehrer und die Schüler motivieren. Die „Qualität“ der Lehrkräfte und der Studenten sollte verbessert werden, damit diese motiviert und professionell zur Bildung des ungarndeutschen Nachwuchses beitragen können.

Über die Neue Zeitung, über Unser Bildschirm, über die Radiosendung der Ungarndeutschen, über zentrum.hu und über neue Plattformen wie z. B. soziale Medien wurde unter der Leitung von Emil Koch im Workshop ungarndeutsche Medien gesprochen. Man war sich einig, dass man diese Medien viel besser nutzen sollte. Man muss gemeinsam daran arbeiten, die bereits bestehenden Medien zu verbessern, modern, aktuell und interessant zu gestalten. Es sind jedoch auch neue Ideen gekommen, wie zum Beispiel die Idee einer gemeinsamen Homepage über alle ungarndeutsche Organisationen, Vereine, Selbstverwaltungen und andere Institutionen.

Eine Optimierungsmöglichkeit sah man auch in dem von Anton Kresz geleiteten Workshop über die Kultur des Ungarndeutschtums. Die schon vorhandenen Aufnahmen sollten digitalisiert und gesammelt werden, um sie für alle einfach und schnell erreichbar zu machen. Allerdings müsste man sich auch etwas Neues einfallen lassen. Wieso könnte der in anderen Ländern bereits vorhandene Trend, alte Volkslieder auf moderne Weise zu interpretieren, nicht auch hier möglich sein? Dazu ist auch wichtig, dass die Marketingtätigkeit erweitert wird. Berühmte ungarndeutsche Persönlichkeiten können dazu beitragen, unsere Minderheit allen vorzustellen und diese sogar der jüngeren Generation näher zu bringen.

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Nach der Zusammenfassung am Sonntagmorgen waren Emmerich Ritter, ungarndeutscher Sprecher im Parlament, und die Mitglieder des Jugendausschusses sehr zufrieden und auch etwas geschockt, schließlich haben sie sich durch die Konferenz mächtig viel Arbeit aufgebürdet. Dies war jedoch auch das Endziel, welches sie sich bei der Strategieplanung gesetzt hatten.

Die GJU wünscht viel Erfolg und unterstützt die weitere Arbeit mit voller Kraft. Wir bedanken uns für die Einladung und die Zusammenarbeit bei allen Teilnehmern und den Organisatoren.

Tekla Matoricz

Erschienen in: Neue Zeitung 46/2015

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