16. Kulturgala der Region Nord in Tschepele

Quelle: Neue Zeitung

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Als eindrucksvoll bezeichnete die kulturelle Tätigkeit der Ungarndeutschen der Schirmherr der 16. Kulturgala der Region Nord Dr. Heinz-Peter Behr, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland.

Mundarten sollen nicht in Vergessenheit geraten, mahnte der Botschafter, der selber gern seinen rheinländischen Dialekt spricht und lobte, dass die ungarndeutsche Jugend mit ihren Wurzeln vertraut gemacht wird.
 Der Parlamentarische Sprecher und ÉMNÖSZ-Vorsitzende Emmerich Ritter ermunterte die anwesenden Vertreter von Vereinen und Selbstverwaltungen, sich fleißig zu bewerben, denn die finanziellen Unterstützungen der Nationalitäten hätten sich verdreifacht. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf den Todestag von Jakob Bleyer am 5. Dezember. Ungarndeutsche Organisationen legten Kränze des Gedenkens an seinem Grab nieder.

Im Rahmen des Galaprogramms wurde feierlich die Auszeichnung Für das Ungarndeutschtum der Region Nord 2015 an den Vorsitzenden des Vereins „Weindorfer Deutschklub“ Róbert Mayer, an die Bogdaner Blaskapellesowie an den Gemischtchor für Traditionspflege zu Schambek überreicht (lesen Sie die Laudationen weiter unten). Sieben ungarndeutsche MittelschülerInnen erhielten von der Deutschen Selbstverwaltung des Komitates Pesth je ein achtmonatiges Stipendium für besondere Leistungen.

bogdaner Schwabenkapelle

Die 16. Kulturgala wurde wegen dem Trauertag auf den 6. Dezember verschoben. Der Einladung des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn (ÉMNÖSZ) in den Festsaal des Tschepeler Arbeiterheimes folgten zahlreiche Vertreter von deutschen Selbstverwaltungen und Vereinen aus den Komitaten Pesth, Naurad, Hewesch. Die Mitwirkenden waren hervorragende Kulturgruppen: der Rosmarin-Gemischtchor aus Hanselbek, das Werischwarer Tanzensemble, die Bogdaner Schwabenkapelle, der Liederschatz-Frauenchor aus dem XVIII. Bezirk von Budapest sowie die Jugendblaskapelle und die Füzes-Volkstanzgruppe aus Wiehall-Kleinturwall. Letztere schloss die Kulturgala mit der erfolgreichen Choreographie „Ich habe einmal geliebt“. Wer wollte, konnte nach dem Kulturprogramm zur Musik der Bogdaner Schwabenkapelle tanzen.

kleinturwall-jugendblaskapelle

Der Schwung ist ungebrochen

Bei der Kulturgala der Region Nord wurden drei Preise Für das Ungarndeutschtum der Region Nord 2015 vergeben.

Robert Mayer aus Weindorf/Pilisborosjenő, Vorsitzender des Vereins „Weindorfer Deutschklub“ wurde 1937 in Weindorf geboren. Seine Eltern sind Ungarndeutsche. Die Vorfahren kamen vor 300 Jahren mit der Ulmer Schachtel nach Ungarn. Die Vertreibung im Jahre 1946 hat die Familie auseinandergerissen. Robert Mayer hat die deutsche Sprache, das Liedgut, die Sitten und Bräuche verinnerlicht und sich bis zum heutigen Tag für deren Erhalt engagiert. 1982 wurde der deutsche Singkreis in Weindorf gegründet, er trat 1988 in den Singkreis ein und ist seit 2001 dessen Vorsitzender. Mit seiner Fachkompetenz im PC-Bereich sorgte er für den Druck der Texte des deutschen Liedgutes und somit für den Erhalt der Tradition der Vorfahren. Er organisierte zahlreiche Treffen mit Kulturgruppen im In- und Ausland.
Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ wurde Robert Mayer zum Abgeordneten der Selbstverwaltung der deutschen Minderheit gewählt. Er engagierte sich für die ungarndeutschen Bewohner, für den Kindergarten und für die Schule und sorgte dafür, dass die Bräuche und Sitten der Vorfahren an die Kinder und Jugendlichen weitergegeben wurden. 2006 wurde das „Deutsche Dorfhaus“ eingeweiht. Durch seine vielfältigen Kontakte trug Robert Mayer wesentlich zur finanziellen Unterstützung bei. Aufgrund seiner unermüdlichen Verdienste für das kulturelle Leben im Dorf wurde er im Jahre 2010 zum „Ehrenbürger von Weindorf“ ernannt.

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Die Bogdaner Schwabenkapelle wurde 1989 von den klassischen „großen alten Musikern“ mit der Absicht gegründet, die Bogdaner musikalischen Traditionen zu pflegen und sie der Nachwelt erfolgreich weiterzugeben. Dieser Wunsch hat sich bis heute erfüllt. Zwischen 2001 und 2010 musizierten sie unter der Leitung von Josef Schwartz. Mit ihm haben sie im Herbst 2003 in Großmanok beim Landeswettbewerb der ungarndeutschen Blasorchester den 4. Platz erreicht und drei Jahre danach in Moor bei einem ähnlich hochrangigen Wettbewerb den 2. Platz belegt.
2010 hat nach einem Generationswechsel Attila Rebe den Dirigentenstock übernommen, so ist der Schwung ungebrochen geblieben. Zur Zeit dirigiert Krisztián Rixer die Kapelle.

Der Gemischtchor für Traditionspflege in Schambek/Zsámbék wurde vor 30 Jahren am 10. Oktober gegründet und hatte während dieser langen Jahre viele tüchtige Chorleiter gehabt.
1991 hat man den Schambeker Deutschen Nationalitätenkreis organisiert, wozu auch der Chor heute noch gehört. In den zehn Jahren mit Chorleiterin Theresia Starcz haben sie sich sehr weit entwickelt, haben sich für Wettbewerbe vorbereitet und erreichten schließlich Qualifikationen des Landesrates: 2010 in Tschepele die Qualifikation in Gold, 2014 in Schaumar die Stufe in Silber. Der Chor nimmt aktiv an den verschiedenen Veranstaltungen im Heimatort teil, so an der Schambeker Hochzeit, an Partnerstadt-Treffen, an religiösen und weltlichen Veranstaltungen, Gedenkfeiern. 
Vor zwei Jahren – nach dem Tod von Theresia Starcz – bekam der Schambeker Gemischtchor einen neuen Dirigenten, Richárd Illés, der sehr begeistert und engagiert ist. Was für die Gruppe wichtig ist: alle Mitglieder singen die Lieder mit Freude und mit Vergnügen und freuen sich über ihre Erfolge gemeinsam.

Wir gratulieren allen Ausgezeichneten!

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