Ein Freudenfest der Blasmusik

Quelle: Landesrat

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VII. Landesbläsertreffen der ungarndeutschen Blaskapellen in Wetschesch/Vecsés

Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen organisiert für seine Kulturgruppen alle drei Jahre Landesfeste. Im Frühjahr dieses Jahres fanden die Vorausscheide für das Landesfest der ungarndeutschen Blasmusikkapellen statt, das am 14. November in Wetschesch veranstaltet wurde. Die Wertungsspiele für die Musikkapellen wurden in St. Johann/Jánossomorja, Wetschesch und in Großmanok/Nagymányok abgehalten.

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Drei Jahre nach dem letzten Bläsertreffen wurde das 7. Musikerfest der ungarndeutschen Blaskapellen in Wetschesch abgehalten. Gastgeber war neben dem Landesrat die örtliche und die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt. Die hervorragende Feststimmung und die begeisterten Zuschauer ließen dieses Fest zu einem vollen Erfolg werden und es zu Ende ging, waren sich Publikum und Fachjury völlig einig: ein derart hohes Niveau haben ungarndeutsche Ensembles noch niemals zuvor an den Tag gelegt!

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Bereits zum Wertungsspiel, das in der Aula der Dorfschule stattfand, war zahlreiches fachkundiges Publikum anwesend. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

László Kreisz, der Vorsitzende des Landesrats der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen sowie die Vorsitzende der örtlichen DNSV Monika Tófalvi richteten die Grußworte an das Auditorium und die Kapellen und erklärten in kurzen Worten den Zweck dieser Veranstaltung.

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Darauf wurde die Jury willkommen geheißen.
Die hochrangige Jury setzte sich aus László Dohos, dem Hauptkapellmeister der ungarischen Armee im Ruhestand, dem Präsidenten des Ungarischen Verbandes für Blasmusik und Majoretten, ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstordens und dem Liszt-Preis, Tibor Hoffer, Dirigent, Gründungsmitglied der Militärblasmusikkapelle „György Klapka”, Gábor Markovics, Leiter und Dirigent der Konzertblaskapelle aus Tamási, Träger des Csokonai-Preises und József Fricz, Leiter der Roger Schiling Blaskapelle aus Paks und Vorstandsmitglied der Blasmusiksektion des Landesrates.

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Bei den Wertungsspielen hatten sich folgende Kapellen qualifiziert:
In der Reihe des Auftritts:
Die Grossturwaller Musikanten (Törökbálint) unter Landeskapellmeister László Bán, die Werischwarer Blaskapelle (Pilisvörösvár) dirigiert vom Vorsitzenden der Blasmusiksektion des Landesrates Bálint Buzás, „Die Neun Branauer Musikanten” geleitet vom Vizevorsitzenden der Blasmusiksektion Johann Hahn, die „Kisduna” Blasmusik aus Harast (Dunaharaszti) unter dem Dirigenten László Rainer-Micsinyei, die „Alte Kameraden“ Blaskapelle aus Nadasch (Mecseknádasd) geleitet von János Ritter und Antal Kollár, die „Freude“ Kapelle aus Berzel (Ceglédbercel) unter der Leitung von Josef Kaposi und der Musikverein Wetschesch (Vecsés) dirigiert von Emmerich Szábo.

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Das Pflichtstück, das alle Kapellen spielen mussten, war die Mazurka „Sehnsucht der Liebe“ (bearb. J. Brunner), die anderen Stücke waren frei wählbar, das Programm der einzelnen Kapellen durfte aber nicht länger als 15 Minuten sein. Nach den Wertungsspielen zog sich die Jury zur Fachberatung zurück.

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Als am Abend das Publikum in die Aula der Schule strömte und das hervorragende Galaprogramm erlebte, stand die Entscheidung der Jury unter dem Vorsitz von László Dohos bereits fest.

Totgesagt? Da feierte eine oft totgesagte Musikgattung ein Freudenfest ohnegleichen. In der vollen Aula der Grundschule erlebten Musiker und Publikum einen Gleichklang, als die Kapellen die zünftigsten Takte spielten und die Zuschauer jubelnd applaudierten. Junge Menschen, die sonst die neuesten Scheiben in die CD-Spieler schieben, ließen ganz alte Melodien lebendig werden. Sie waren alle eine gleichgesinnte Gemeinde. Die Blasmusik bewies ganz eindeutig, dass sie als Festtags- und Identitätsmusik immer noch Anspruch auf eine starke Präsenz hat.

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Alle teilnehmenden Kapellen brachten ein kurzes aber nichtsdestoweniger anspruchsvolles Galaprogramm auf die Bühne. Begeisterte Zuhörer benutzten die Möglichkeit zu erstklassiger Blasmusik zu tanzen.

Nachdem drei Kapellen ihr Programm absolviert hatten, kam es zu der Übergabe der Gungl-Preise. Der ungarndeutsche Musiker, Regimentskapellmeister und Komponist Josef Gungl aus Schambek (1809 Schambek – 1889 Weimar) wurde in seiner Zeit als „der donauschwäbische Johann Strauss” in Berlin, in Bayern, in Russland und in Amerika gefeiert. Er komponierte weit über 400 Werke im Bereich der gehobenen Tanz- und Unterhaltungsmusik, die von ihrem Reiz bis zum heutigen Tage kaum etwas verloren hatte. Wegen seiner Musiktüchtigkeit und den zahlreichen Tonschöpfungen erhielt der ungarndeutsche Josef Gungl den Titel eines königlichen preußischen Musikdirektors und von Österreich den Orden der Eisernen Krone. Der Josef-Gungl-Preis wird im Rahmen des Bläsertreffens, vom Vorstand Musikern und Persönlichkeiten verliehen, die durch ihre Tätigkeit für den Fortbestand, die Verewigung und die Entwicklung der ungarndeutsche Blasmusik Hervorragendes geleistet haben. Im Sonderfall kann er auch Ausländern verliehen werden.

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Der Josef-Gungl-Preis ging posthum an Ferenc Csincsi, den verstorbenen Kapellmeister der Stadtkapelle Balatonfüred. In seiner Laudatio sprach Manfred Mayrhofer mit bewegter Stimme über das Leben des zu früh verstorbenen Freundes und Kapellmeisters. László Kreisz übergab die weiteren Gungl-Preise Herrn Stefan Czehmann aus Nadasch (Mecseknádasd), János Feldhoffer aus Werischwar und Stefan Bagoly aus Wetschesch, wobei die Laudationes von Herrn Andreas Zwick gesprochen wurde.

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Nach einem musikalischen Zwischenspiel von drei Kapellen übergab Landesrat-Vorsitzender László Kreisz den Festivalpreis. Der mit 100.000 Ft dotierte Preis ging an den Musikverein Wetschesch. Als er vom Kapellmeister übernommen wurde, konnte man sehen welchen Stellenwert dieser erste Preis unter den Kapellen und Musikern hat.

Die Berufung zur LdU-Gala 2016 erhielt die Kapelle aus Werischwar, zur LdU-Gala 2017 die Kapelle „Kisduna“ aus Harast und zur LdU-Gala 2018 „Die Neun Branauer Musikanten“.

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Sowohl der Juryvorsitzende als auch László Kreisz waren von den Leistungen der Musikkapellen begeistert und hoben das Können der Solisten hervor. Erfreut äußerten sie sich auch darüber, dass die Kapellen in den vier Ortschaften ein zahlreiches Publikum gehabt hatten. „Denn für das Weiterleben der ungarndeutschen Blasmusiktraditionen sind nicht nur die guten Musiker, sondern auch das begeistertes Publikum unentbehrlich”, betonte László Dohos. Festgestellt werden konnte bei der Anhörung der Kapellen, so der Vorsitzende des Landesrates László Kreisz, dass das Niveau in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, nicht zuletzt auch dank den Bemühungen des Landesrates, der mehrere Fortbildungen organisiert und alte Noten neu veröffentlicht hatte. Die Regionalwertungsspiele und das Landesbläsertreffen beleben die ungarndeutsche Blasmusiklandschaft, so Kreisz, an denen teilzunehmen ist bereits zu einer Auszeichnung geworden.

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Der Dank des Vorsitzenden ging an die Mitglieder der Jury für die hervorragende fachliche Einstellung und korrekte Bewertung, an alle Kapellen für die Leistung und das Niveau, an alle Sponsoren, ohne deren Unterstützung solch eine große Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre (Ministerium für Humanressourcen /NEMZ-KUL-15-0386/, Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die örtliche und die Deutsche Selbstverwaltung von Wetschesch, der Musikverein Wetschesch, Landesrat). Auch an Zsuzsanna Ledényi, die Büroleiterin des Landesrates, für die gekonnte und gewissenhafte Organisation dieser Veranstaltung.

Das LandesratForum bedankt sich besonders herzlich für die reibungslose Zusammenarbeit bei der Pressearbeit.

Text/Bilder: Manfred Mayrhofer (LandesratForum)

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