Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum – Die Ausgezeichneten des Jahres 2016

Quelle: LdU

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Dieses Jahr wurde zum 20. Mal der Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen am Jahrestag der Gründung der 1994 das erste Mal gewählten deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen begangen. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) veranstaltete zu diesem Anlass ihr Galaprogramm am 9. Januar 2016 um 16.00 Uhr im Kodály Zentrum zu Fünfkirchen. Im Rahmen der Gala wurde die höchste Auszeichnung der Ungarndeutschen, die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum an drei Persönlichkeiten überreicht.

Dr. Gábor Frank

Für seine unvergänglichen Verdienste im Bereich Nationalitätenbildung und –politik ging die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum an Herrn Dr. Gábor Frank.

Dr. Gábor Frank wurde in Wieselburg-Ungarisch Altenburg geboren, legte das Abitur in Güns ab, studierte Deutsch und Geschichte an der Philologischen Fakultät der József-Attila-Universität in Segedin, und promovierte auch hier zum Thema ungarisch-deutsche historische Beziehungen im Mittelalter.

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1974 begann er in Segedin zu unterrichten, zog dann aber mit der Familie nach Fünfkirchen, und wurde 1983 Deutsch- und Geschichtslehrer des Deutschen Nationalitätenklassenzuges des Klara-Leőwey-Gymnasiums.
Zweifelsohne ein Meilenstein im der Geschichte des ungarndeutschen Bildungswesens ist die Gründung des Ungarisch-Deutschsprachigen Schulzentrums (heute Valeria-Koch-Bildungszentrum) in Fünfkirchen; es handelt sich nämlich um eine Basis der deutschen Nationalitätenbildung und eine Fortbildungsstätte. Daran hatte Dr. Frank als Gründer und Schuldirektor einen wesentlichen Anteil.
Mehrere Wahlperioden hindurch war er Mitglied der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und Vorsitzender des LdU-Bildungsausschusses, und somit aktiver Mitgestalter der Erarbeitung der ungarndeutschen Bildungsstrategie und des Bildungswesens.

Zwei Jahrzehnte lang unterstützte er als Vorsitzender der Fünfkirchner Deutschen Selbstverwaltung den Zusammenhalt des Deutschtums der Branauer Stadt und ihrer Umgebung, und hatte an der Organisierung zahlloser traditions- und identitätspflegender Veranstaltungen teil.

Die letzten zehn seiner beruflich aktiven Jahre verbrachte er als Direktor des Ungarndeutschen Pädagogischen Instituts; unter ihm als Leiter konnte unter anderem auch das Lehrwerkangebot der deutschen Nationalitätenschulen erneuert werden.

Agathe Hárs

Für ihre unvergänglichen Verdienste im Bereich Nationalitätenbildung und für ihr herausragendes kulturelles Engagement erhielt die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum Frau Agathe Hárs.

Frau Agathe Hárs (geborene Putz) stammt aus Tscholnok, legte das Abitur in Gran ab und studierte Ungarisch und Deutsch an der Fünfkirchner Pädagogischen Hochschule.

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Seit 1970 ist sie an der Grundschule Tscholnok als Lehrerin tätig, widmet sich mit besonderer Hingabe dem niveauvollen Deutschunterricht. Zeitweilig war sie auch in Gran, an der Vitéz János Pädagogischen Hochschule der Pázmány Péter Katholischen Universität als Lehrkraft beschäftigt.

Seit 1968 setzte, bzw. setzt sie sich auf verschiedene Weisen für die deutsche Nationalität ein: zuerst war sie im Demokratischen Verband der Ungarndeutschen aktiv, anschließend als Vorsitzende des Bundes Ungarndeutscher Schulvereine, als Vorsitzende des Deutschen Schulvereins des Komitates Komorn-Gran, als Vorsitzende des Bildungsausschusses des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Komorn-Gran, aber auch als Mitglied der Vollversammlung der LdU.

Auch in ihrem Heimatort Tscholnok engagiert sich Frau Hárs seit vielen Jahren: war Vizebürgermeisterin, Selbstverwaltungsabgeordnete und Vizevorsitzende der örtlichen deutschen Selbstverwaltung. Neben zahlreichen weiteren Initiativen gründete sie 2002 in Tscholnok den auch derzeit aktiven Wagenhoffer Frauenchor.

Seit fast zwei Jahrzehnten können wir ihren Namen auch in der „Neuen Zeitung“, im Wochenblatt der Ungarndeutschen als Verfasserin von Beiträgen regelmäßig lesen.

Peter Leipold

Für seine langjährige, hingabevolle Tätigkeit im Bereich der Nationalitätenjournalistik ging die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum an Herrn Peter Leipold.

Peter Leipold stammt aus Salak, legte das Abitur in Mohatsch ab, studierte in Fünfkirchen und Segedin, und lebt in Hanselbek.

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Seine berufliche Laufbahn begann 1968 bei der „Teitschstund“ von Radio Fünfkirchen, wechselte dann zur von der Ungarischen Nachrichtenagentur (MTI) herausgegebenen deutschsprachigen Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. 13 Jahre lang bekleidete er den Posten des Chefredakteurs des ungarndeutschen Wochenblattes „Neue Zeitung“.

Peter Leipold verbrachte viele seiner Berufsjahre beim ungarischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die wichtigsten Meilensteine seiner Fernsehkarriere waren die folgenden: 1992 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur der Tagesschau, anschließend zum stellvertretender Chefredakteur mit besonderem Aufgabenbereich ernannt. Zwischen 2004 und 2009 setzte er sich als Ombudsmann für Chancengleichheit in der Redaktion der Minderheitensendungen des Ungarischen Fernsehens dafür ein, dass auch die in Ungarn lebenden Nationalitäten die Möglichkeit bekommen, in den einzelnen Sendungen gewichtig und korrekt zu Wort zu kommen und dargestellt zu werden.

Journalist Leipold ist aufgrund seiner Abstammung, seines Engagements und seiner jahrzehntelangen Erfahrungen ein Kenner der Ungarndeutschen, der seinen Prinzipien und Überzeugungen immer treu geblieben ist, und diese auch ständig in seine Arbeit mit eingebaut hat. 2009 ist er in den Ruhestand getreten.

Fotos: Lydia und Peter Máy

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