Ein Häppchen aus Gereschlak im HdU

Quelle: Zentrum

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Ziele der erfolgreichen Reihe Zu Gast im HdU des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums sind, dass die eingeladenen ungarndeutschen Ortschaften die Möglichkeit bekommen sich, ihre Bräuche und Sitten, sowie ihre Mundart und gastronomische Spezialitäten dem Publikum in Budapest, im Haus der Ungarndeutschen vorzustellen und ein kleines Heimatzimmer im Veranstaltungsraum des Hauses einzurichten, welches dann einige Wochen lang frei zu besuchen ist. Am 11. Mai 2016 konnten sich die Zuschauer mit Gereschlak/Geresdlak bekannt machen.

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Die Gemeinde im östlichen Teil des Komites Branau wurde aus Geresd und Püspöklak bzw. aus dem Gemeindeteil Kisgeresd gebildet. Die Einwohnerzahl beträgt 860 Personen, davon sind 70% Schwaben. 
„Die wichtigsten Aufgaben der örtlichen Deutschen Selbstverwaltung sind der Erhalt und die Förderung der Sprache, der geschichtlichen Traditionen und der Identität der Ungarndeutschen”, sagte DNSV-Vorsitzender Balázs Schulteisz in seinem Grußwort.

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Die Gemeinde hat einen Nationalitätenkindergarten, so können sich die Kinder früh mit der deutschen Sprache vertraut machen und durch die unterschiedlichen Ausstellungen, wie die Handarbeit-, Kopftuch-, Halstuch-, Bettdecken- oder Puppenausstellung, können nicht nur sie bzw. die Grundschulkinder, sondern auch die Besucher die ungarndeutsche Geschichte bzw. Kultur hautnah erleben. Die Puppenausstellung wurde 2014 sogar mit der Auszeichnung „Pro Cultura Minoritatum Hungariae” geehrt.

Gereschlak hat auch eine besondere Beziehung zu Finnland. Zurzeit wohnen insgesamt 30 finnische Familien in der Gemeinde, einige von ihnen sind hier sesshaft und die anderen verbringen den größten Teil des Jahres im Dorf. Sie sind von der wunderschönen Umgebung und der gesunden Luft angelockt worden und sind aktive Mitglieder des Gemeinschaftslebens, fördern die jungen Talente oder unterstützen die Renovierungsarbeiten – wie die der Kirche – im Dorf. Die Gemeinde wurde bereits zum Reiseziel zahlreicher Künstler aus Finnland und auch finnische Politiker statten gerne einen Besuch dort ab. „In Finnland bezeichnet man Gereschlak als das finnische Dorf” sagte Bürgermeister Dr. Tibor Habjánecz, der auch erzählte, dass die Bewohner an finnischen Sprachkursen teilnehmen würden, um die guten Kontakte, Freundschaften zu pflegen. Mauri Vänskä, der 2001, als erster Finne ins Dorf gekommen war und am Mittwoch die Gereschlaker begleitete, nannte das Dorf eine Schatzkammer. Nicht nur wegen seiner Umgebung, sondern auch wegen seiner freundlichen Einwohner.

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Im Rahmen der Veranstaltung traten die Kinder der Grundschule mit Tänzen auf, der Lerchenchor, geleitet von Katharina Böhm-Kroh und auf Akkordeon begleitet von Georg Böhm, sang deutsche Lieder und als Überraschung auch ein finnisches. Das Publikum konnte auch die Gereschlaker Mundart kennenlernen: Anna und Martin Schulteisz, beide Finalisten des landesweiten ungarndeutschen Rezitationswettbewerbs 2016 trugen je eine Geschichte vor.

Natürlich durften die gastronomische Spezialitäten und der berühmte Hefeknödel nicht fehlen. Gertrud Schulteisz (geb. Weigert) erzählte dem Publikum, wie diese leckere Speise gemacht wird.

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Das Hefeknödel-Festival im Herbst, das dieses Jahr schon zum 10. Mal stattfindet und jährlich mehr als 5-6000 Menschen anlockt, ist zu einem bekannten Gastronomiefest von Ungarn geworden. Frau Schulteisz gibt ihr Wissen nicht nur den Mitgliedern ihrer Familie weiter, sondern lehrt allen gerne wie schwäbische Gerichte zubereitet werden.

Es war wieder einmal ein gelungener Abend, an dem sich Groß und Klein prächtig amüsierten. Die Gereschlaker brachten nicht nur ein tolles Programm ins HdU, sondern sie waren auch hervorragende Gastgeber. Sie brachten neben dem Hefeknödel auch Fleischplatten, Krapfen, Lebkuchen und Wein zum Kosten mit.

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Die Ausstellung, die einen Einblick in das Leben des Dorfes und in die umfangreichen Ausstellung gewährt, ist bis zum 15. Juni 2016 im Veranstaltungsraum des Hauses der Ungarndeutschen zu besichtigen.

Lajos Grund

Wie wird aber der Hefeknödel zubereitet? Hier ist das Gereschlaker Rezept:

600 g Mehl mit 50 g Hefe in Milch auflaufen lassen, dann mit ein wenig Zucker und warmem Wasser verkneten, bis sich Blasen im Teig zeigen. Ca. 20-30 Minuten lang aufgehen lassen, dann ausrollen, mit ein bisschen Schmalz bestreichen, salzen und ein wenig Weizengrieß dazustreuen.

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Zusammenrollen und Knoten formen. Diese Teigmasse ergibt ca. 4 Knödel. Diese setzt man in einem gefetteten Topf und lässt sie noch einmal aufgehen. Wasser wird dazugegeben, der Topf bedeckt und auf kleiner Flamme zum Kochen aufgesetzt. Damit beide Seiten knusprig werden, soll man die Knödel wenden.

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Als Beilage wird Sauerkraut mit Zwiebel gedünstet, und wenn das Kraut weich wird, werden die Knödel daraufgelegt und zugedeckt zusammen gedünstet. Wieder werden die Knödel gewendet , damit beide Seiten den Krautgeschmack gut übernehmen .

Wir servieren die Knödel mit Bohnengemüse und Obstkompott, aber es gibt auch welche, die in süße Milch eintauchen.

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