Gedenktag in Wieselburg-Ungarisch-Altenburg

Quelle: Zentrum

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In der Stadt Wieselburg-Ungarisch-Altenburg/Mosonmagyaróvár ist der 20. Mai seit 1996 offiziell der Gedenktag der Vertreibung. Dieses Jahr wurde an die vor 70 Jahren Vertriebenen gedacht. Zu der Gedenkveranstaltung luden die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung Wieselburg-Ungarisch-Altenburg, der Verein der Wieselburger Deutschstämmigen und die Grundschule „Ferenc Móra” mit deutschem Nationalitätenunterricht die Stadtbewohner in die Móra-Schule ein, wo ein Projekttag stattfand.

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Ein Teil der Kinder wurde mit zwei Bussen nach Zanegg/Mosonszolnok, in das Deutsche Heimatmuseum gebracht, damit sie ein Bild kriegten, wie schaute einst ein deutsches Haus aus.

Ab 8 Uhr kochten Emőke Hatvani und Elisabeth Fischer deutsche Gerichte, und die Kinder konnten das mitverfolgen. Um 10 Uhr begann eine Art Reporterstunde. Die Kinder hatten die Möglichkeit Heimatvertriebenen – Emma Tegersten-Kanka aus Frankfurt am Main, Josef Nusser aus Wiesbaden und Josef Müller aus Böblingen – und Heimatverbliebenen – Vereinsmitglieder Frau Zelhofer und Frau Gintli – Fragen zu stellen.

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Dann genau um 11 Uhr begann das feierliche Gedenken in der großen Aula der Móra-Schule. Gyöngyi Kocsis-Balassa, die Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, begrüßte die vielen Anwesenden, unter ihnen Bürgermeister Dr. István Árvay und Vizebürgermeister Dr. János Iváncsics, Notarin Frau Dr. Mariann Fehér-Bodó, und die Abgeordneten der Deutschen Selbstverwaltungen in der Nähe. Die ungarische Hymne und die Volkshymne der Deutschen in Ungarn wurden gesungen.

Nach den Begrüßungen begann ein literarisches und musikalisches Programm vorgetragen von den SchülerInnen der Móra-Schule. Dieses wurde den Kindern von den Pädagoginnen Márta Blahovits und Ingrid Besser-Lakner einstudiert. Nach seiner Festrede zeichnete Bürgermeister Dr. István Árvay DNSV-Vorsitzende Gyöngyi Kocsis-Balassa mit der Medaille „Für Mosonmagyaróvár” aus.

Auf den Schulhof wurde dann eine Uhr mit der Aufschrift „Nie wieder…” übergeben und eingeweiht. Nach der Festrede von Schuldirektor Dr. Zoltán Makk segnete Kaplan Márk Mogyorósi die Uhr. Bei der Kranzniederlegung sang die Deutsche Singrunde „Heideröslein” unter der Leitung von Ilona Marquetant-Wagner. Darauf folgend gab es im Speisesaal der Schule ein Festmahl. Trinkspruch hielt Vizebürgermeister Dr. János Iváncsics, im Namen der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung bedankte sich Abgeordneter Michael Giffinger.

Um 13 Uhr begann am Bahnhof die Enthüllung der Gedenktafel, welche der Steinmetz aus Gahling, Herr Picher, angefertigt hatte. Nach der Festrede von Dr. Csaba Frauhammer segnete Wieselburger Pfarrer und Domherr Jenő Kapui die Tafel. Die Gedenktafel ließ die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt anfertigen. Die zweisprachige Aufschrift erinnert an die Ereignisse vor 70 Jahren. Zur Kranzniederlegung sang die Singrunde „Heideröslein”.

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Zum Schluss gingen alle Anwesenden in die römisch-katholische Pfarrkirche, wo ab 13.45 Uhr eine deutsche heilige Messe gelesen und zelebriert wurde. Die Glocken der Pfarrkirche läuteten so lang, bis die Menschen vom Bahnhof die Kirche erreichten. Hauptzelebrant war päpstlicher Prälat László Németh, früherer Wieselburger Pfarrer. Auf der Orgel spielte Kantorin Cecília Horváth-Kiss, die Deutsche Singrunde „Heideröslein” trug die Messe von Michael Haydn vor. Nach der Messe unterhielt man sich lange noch über die früheren Zeiten.

Die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung brachte noch an der Gedenktafel an der Wand der Rosalien-Kapelle, die 1996 der Verein der Wieselburger Deutschstämmigen anfertigen gelassen hatte, einen Kranz an.

Ludwig Holczinger

Vereinsvorsitzender

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