Heiliger und Herrscher: wir feiern König Stephan

Quelle: Zentrum

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Der 20. August ist einer der drei nationalen Feiertage Ungarns. 1083 wurde der erste ungarische König, Stephan, sein Sohn Emmerich und der Märtyrbischof Gerhardus heiliggesprochen. Stephan, der Staatsgründer schuf aus dem einstigen paganischen Fürstentum ein starkes christliches Königreich.

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In den Jahren des Kommunismus wollte man das Gedenken der Heiligen verdrängen. Deshalb galt der 20. August jahrzehntelang als Feiertag der 1949 in Kraft getretenen Verfassung. Auch die Hervorhebung der volkstümlichen Tradition der Feier des neuen Brotes diente dazu, den religiösen Inhalt des Festes in Hintergrund zu bringen.

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Stephan war Sohn vom Fürst Géza. Während sein Vater das Christentum nur aus politischer Kalkulation aufgenommen hatte, wurde der als Vajk geborene Stephan ein überzeugter Christ. Der Vorgang der Staatsgründung begann bereits unter Géza. An dem Reichstag von Quedlinburg im Jahre 973 bat er den deutsch-römischen Kaiser Priester nach Ungarn zu schicken um das Land zu christianisieren. Unter diesen Mönchen waren Bruno von Querfurt und der Heilige Gerhardus. Die Frau Stephans wurde Gisela von Bayern, mit der ihr der König nach unserem heutigen Wissen zwei Söhne und drei Tochter zeugte.

Für den Staatsgründer war es wichtig, dass die europäischen Machthaber seine Herrschaft akzeptierten. Deshalb schickte er Boten an Papst Sylvester II., und bat ihn um eine königliche Krone. Mit diesem Tat entschied Stephan für das westliche Christentum ohne ein Vasall des deutsch-römischen Kaisers zu werden. Vom Kaiser Otto III. erhielt der König eine Lanze, die seine weltliche Macht symbolisierte.

Prozession der Heiligen Rechten (Foto: magtelevizio)

Stephan wurde von vielen ungarischen Würdenträgern nicht als Thronfolger angenommen. Koppány, Herr der Schomodei leitete einen Aufstand gegen ihn. Die entscheidende Schlacht bei Veszprém gewann Stephan. Koppány wurde vom deutschen Ritter Vecellin getötet, die ebenfalls deutschen Hont und Paznan leisteten mit ihren Kriegern auch große Hilfe und erhielten deswegen Besitztümer. Die Kontakte zum Kaisertum waren nicht immer friedlich. 1030 versuchte Konrad III. Ungarn zu erobern, sein Heer wurde aber niedergeschlagen.

Stephans Söhne sind frühzeitig gestorben, was zu Thronstreiten führte. 1038, als Stephan starb, war der junge Staat stabil, aber seine Zukunft war noch ungewiss. Fünf Tage vor seinem Tod bot er das Land in die Gnade des Muttergottes Maria dar. Seitdem ist Ungarn auch als Regnum Marianum, das Königreich von Maria bekannt.

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Heiliger Stephan, der Staatsgründer war einer der größten Staatsmänner seines Alters und der Geschichte Ungarns. Kein Wunder, dass er einer der wenigen Heiligen ist, der von den Orthodoxen und den Katholiken ebenfalls verehrt wird.

István Mayer

(Zuerst erschienen am 20. August 2014)

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