„(sich) erinnern” – Pressekonferenz und Wanderbündel in Hajosch

Quelle: Zentrum

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An das schwere Schicksal der Ungarndeutschen – darunter der Hajoscher Schwaben – soll man (sich) erinnern. Nicht um die Wunden aufzureißen, sondern um sie zu heilen. Die verschwiegenen Geschichten über Verschleppung und Vertreibung müssen endlich erzählt werden, damit die nächsten Generationen diese als Bausteine ihrer Identität verinnerlichen und aus dem Leid und der Lebensbejahung ihrer Ahnen für die Zukunft Kraft schöpfen können.

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Im Sinne dieser Gedanken wurde am 9. September 2016 im Barockschloss eine Pressekonferenz gehalten, auf der die erfolgreichen Bewerbungen der Städtischen bzw. der Deutschen Selbstverwaltung von Hajosch vorgestellt wurden. Die Ausschreibungen sind anlässlich des „Gedenkjahres der in die Sowjetunion verschleppten politischen Gefangenen und Zwangsarbeiter“ vom Ministerium für Humanressourcen gestartet worden. Aus den Bewerbungsgeldern soll die Herausgabe eines zweibändigen Buches, eine Wanderausstellung der Buchillustrationen, ein Verschleppungsdenkmal und eine internationale Historikerkonferenz am 2. November 2016 finanziert werden. Während der Forschungen sind auch Zeitzeugeninterviews mit Hajoscher Überlebenden des „malenkij robot“ gefilmt worden, die in den geplanten außerordentlichen Geschichtsstunden gezeigt werden.

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Auch das LdU-Wanderbündel ist am Tag der Pressekonferenz in Hajosch vorgestellt worden. Schülerinnen und Schüler der Hajoscher Sankt-Emmerich-Grundschule haben sich in der ersten Woche des Schuljahres mit Unterstützung ihrer Lehrer bzw. ihrer Eltern und Großeltern mit dem Thema Vertreibung der Ungarndeutschen beschäftigt. Die Geschichte einer Hajoscher Familie ist im Laufe des Projekts bearbeitet worden. Die Schulkinder haben Zeichnungen angefertigt, diese präsentiert, und dabei ein Kapitel aus der eigenen Vergangenheit kennengelernt. Eine sehr bezeichnende Geschichte über die Heimatliebe der Schwaben: Der Leidensweg der nach Deutschland vertriebenen Familie endet nämlich mit der Flucht zurück nach Hajosch… 

Das Wanderbündel, das von Rátka nach Hajosch gebracht wurde, setzt seine Reise nach Hartau fort. Es wird auch dort Erinnerungen wachrufen, und den Jugendlichen sowie der älteren Generation helfen, die Geschichte(n) ihrer Familien zu verinnerlichen.

Theresia Szauter

(Fotos: Robert Ginál)

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