Wer singt, der betet doppelt

Quelle: Landesrat

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XX. Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik in Wesprim

Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, sowie die Stadt und die DNSV Wesprim gaben sich die Ehre alle Freunde der ungarndeutschen Kirchenmusik zum XX. Festkonzert herzlichst einzuladen.

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Dieses feierliche Ereignis fand am 10. September 2016 (Samstag) in der Basilika zu St. Michael statt. Bei dieser Festveranstaltung waren 16 Chöre, die zu den besten in Ungarn zählen, vertreten.

Um das deutsche Kirchenlied zu pflegen und den Gläubigen Mut zu machen in ihrer eigenen Kirche ebenfalls diese Lieder anzustimmen wurde dieses Treffen von 16 Kirchenchören veranstaltet, sagte László Szax, der Vorsitzende der Sektion Kirchenmusik im Landesrat. Das Treffen erfüllte diesen Vorsatz restlos.

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Die 16 Chöre gaben ihr Bestes. Man konnte mit Erstaunen feststellen, wie gut manche zwei- oder vierstimmig gesungenen Lieder in der Kirche mit herausragender Akustik klingen. Dass ein Treffen dieser Art auch dem kulturellen Leben der Ungarndeutschen neue Impulse geben könne, meinten auch die Leiter der örtlichen Institutionen. Die Chöre in den verschiedenen Komitaten würden ihr Interesse erst seit einigen Jahren auch dem Kirchenlied widmen und so sei jeder neue Impuls herzlich willkommen, auch wenn inzwischen sehr gute Fortschritte erzielt worden seien. Aus organisatorischen Gründen mussten die Chöre in drei Gruppen eingeteilt werden, die dann gemeinsam das Programm sangen. 

Das Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik, hat der – leider dieses Jahr verstobene – Ehrenvorsitzende des Landesrates, Josef Báling, angeregt. Gerade er war es auch, der vor 20 Jahren zum ersten Treffen der Kirchenchöre – noch als Vorsitzender des Landesrates – nach Fünfkirchen eingeladen hatte.

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Als ersten traten die zweistimmigen Chöre auf. Die Chöre aus Eßtergart/Nagyesztergár, Deutschtewel/Nagytevel, Totwaschon/Tótvázsony, Urkut/Úrkút, Rendek/Ajkarendek sangen die Lieder „Es glänzt kein Licht” (Neuarad 1846), „O Königin voll Herrlichkeit”, (Johann Papp, Szigetvár/Fünfkirchen 1884) dirigiert von Károlyné Mayer, „Hast du keinen Raum für Jesum” (Kirchenlied aus Kosart/Egyházkozar) geleitet von Éva Vajda-Péczi. Die Lieder „Maria, Jungfrau schön” (Johann Papp Szigetvár/Fünfkirchen 1884) und „Engel mein” wurden von Katalin Csáky dirigiert.

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Darauf traten die Chöre aus Wesprim/Veszprém, der Kinderchor aus Wesprim, Herend, Kisludt/Kislőd, Marka/Márkó und der Chor aus dem XVIII. Bezirk aus Budapest auf. Sie sangen für uns: „Ave Maria, du göttlicher Schein” und „Komm zu mir”, (Großsanktnikolaus 1905) – geleitet von Erzsébet Fertig. Die Lieder „Die Schönsten von allen” (Aufzeichnung Adam Niedermayer 1882, Elek, bear. Franz Neubrandt) sowie „Maria Unschuldskrone” (Johann Rill Traunau 1880) wurde von Viktória Németh-Nagy dirigiert und Hajnalka Pfeifer-Takács dirigierte das wunderschöne Lied „Ihr Engel allzumal”.

Im dritten Teil des Konzertes traten die mehrstimmigen Chöre aus Sanktiwan bei Ofen/Pilisszentiván, Werischwar/Pilisvörösvár, Sepetnek/Szepetnek, Taks/Taksony, der gemischte Chor aus Waschludt/Városlőd sowie der Kirchenchor aus Waschludt auf.

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Mit den Liedern „Sanctus” aus der „Deutschen Bauernmesse” von Annette Thoma – Dirigent war Mihály Kéry, „Herr, segne mich” von Piroska Neubrandt geleitet, „Singt dem Herrn ein neues Lied” (Dirigentin Krisztina Kollonay) und „Wenn ich ein Glöcklein wär” unter der Leitung von Hajnalka Pfeifer-Takács beschlossen sie diesen Block.

Die Pausen während des Abganges und des Auftrittes der Chöre wurden mit Orgelspiel von der jungen Organistin Cecilia Zsilinszky überbrückt.

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Nach den Worten des Vorsitzenden des Landesrates László Kreisz ergriff der Leiter der Sektion Kirchenmusik und Verantwortliche dieses Festprogrammes, László Szax, das Wort. Er sprach davon, dass nicht die Idee vordergründig sei, sondern der Erfolg in dem Einsatz und der selbstlosen Arbeit aller Chorleiter und Chormitglieder liege, die bereit gewesen seien, sich den Gedanken eigen zu machen.

Im Anschluss an den Vortrag der Chöre wurden einige Mitglieder des Landesrates für ihre Tätigkeiten geehrt: László Szax, Vorsitzender der Sektion Kirchenmusik, und Vizevorsitzende Hajnalka Pfeifer-Takács für die Ausrichtung des 20. Kirchenmusikfestes der Ungarndeutschen. Franz Heilig für seine langjährige Tätigkeit als Nachfolger von Josef Báling in der Funktion als Vorsitzender des Landesrates und jetziger Ehrenvorsitzender, daher auch für die Kirchenmusik zuständig, Franz Neubrandt als langjähriger Vorsitzender der Sektion Kirchenmusik und Mitbegründer dieser Bewegung vor 20 Jahren, – zeitgleich mit der Gründung des Landesrates – beide erhielten eine in Buchform gebundene Ausgabe des LandesratForums, Zsuzsanna Ledényi als administrative Organisatorin und Büroleiterin des Landesrates, Manfred Mayrhofer, der die ehrenvolle Aufgabe hat, die Tradition des LandesratForums, das vor 15 Jahren von Josef Báling gegründet und von Franz Heilig wiedererweckt wurde, seit 13 Jahren fortzuführen.

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Darauf erhielten alle auftretenden Chöre und Ensembles eine Urkunde, geschmückt mit einem Engel – in Handarbeit von unserer Büroleiterin angefertigt – als Anerkennung für ihre Leistung. Damit dankte der jetzige Vorsitzende László Szax den Mitwirkenden.

Als Abschluss folgte auch hier ein gemeinsames Singen der drei großen Chöre. Auf dem Programm stand das Werk „Großer Gott, wir loben Dich”. Diese Gotteshymne wurde von Franz Neubrandt, dem Ehrenvorsitzenden der Sektion Kirchenmusik geleitet.

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Der große Ambrosianische Lobgesang „Te Deum Laudamus” findet in unserem Lied seine heute international und überkonfessionell weit bekannte volkssprachliche und melodische Fassung. Den deutschen Text verfasste Ignaz Franz 1771 nach dem lateinischen Original das 4. Jahrhunderts. 1776 stand das Lied im Gesangsbuch von Maria Theresia. Auf der Orgel begleitete László Szax.

Anschließend an diese wunderbaren Darbietungen, die wieder einmal die hohe Qualität unserer Chöre widerspiegelte, wurde – wie es so unser Brauch ist – eine deutschsprachige Heilige Messe abgehalten, als Dank an den Herrn im Himmel dafür, dass dieses XX. Fest der Kirchenmusik so gut gelungen ist.

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Zelebriert wurde sie von Erzbischof Gyula Marfi. In seiner Predigt unterstrich Erzbischof Marfi die Wichtigkeit der Pflege des deutschen Kirchengesangs im Sinne des Fortbestandes der Volksgruppe. Als Beispiel wies er auf die spracherhaltende Rolle der Kirchen unter den Magyaren in den Nachbarländern hin. Er erwähnte auch das 20-jährige Gründungsfest des Landesrates, ebenfalls in Wesprim abgehalten, und würdigte die Qualität des Gesanges hier wie dort.

Die Entwicklung der ungarndeutschen Chöre bezüglich fachliches Wissens und des Repertoires ist auf der Ebene des Kirchengesangs kontinuierlich. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt auch Franz Neubrandt aus Sanktiwan bei Ofen, der in seiner Gemeinde bereits seit 1956 als Kantor tätig ist, seitdem er auch ungarndeutsche Kirchenlieder sammelt, sie herausgibt und auch eigens welche komponiert. Franz Neubrandt ist Ehrenvorsitzender der Sektion Kirchenmusik, und er war auch für das gute Gelingen (wenn auch im Hintergrund) des jetzigen Festes mitverantwortlich sowie einer der Organisatoren. Auch ihm dankte der Landesratsvorsitzende. Nach der Heiligen Messe trafen sich alle Teilnehmer und Organisatoren beim „Kichenmusik – Picknick”, um bei einem kalten Büffet die Ereignisse ausklingen zu lassen. Der Wettergott meinte es besonders gut mit uns, so war der guten Laune kein Abbruch getan.

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Alle Teilnehmer dieser wunderbaren Veranstaltung wurden innerlich ganz besonders bereichert. Der Stil, die Vortragsweise, die Lieder, die sich vom volkstümlichen Gesang bis hin zu Chorliedern namhafter Komponisten erstreckten, waren in den drei Blocks der auftretenden Gruppen aus den einzelnen Komitaten und Regionen unterschiedlich, aber auf hohem Niveau. Die vielen Proben, der selbstlose Einsatz aller haben sich gelohnt.

Das 20. Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik in der Wesprimer Basilika war ein außergewöhnlicher Genuss für sämtliche Teilnehmer und das Publikum und ein geistiges Erlebnis von höchstem Niveau. Diese edle Tradition verdient eine Fortsetzung, die in Zukunft gewiss noch zu zahlreichen neuen Höhepunkten in der Pflege des ungarndeutschen Kirchengesangs führen wird!

Unser großer Dank geht an die Sponsoren, die da waren:

EEM Ministerium für Humanresssourcen – EMET,

BMI
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Stadt Wesprim/Veszprém,

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen,

Deutsche Komitatsselbstverwaltung Wesprim,

Deutsche Selbstverwaltung der Stadt Wesprim,

Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen.

Herzlichen Dank dafür.

Text und Bilder: Manfred Mayrhofer/LandesratForum

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