Botschafter der deutschen Sprache zu Gast in Ungarn

Quelle: LdU

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Studienreise von Deutschlehrern aus Rumänien in Südungarn

In strahlender Herbstsonne trafen 18 Deutschlehrerinnen aus Hermannstadt/Sibiu/Nagyszeben am 29. September in Fünfkirchen ein, erste Station ihrer Reise in ungarndeutschen Bildungsinstitutionen. Sie erwiderten damit die Studienreise unserer Pädagogen in den historischen Regionen der Siebenbürger Sachsen im Frühjahr 2016.

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Bereits am ersten Abend wurden sie von drei Experten in die Gegenwart und Zukunft unseres Bildungswesens eingeführt. László Schindler, Vorsitzender des Bildungsausschusses der LdU, stellte in seinem Vortrag unser Schulsystem vom Kindergarten bis zum Abitur dar. Ibolya Hock-Englender, Bildungsrätin der Landesselbstverwaltung, sprach vom Leitbild und dem auf ihrer Grundlage erarbeiteten Strategieplan für Bildung, der hervorragenden Leistung der letzten Jahre im Leben unserer Volksgruppe. Welche Rolle dabei das Ungarndeutsche Pädagogische Institut spielte, wie es durch Planung und Koordination zur Verwirklichung dieser weitverzweigten Vorhaben beigetragen hat, erörterte Josef Weigert, Leiter des UdPI.

Ein volles Programm stellte für die Gruppe auch für die nächsten Tag Ibolya Sax, Bildungsreferentin der LdU mit den Partnern vor Ort zusammen. Erste Station war das Valeria-Koch-Bildungszentrum, wo die Gäste – da sie selbst in diesem Bereich in Hermannstadt tätig sind – der Grundschule und nachher dem Kindergarten einen Besuch abstatteten. Ein besonderes Interesse galt den Stunden Volkskunde und Deutsch in den einsprachigen Klassen. Die Methodenvielfalt in den verschiedensten Beschäftigungen, die lebendige Atmosphäre durch den offenen Schüler-Lehrer-Kontakt, die Sicherheit in den erworbenen Kompetenzen der Kinder überzeugte alle von der hervorragenden Arbeit in der Schule. Über die Pädagogenausbildung im Nationalitätenbereich in Ungarn hielt dr. Zsuzsanna Gerner, Leiterin des Germanistischen Instituts der Philosophischen Fakultät der Universität Pécs einen Vortrag. Der Besuch in den beiden einsprachigen deutschen Kindergärten, wo die Zöglinge – die sich beim herrlichen Wetter bereits auf dem Hof aufhielten – sichtlich erfreut waren über den Lob der „Tanten”, wie geschickt sie bei den Stationen zur Volkskunde Bilder zu Haus und Hof, Tracht und Weiteres zuordnen und nennen konnten. Als Abschied tanzten sie ihre Lieblingstänze und sangen dazu passende Lieder. Beim darauf folgenden Mittagessen in der Mensa wurde die ständige Begleiterin des Programms, Institutsleiterin Ibolya Hock-Englender mit Fragen überschüttet, ein reges Tafelgespräch entwickelte sich unter den Kollegen.

Am Nachmittag wurde die Gruppe in Bohl/Bóly in der Zweisprachigen Nationalitäten-Grundschule von Katalin Győri-Meiszter, Mitglied des Bildungsausschusses der LdU und der Schulleiterin Maria Bischof-Blandl empfangen. Die Direktorin sprach mit großer Überzeugung von dem positiven Wandel im Leben der Institution, seitdem die örtliche deutsche Selbstverwaltung die Trägerschaft 2015 übernommen hat. Sowohl fachlich wie auch finanziell hat sich die Lage der Grundschule verbessert, davon konnten sich die Gäste beim Rundgang überzeugen. Ein ergreifender Moment war dabei, als sie die Ausstellung zum Empfang des Wanderbündels, der landesweiten Aktion der LdU zum Gedenken an die Vertreibung, besichtigten.

Die deutschsprachige Führung der landwirtschaftlichen Ausstellung in Békáspuszta gewährte einen Einblick in die hervorragenden Leistungen der deutschen Landwirte der Region.

Tief ergriffen waren alle Teilnehmer von der künstlerischen Darstellung der ungarndeutschen Geschichte und Kultur in den Seccomalereien von Robert König an den Wänden der einstigen Mühle der Kleinstadt. Der Tag wurde durch die Einführung – und Verkostung, versteht sich – der Bioweine der Hárs-Kellerei in Seik/Szajk stilvoll beendet.

Am Samstag führte der Weg in die Gemeinde Schomberg/Somberek, wo die Gruppe von den Mitgliedern der deutschen Selbstverwaltung im Deutschen Haus und Hof erwartet wurde. Vorsitzende Katalin Berek, Mitglied des Bildungsausschusses der LdU unternahm mit den Gästen einen Spaziergang auf dem Ungarndeutschen Lehrpfad. Mit dabei war auch Benjamin Józsa, Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, der seine Dienstreise in Ungarn hier beendete und Otto Heinek mit Gattin auf dem Wege von Seksard in die Heimat in der Branau begleitete. Hoch gelobt wurde die Idee des Lehrpfades und die vielseitige Verwirklichung durch die Schomberger und der eingeladenen Experten, vorwiegend aus der Valeria-Koch-Schule in Fünfkirchen, von allen Teilnehmern. Die Besichtigung des Heimatmuseums, letzte Station des Lehrpfades, und lustige Photos mit den Trachtenpuppen ließen den Besuch ausklingen.

Die Stadt Fünfkirchen zeigte sich auch mit freundlichem Gesicht beim Rundgang in der historischen Innenstadt, wobei neben den einzigartigen Baudenkmälern auch auf das Zusammenleben von Mehrheit und Minderheiten in einer der ältesten Städte des Landes hingewiesen wurde.

Im Tiffan-Keller in Gowisch/Villánykövesd erlebten die Kolleginnen unter der Leitung des angesehenen ungarndeutschen Winzers, zu welchem Ergebnis ererbte ungarndeutsche Winzertradition und Übernahme moderner Methoden führen können: zu hervorragenden, preisgekrönten Weinen.

Am Sonntag fuhr die Delegation nach Baje/Baja, wo die Direktorin des Gymnasiums, Theresia Szauter in einem ausführlichen PP-Vortrag die vielseitige Tätigkeit im Ungarndeutschen Bildungszentrum darstellte. Sehr beindruckt waren die Zuhörer von der konsequenten Durchführung der Unterrichtsvorhaben, wobei die Bewahrung des sprachlichen und kulturellen Erbes mit modernen Methoden einhergeht, im Sinne der Bildungsstrategie der LdU.

Zum Ausklang kam es in der Gaststätte in einer einstigen Mühle, und beim abschließenden Gespräch versicherte die Leiterin der Gruppe, Monika Hay, dass alle mit vollen „Rucksäcken“, sprich nützlichen Erfahrungen nach Hermannstadt heimkehren werden.

Die Delegation und der Bildungsausschuss der LdU bedanken sich auch auf diesem Wege für den Einsatz der Gastgeber in Fünfkirchen, Bohl, Schomberg und Baje, und beim Bundesministerium des Innern der Bundesrepublik Deutschland für die finanzielle Unterstützung des Projekts.

Maria Wolfart-Stang
Mitglied des Bildungsausschusses der LdU

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