Der Klang der ungarndeutschen Volkslieder ertönte in Wetschesch

Quelle: Landesrat

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7. Landesfestival der ungarndeutschen Chöre
Größtes Chortreffen der Ungarndeutschen im Lande

Unter dem Motto von Zoltan Kodaly. „Das Singen verschönert die Seele – die des singenden Menschen – und auch die der Anderen.” präsentierten sich die Chöre der gestrengen Jury und dem Publikum.

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„Das Volkslied lebt zu allen Zeiten und in allen Landen, so lange Musik erklingt und Menschen singen. In ihm spiegelt sich der Charakter von Völkern und Volksschichten, der Wechsel von Jahres- und Tageszeiten, der Wandel des Lebens von der Jugend bis ins Alter. Im Volkslied sind Wort und Weise eng miteinander verbunden. Bei der Weitergabe von Mund zu Mund werden bisweilen Text und Melodie verändert. Manche Lieder erscheinen in den verschiedensten Fassungen, ein Beweis dafür, wie sehr sie dem Volke eigen sind. Viele deutsche Volkslieder wurden im Laufe der Jahrhunderte aufgezeichnet. Wie die Kultur allgemein, so wandelte sich auch der dichterische und musikalische Ausdruck. Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen dem älteren und jüngeren Volkslied, wie auch zwischen der älteren und jüngeren Malerei.”

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„Wer in Anbetracht der modernen Zeit dachte, Volkslieder würden zum alten Kram der Vergangenheit gehören, der keinen mehr interessiert, der konnte sich am 7. Landesfestival der ungarndeutscher Chöre, das am 22. Oktober in Wetschesch/Vecsés stattfand, davon vom Gegenteil überzeugen.” 14 Chöre mit ca. 300 Sängern gaben sich vor einem vollen Zuschauerraum ein ganztägiges Stelldichein, bei dem einige bekannte und viele selten gehörte Volksweisen die Arbeit der Chorbewegung verdeutlichte.

Nach dem Singer beider Hymnen begrüßte der Vorsitzende des Landesrates László Kreisz alle anwesenden Gäste und Chöre, die Ehrengäste – Bürgermeister Csaba Szlahó, Dr. Mária Lugosi, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates, Mónika Tótfalvi, Vorsitzende der Nationalitätenselbstverwaltung der Stadt Wetschesch, den Direktor des Kulturzentrums „Bálint Ágnes” sowie die Vorsitzende der Chorsektion im Landesrat Krisztina Fódi. Besonders freundlich wurde Michael Frühwirth, der Vorsitzende des Wetschescher Deutschen Kulturvereins, gegrüßt.

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Der Bürgermeister Csaba Szlahó und die Vorsitzende der DNSV überbrachten den anwesenden Gästen aus nah und fern die besten Wünsche der Stadt Wetschesch und wünschten den Chören einen erfolgreichen Wettbewerb.

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Darauf wurde die Jury vorgestellt und die Moderatorin, Maria Stix, übernahm nun ihre Aufgabe das Publikum mit den wichtigsten Informationen über die Chöre zu versorgen.

Die Teilnehmer in der Reihenfolge ihres Auftrittes waren:
Als erster Chor hörten wir den Maischer Harmonie-Singchor (Majs) unter Márta Imre-Ivánfi.
Darauf der Deutsche Nationalitäten-Singkreis von Herend (Chorleiterin: Hajnalka Pfeifer-Takács), musikalische Begleitung durch die Familienmusik Bauernhuber (Josef-Ákos-Andor/Akkordeon, Tuba, Klarinette).
Das Vogel-Duo von Bogdan/Dunabogdány (Zsófia Vogel-Lékai und Norbert Vogel) trat als nächstes auf. Begleitung: Norbert Vogel (Akkordeon)
Danach wurde die Bühne geräumt, um dem Gemischten Gesangkreis von Taks/Taksony unter der Chorleitung von Mária und Mihály Kéry Platz zu machen.
Unter der Chorleiterin Hajnalka Pfeifer-Takács und mit der musikalischen Unterstützung von József Bauernhuber (Akkordeon) trat nun der Heimatklang-Chor aus Waschludt/Városlőd auf.

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Der Bogdaner Singkreis unter der Leitung von Norbert Vogel (der den Chor auch selbst aufs Akkordeon begleitete) war die nächste Gesangsgruppe im Programm.
Danach stand auf der Bühne der Surgetiner Sängerchor (Szederkény), geleitet von Anett Balogh und Johann Hock, der ihn auch auf seinem Akkordeon begleitete.
Der „Mondschein” Deutscher Nationalitätenchor aus Seksard (Chorleiterin: Marta Molnár) mit der Begleitung von Antal Keller (Akkordeon) und Péter Dobó (Knopfharmonika) erfreuten das Publikum als nächstes.
Unter der Chorleiterin Frau Ilona Marquetant-Wagner trat nun die Singrunde Heideröslein aus Wieselburg-Ungarisch-Altenburg/Mosonmagyaróvár auf.
Nun hörten wir den traditionsreichen Gannaer Frauenchor, unter der Leitung von Ilona Piller-Fódi, begleitet von Josef Schlecht auf der Knopfharmonika.
Darauf folgte das Programm des Deutschen Nationalitätenfrauenchors von Taks. (Chorleiter und Begleiter auf dem Akkordeon ist László Kreisz),
Ein Quartett aus Waschludt, das St. Michael Quartett, das von Hajnalka Pfeifer-Takács geleitet wird, erfreute die sachverständigen Zuhörer als nächstes.
Die „Wetschescher Nachtigallen“ unter der Leitung von Frau Mónika Fazekas-Gombár und mit musikalischer Begleitung von László Kreisz (Akkordeon) waren der vorletzte Chor bevor der „Blumenstrauß”-Chor von Harast unter seiner Leiterin Zsuzsanna Hommer und mit der Begleitung von József Kindlinger (Gitarre) die Bühne betrat.

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Eingeladen zur Teilnahme hatte der Landesrat der ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen unter dem Vorsitz von László Kreisz.
All diese Chöre stellten sich der fachkundigen Jury.

Die Jury bestand diesmal aus folgenden Personen: der Vorsitzende József Birinyi (Hungarikum-Verband, leitendes Mitglied der KÓTA, Ritter der ungarischen Kultur,), als Beisitzende Dr. Klara Márkus, Inhaberin diverser Niveaupreise, Fachschriftstellerin und Vorstandsmitglied der ungarischen Kodály Gesellschaft und Krisztina Kovács Fódi, Chorleiterin und Musikpädagogin, ausgezeichnet mit den Preisen „Stefan Kerner“, „Rauscher György“ und „ARTISJUS“, Trägerin der Kardos-Pál-Erinnerungs-Plakette, Vorsitzende der Chorsektion im Landesrat.

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Die Jury hatte nach dem Auftreten der Chöre wieder einmal die sehr undankbare Aufgabe eine gerechte Wertung zu erstellen. Dank der verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen und Notenveröffentlichungen der ungarndeutschen Chöre ist eine allgemeine Qualitätssteigerung zu erkennen. Dadurch stand die Jury vor keiner einfachen Aufgabe. Vergeben wurden insgesamt vier Festivalpreise, die auch mit einem Geldbetrag dotiert waren.

Die Preisträger waren der Heimatklang-Chor und das St. Michael Quartett aus Waschludt, der Surgetiner Sängerchor und der Gannaer Frauenchor.

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Die Möglichkeit bei der alljährlich im Jänner veranstalteten Gala der LdU teilzunehmen erhielten für das Jahr 2017 der Gannaer Frauenchor, für 2018 der Surgetiner Sängerchor und für 2019 der Heimatklang-Chor aus Waschludt.
Wir gratulieren den Gewinnern auf das herzlichste.

Im Rahmen des VII. Landesfestivals wurde auch der Stefan-Kerner-Preis vergeben.
Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen gründete diesen Preis mit dem Ziel die Personen zu Ehren, die in ihrem Leben eine wichtige, bleibende Arbeit geleistet hatten in der Sammlung, Aufbewahrung, Verewigung und Pflege der ungarndeutschen Gesangkultur. Dieser Preis wurde nach Stefan Kerner benannt.
Der ungarndeutsche Stefan Kerner aus Kemend/Máriakéménd (1867-1929) trat das musikalische Erbe der Familie Erkel an. Er war der Direktor der Ungarischen Oper, einer der besten Dirigenten Ungarns, hervorragender Mozart-, Beethoven-, Wagner-Interpret seiner Zeit.
Der Stefan-Kerner-Preis ist eine Silbermünze. Auf der einen Seite mit dem Relief des Künstlers, umherum die Aufschrift: „Stefan Kerner, Direktor der Budapester Oper, Máriakéménd 1867, Budapest 1919“
Auf der anderen Seite ist folgendes zu lesen „ Für hervorragende Verdienste um die ungarndeutsche Singkultur“, und der Name der ausgezeichneten Person

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Die Auszeichnung erhielten:
Martha Molnar, Leiterin des vielfach ausgezeichneten „Mondschein” Deutschen Nationalitätenchors aus Seksard/Szekszárd.
Dr. Zsuzsanna Szabó-Nagy, Leiterin des Liederschatz-Chores im XVIII. Bezirk von Budapest, Sammlerin vieler unbekannter Lieder aus ungarndeutscher Feder.
Ilona Piller-Fódi, Leiterin des Gannaer Frauenchors und Sammlerin ungarndeutscher Volkslieder.
Lajos Holczinger, derzeit ist er Leiter des Lindenblütenchors aus Gähling/Máriakálnoki, sowie Kantor im Wieselburg.
Josef Bauernhuber, der mit seiner „Bauernhuber-Familienmusik” den Nationalitätensingkreis und die Tanzgruppe „Vergissmeinnicht“ in Herend begleitet.

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Für die Geehrten soll dieser Preis nicht nur Ihre Arbeit würdigen, sondern auch ein Ansporn weiterhin für die musikalische Muttersprache der Ungarndeutschen ihr Bestes zu geben sein.

Nach diesem erfreulichen Tag möchten wir dem Team des Kulturzentrums und der DNSV, die hier eine hervorragende Leistung an Organisation und Gastfreundschaft vollbracht haben, unseren uneingeschränkten Dank aussprechen. Ebenso der gesamten Stadtgemeinschaft, sowie den angetretenen Chören und ihren Begleitern, die sich auf dieses Treffen so intensiv vorbereitet haben.

Dank an ALLE die es ermöglicht haben, dieses Fest zu feiern. Wir gratulieren allen Preisträgern auf das herzlichste.

Manfred Mayrhofer, LandesratForum

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