Beweis für den Zusammenhalt zwischen den Generationen

Quelle: Landesrat

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VIII. Treffen der ungarndeutschen Familienmusiker in Boschok

Wie entstand das Treffen der Familienmusikanten?

Der Bayerische Rundfunk strahlte wöchentlich eine Sendung mit Musikerfamilien, die noch in Mundart sangen, auf alten Instrumenten spielten, gute Stimmung machten, aus.

Bei einer Sammelrundfahrt des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen besuchten wir Herrn Franz Schneider in Tarian, um von ihm alte Melodien, Spieltechnik, Bräuche zu sammeln. Seine Spielweise wurde für den Landesrat auf Video verewigt. Seine Enkelsöhne, Patrik mit Saxophon, Martin mit Tuba, dann Richard mit der Trommel, schließlich der Sohn Johann mit Klarinette kamen hinzu. Sie gaben uns spontan ein halbstündiges Konzert. Dieses spontane Konzert gab uns die Idee: wir haben ja auch Familien, die musizieren, dasselbe können wir auch in Ungarn veranstalten. Und dieses war schon unser achtes Treffen der Familienmusikanten, hier in Boschok.

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Mit diesen Treffen können wir vielseitige Zielsetzungen verwirklichen: das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie verstärken, Musikerfamilien im Lande ausfindig zu machen, sie für solche Zwecke aktivieren – soweit es möglich ist, alte Melodien, Tänze (wie Ländler, Mazurka, Bayrische), Takte, Rhythmen erneuern, wieder bekannt zu machen, bei den jungen Musikern die Lust erwecken, die Identität, die Mundart, den Sprachgebrauch verstärken, mit der deutschsprachigen Heiligen Messe die deutschen Kirchengesänge verbreiten und den Glauben der Deutschen stärken.

VIII. Treffen der ungarndeutschen Familienmusiker in Boschok/Palotabozsok am 05. November 2016

Es war bei den deutschen Familien in Ungarn früher ein Brauch gemeinsam zu musizieren, wo Generationen gemeinsam gespielt und gesungen haben. Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen veranstaltete 2009 das erste Treffen der Familienmusikanten mit großem Erfolg.

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Auf Grund dieses Erfolges beschloss der Landesrat dieses Treffen (nach den großen Anklang der ersten Veranstaltungen) auch im Jahre 2016 wieder auf die Bühne zu stellen, wo musikbegeisterte Familien, die mit Großvätern, Vätern und Kindern, Müttern, Gattinnen und Enkelkindern auch zu Hause Musik machen und nun Ihr Können und Wissen auch der Öffentlichkeit vorstellen wollen.

Zur Eröffnung der Veranstaltung wurden traditionsgemäß die beiden Hymnen gesungen, anschließend daran begrüßte der Vorsitzende des Landesrates László Kreisz die anwesenden Gäste und die auftretenden Künstler. Der Bürgermeister von Boschok Robert Ritzl und Maria Ritzl, die Vorsitzende der DNSV begrüßten ebenfalls das Auditorium und gaben ihrer Freude Ausdruck, dass dieses schon traditionsreiche Treffen gerade in ihrem Orte stattfindet.

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Darauf überrasche uns der traditionsreiche Boschoker Gemischtchor mit drei Liedern. Es ist immer wieder eine Freude diesem Chor zuzuhören, aber nicht nur zuzuhören, sondern auch zuzusehen, In ihren farben-prächtigen Trachten, ein erfreuliches Bild zum Ansehen.

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Nach dem Auftritt des Chors von Boschok übernahm Manfred Mayrhofer vom LandesratForum die Moderation des Abends, stellte in kurzen Worten die beteiligten Familien vor, erzählte in den Pausen über die Entstehung dieser Bewegung und auch über den Landesrat. Er begrüßte einzelne Mitglieder des Landesrates, die sich im Publikum aufhielten, wie Stefan Czehmann, Johann Hahn mit Familie, Michael Mausz und Antal Schramm. Er begrüßte auch den im Publikum sitzenden Hochwürdigen Herrn Pfarrer Adam Schlaun, der auch für uns die Heilige Messe in der katholischen Kirche zelebriert hatte.

Nun kamen die mitwirkenden Familien zum Zuge.

Die erste Familie, die uns ihre Aufwartung machte, war die Familie Ritzl aus Boschok. Mitglieder waren József Ritzl sen., der Großvater mit dem Akkordeon, József Ritzl jun., der Vater, und Benjámin Ritzl, beide auf Trompete. Henriette und Melitta Ritzl spielten auf der Klarinette, Márton Martini auf dem Akkordeon und Ferenc Mahr auf der Tuba und der Onkel Róbert Ritzl gab den Takt am Schlagzeug an. Auf dem Program stand: die Polka „Glückliches Wiedersehn”, ein Walzer Potpourri und die „Lustige Müllerin Polka”.

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Die Familienmusik Kreisz aus Taks/Taksony wurde angeführt vom Senior der Familie Jakob Kreisz sen.. Mit seinen 81 Jahren war er der älteste Teilnehmer dieses Treffens. Seine Tochter Katharina, der Enkelsohn Ármin und die Uhrenkelin Zenta (die Beiden waren die jüngsten Mitglieder dieses Treffens) unterstützten ihren Großvater beim gesanglichen Auftritt. Der Sohn László Kreisz jun. begleitete sie auf dem Akkordeon. In ihrem Programm war das „Korbflechter Lied…”, ein aus der Takser Gegend stammendes Volkslied, „Steig ich den Berg hinauf”, anschließend daran „Wie die Blümlein drausen zittern…., Bei dem alten Försterhaus”. Es folgte das Potpourri „Lustig ist das Zigeunerlaben, Trink, Trink…., Auf der Insel steht ein Baum”.

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Ein Gründungsmitglied der „Ungarndeutschen Familienmusiken” betrat nun die Bühne. Die Familie Bauernhuber aus Herend. Der Vater Josef auf dem Akkordeon und die beiden Söhne Andor auf Klarinette und Ákos auf Tuba brachten uns nun folgende Stücke: Den „Hochzeit Marsch”, Gannaer Volkslieder gesungen vom Vater, die „Schwiegermutter Polka”, gefolgt vom „Auf ein Pfiff” und die „Ismeretlen – unbekannte” Polka. Die Familie Bauernhuber ist auch Gastgeber beim Landesfamilienmusiktreffen 2017 in Herend.

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Ein neues Mitglied der Familienmusikbewegung, die Familie Stang-Hock aus Surgetin/Szederkény, wurde nun vorgestellt: Johann Hock, der Vater spielt auf dem Akkordeon, ebenso wie Hanna Magdalena Hock (Tochter) und Ádám Stang sowie Adél Stang (Geschwister) auf der Flöte. Auf ihrem Programmzettel hatten sie die Stücke für 3 Akkordeons und eine Querflöte „Puppenspiel, Marika-Polka, Fest bei Metzky”, „Der Watschentanz”, ein Solo für 2 Akkordeons, sowie das Gesangspotpourri „Lustig ist das Zigeunerleben, Muss i denn…,Die Vöglein im Walde und Immer nur ein Treppche (kortyocska)”. Begleitet auf Akkordeon vom Vater. Johann Hock ist auch der musikalische Begleiter des „Intermelody”-Chores aus Surgetin und auch seine Tochter Hanna ist dort aktives Gesangsmitglied.

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Die nächste Familie war die Familie Ritter aus Fünfkirchen/Pécs. Die Mitglieder dieser Familie sind Johann Ritter sen., Vater und Johann Ritter jun., der Sohn. Beide spielen Saxophon. Szilvia Ritter, die Tochter und László Medgyes spielen Tuba. József Ritter, der Bruder auf Akkordeon, Antal Kollár Trompete und Tamás Ritter, Neffe, am Schlagzeug. Sie brachten uns zu Gehör: den „Deutschmeister Marsch”, „Nur weiter”, eine Polka, den „Schöner Wald”-Walzer und „Nun ade du mein Lieb Heimatland”, eine Polka. Als Abschluss eine Schnellpolka, die von József Ritter, dem Großvater, geschriebene „Liebling Schnell Polka”. Er war der Begründer der Ritter Kapelle im Jahre 1941.

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Den Abschluss machte die Familie Kaposi aus Berzel/Ceglédbercel. In der Besetzung von 2 Klarinetten, 5 Trompeten, 2 Bassflügelhörnern, einer Tuba und einem Schlagzeug traten Josef, Eszter und Edith Kaposi, Szabolcs und Patrik Hadas, Robert Turcsek, Zoltán Kogler, Tibor Friedrich, István Virág sowie Ákos und Andor Bauernhuber auf. Aus dem reichen musikalischen Kulturerbe aus Ceglédbercel hörten wir den „Bauernmarsch No.3” und die „Robi Polka”. Zwei der bekanntesten ungarndeutschen Komponisten durften natürlich im Programm nicht fehlen. Zuerst der „Wintersfreuden Walzer” von Silvester Herzog und daran anschließend von Antal Farkas die „Lentschi Polka”. Die bekannte Polka aus der Feder von Antonin Borovicka „Die Kapelle hat gewonnen” bildete den offiziellen Abschluss dieses wunderbaren Familienfestes.

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Diese Familie ist seit 5 Jahren Mitglied der Programmreihe Familienmusik und als „Freude” Kapelle (gegründet 2011) auch bei unseren Blasmusikwertungsspielen aktiv tätig.

Tosender Applaus war den Künstlern gewiss und so konnte man mit gutem Gewissen, da alles zur Zufriedenheit geklappt hat, zu den Ehrungen übergehen. Außer den Erinnerungsurkunden wurden an die anwesenden Familienoberhäupter eigens für diese Veranstaltung geschaffene Kristallglasglocken überreicht. László Kreisz, der Vorsitzende des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, bedankte sich persönlich bei den Künstlern für ihr Engagement.

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Anschließend an die offiziellen Ehrungen begann dann – auf das viele Gäste schon gewartet hatten – das freie Spiel der Musikanten. Wir sahen Formationen wie sie wahrscheinlich nie mehr zusammen spielen werden. Begeistert wurde mitgesungen, getanzt und sich blendend unterhalten. Man sah, dass die Frucht des Landesrates aufgegangen ist.
Musik verbindet eben.

Das Erziehen und der Zusammenhalt zwischen den Generationen in der Familie sei sehr wichtig bei der Familienmusik, sagt Landesrat-Vorsitzender László Kreisz, der immer wieder darauf hinweist, dass gerade in der heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage dieser Zusammenhalt sehr bedeutend sei. „Musik ist unsere gemeinsame Sprache” bekennen alle Generationen, die ihre heitere Stimmung sehr gut auf das feine Publikum übertragen konnten.
In der Hoffnung dieses Konzert auch im Jahr 2017 veranstalten zu können gingen wir alle frohen Mutes und beschwingt nach Hause. An Alle noch einmal unser herzlicher Dank.

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Unser Dank geht auch an unsere Sponsoren, das Ministerium für Humanressourcen, die LdU, die Stadt Boschok, das Kulturhaus, die DNSV Boschok und an alle Mitarbeiter auf und hinter der Bühne. Unser Dank gilt auch den Schülern aus Boschok, die fleißig an der Bühnendekoration gebastelt hatten.

Und Wiedersehen im Jahr 2017 in Herend. (Das ist unser Wunsch)

Manfred Mayrhofer – LandesratForum

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