Brücken zwischen Gemeinschaften – Kulturgala Nord

Quelle: Neue Zeitung

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Über das Brückenbauen zwischen Gemeinschaften und das Vereinigen von Völkern sprach die Vizebürgermeisterin von Tekele Dr. Lucia Vass bei der Eröffnung der 17. Kulturgala des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn. Als Schlüssel zu mehreren Schatzkammern bezeichnete der Regierungsbeauftragte fürs Komitat Pesth Dr. Richárd Tarnai den Zugang der anwesenden Kulturgruppen sowohl zur deutschen als auch zur ungarischen Kultur. Emmerich Ritter, parlamentarischer Sprecher der Ungarndeutschen und Vorsitzender des Verbandes Nord, erinnerte an die Gedenkfeier der Vertreibung in Wudersch im Jänner dieses Jahres.

Der Verschleppung wurde mit der Uraufführung der „Martha-Polka“ gedacht, die im Lager entstand, gespielt von der Haraster Dorfmusik, Trompetensolo: Szabolcs Ambrus. Anschließend sangen Vertreter der deutschen Selbstverwaltungen im Beisein einer Überlebenden des Lagers ein Verschlepptenlied aus Altglashütte.

verschleppungslied

Dass die ungarndeutsche Kultur trotz dieser Schicksalsprüfungen weiterlebt und auf hohem Niveau gepflegt wird, dafür war das Kulturprogramm ein schlagender Beweis. Es traten auf: der Gemischtchor für Traditionsbewahrung aus Tekele e. V., die drei Jugendlichen aus Taks, Petra Landsmann, Gábor Tóth und Balázs Kleinheizer (TTT), der Frauenchor für Traditionspflege zu Sende, der Chor der Musikfreunde aus Ujfluch, die hervorragende Blaskapelle Haraster Dorfmusik und der Verein Haraster Junger Schwaben.

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Mit der Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum der Region Nord“ 2016 wird die aufopferungsvolle Arbeit bei der Pflege und der Weitergabe der deutschen Kultur und der Traditionen in den Komitaten Pesth, Hewesch und Naurad anerkannt. Den Preis erhielten diesmal das Ehepaar Marlok aus Sanktiwan bei Ofen, der Chor der Musikfreunde aus Ujfluch und Frau Katharina Kohári aus Sende.

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Elisabeth und Gyula Marlok aus Sanktiwan bei Ofen haben mehr als 20 Jahre für das Ungarndeutschtum geopfert. Frau Marlok, geborene Mirk, war Mitglied, später Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung in Sanktiwan. Sie gründete und leitet den seit zehn Jahren bestehenden Muttersprachverein. Zusammen mit ihrem Ehemann verwaltet sie das Heimatmuseum, gestaltet die 28 Jahre alte Gemeindepartnerschaft mit Marktleugast, ist Motor des Kinderlagers für Traditionspflege. Gyula Marlok war Sprecher der deutschen Nationalität im Gemeinderat, ist Mitglied und Schriftführer des Ungarndeutschen Gemischtchores, Organisator der bereits zehn Jahre alten Sanktiwaner Blaskapelle. Er war Motor der letzten Kirchenrenovierung.

Der Chor der Musikfreunde in Ujfluch wurde von Aladár Hufnagl und mit den Eltern der Musikschulkinder 1986 gegründet. Ihr Ziel ist, die örtlichen schwäbischen Lieder erklingen zu lassen. Seit 2006 ist der Chor als Verein tätig. Die Sänger nehmen regelmäßig an Chortreffen teil, singen auch Weihnachtskonzerte in den verschiedenen Kirchen. Ihr Partnerchor ist der bayrische Gesangchor aus Hartsmannshof. Bei der Qualifizierung des Landesrates der deutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen 2016 haben sie die Goldene Stufe erreicht. Im Oktober feierte der Chor sein 30-jähriges Bestehen.

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Frau Katharina Kohári, geborene Rakotta (von mütterlicher Seite Virsinger), besuchte vor dem Zweiten Weltkrieg die Deutsche Schule, beherrscht die deutsche Sprache in Wort und Schrift und auch den Sendemer Dialekt. Seit 1999 ist sie Mitglied des Frauenchores von Sende und leitet ihn seit 2006 mit Herz und Seele. Sie scheut keine Zeit, Arbeit und Mühe, Auftritte zu organisieren und Kontakte zu pflegen. Mit ihrer Tätigkeit hat sie dazu beigetragen, die originalen schwäbischen örtlichen Lieder und die einzigartige Tracht zu bewahren. Sie ist zwar 85 Jahre alt, aber sie kann bei einem Hopsasa nicht ruhig sitzen bleiben, hoffentlich bleibt es noch lange so.

Die Deutsche Selbstverwaltung des Komitats Pesth fördert engagierte begabte ungarndeutsche Jugendliche, die zur Aufrechterhaltung der ungarndeutschen Kultur beitragen. Das Stipendium erhielten diesmal sechs Gymnasiasten.

Aus: Neue Zeitung
Foto: I. F.

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