Besuch der Donauschwaben in Essegg

Quelle: Zentrum

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Am letzten Novemberwochenende hat eine kleinere Delegation des Hartianer GJU-Freundeskreises Essegg-Osijek besucht, um Kontakte mit den dort lebenden Donauschwaben aufzubauen.

Wir erhielten die Einladung auf dem AGDM-Treffen in Berlin, wo unser Vorsitzender und gleichzeitig Geschäftsführer der GJU, Károly Radóczy, mit Frau Renata Trischler, der Geschäftsleiterin der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien, traf.

mit-den-deutschen-aus-serbien-und-kroatien-an-der-dreifaltigkeitssaule

Renata und Frau Dara Mayer, Vorsitzende des Vereins der Deutschen und Österreicher Vukovar, begrüßten uns auf dem Hauptplatz der Essegger Festung an der kroatienweit bekannten Dreifaltigkeitssäule, wo auch eine Delegation des Deutschen Vereins „St. Gerhard” aus Sombor unter der Leitung von Anton Beck auch vertreten war. Während des Stadtbummels erfuhren wir viele interessante Informationen über die Geschichte der Stadt und über die dort und in der Region lebende donauschwäbische Volksgruppe.

dara-mayer-begrust-die-gaste

Die Stadt Essegg ist die viertgrößte Stadt Kroatiens. Osijek liegt am Ufer der Drau im Osten der historischen Region Slawonien, und hatte 2011 bei der Volkszählung 108.000 Einwohner. Es ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Osijek-Baranja und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Slawoniens. Die Stadt hat mehrere einst eigenständige Zentren: Die Altstadt oder Festung, die Oberstadt, heute das eigentliche Zentrum, und die Unterstadt. Neben vielen Museen und Theatern besitzt Osijek auch eine Universität.

dreifaltigkeitssaule

1526 wurde Osijek von der vorrückenden osmanischen Armee eingenommen, und blieb bis 1687 unter osmanischer Herrschaft. Die Stadt sollte beide Male bis auf die Grundfesten vernichtet worden sein, wurde aber jedes Mal wiedererrichtet. In osmanischer Zeit bestand eine weithin bekannte Brücke, die über die Drau und die dahinterliegenden Sümpfe bis Darda führte, und die ebenfalls vollkommen (von Miklós Zrínyi im Jahre 1664) zerstört wurde, um den Vorschub der Osmanen in Richtung Ungarn verhindern zu können.

festung-an-dem-drauufer

Nach der Eroberung durch habsburgische Truppen unter Prinz Eugen von Savoyen wurde die weitgehend entvölkerte Region gezielt wiederbesiedelt. Dabei wurden in diesem Abschnitt der Militärgrenze neben Kroaten auch viele Deutsche, Ruthenen, Slowaken, Walachen, Tschechen etc. angesiedelt. Dabei bildete sich als besondere Sprachform das „Essekerisch“ („Osijeker Deutsch“). Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Sieg der Partisanen wurden die meisten deutschsprachigen Donauschwaben vertrieben.

an-der-neuen-draubrucke-in-esseg-mit-der-hartianer-delegation-und-ana

Heute sind die Kroatiendeutschen eine Minderheit von über 2900 Menschen in Kroatien, die sich als ethnische Deutsche betrachten, die meisten verstehen sich als Donauschwaben. Deutsche sind in Kroatien offiziell als Minderheit anerkannt und haben daher gemeinsam mit einigen anderen kleinen Minderheiten einen ständigen Sitz im kroatischen Parlament. Sie sind vor allem in der Gegend rund um Essegg im östlichen Slawonien und in Südbranau konzentriert. Die deutsche Gemeinschaft hat ihren Sitz in Osijek. An einer Grundschule in Osijek gibt es seit 1995 einen Klassenzug für die deutsche Minderheit.

Nach der Stadtführung begleitete uns eine junge Deutschlehrerin der örtlichen deutschen Grundschule, Ana Primorac, die uns auch den Sitz der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien vorstellte. Während des Spaziergangs tauschten wir uns u. a. über die Lage der Deutschen in Kroatien und in Ungarn aus.

Vielen herzlichen Dank an die Kroatiendeutschen für ihre Gastfreundschaft und für das tolle Programm! Ihr seid bei uns Ungarndeutschen jederzeit herzlich willkommen! Wir hoffen auf eine engere Zusammenarbeit in der Zukunft!

Martin Surman-Majeczki
Vizevorsitzender der GJU

Magyarwechsle die Sprache

Schlagwörter:

Zum Thema:

© 2004 - 2018 • Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum, alle Rechte vorbehalten!
logo