Nadwarer Ungarndeutsche Traditionspflegende Volkstanzgruppe feierte Jubiläum

Quelle: Zentrum

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65 Jahre Dienst in der Pflege, Aufrechterhaltung
und Weitergabe der ungarndeutschen Traditionen

Die Nadwarer Deutsche Selbstverwaltung, der Heimatverein und die Jugendtanzgruppe e.V. luden am 5. November 2016 zur Jubiläumsfeier der Traditionspflegenden Volkstanzgruppe und zum Ungarndeutschen Nationalitätentag ein.

Die Gruppe wurde Anfang der 1950-er Jahre unter den ersten ungarndeutschen Volkstanzgruppen gegründet. Seitdem nahmen fast 1000 Personen der Gemeinde in der Pflege der örtlichen Volkstanz- und Volksliedtraditionen teil. Die Gruppe erlangte mehrere schöne Anerkennungen, darunter unlängst zweimal die Qualifizierung „Ausgezeichnet“, mehrere goldene Qualifizierungen, den Nationalitätenpreis des Komitats und vor einigen Monaten – zum zweiten Mal – die Auszeichnung „Für die Gemeinde Nadwar“.

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Das bunte Programm nahm um 16 Uhr den Anlauf, von Zsanett Melcher und Sándor Forgács in deutscher und ungarischer Sprache begleitet. Am Anfang erklangen die ungarische Nationalhymne, sowie die Hymne der Ungarndeutschen. Als erste Produktion begrüßten das Publikum die örtlichen Kindergartenkinder. Ihr ungarndeutsches Programm wurde von Maria Fekete und Krisztina Kovács zusammengestellt.

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Die Gastgeber, Frau Elisabeth Heltai-Panyik, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung, und Herr dr. István Kovács, Bürgermeister der Gemeinde Nadwar eröffneten die Veranstaltung. Frau Heltai-Panyik bezeichnete die Tanzgruppe als ein unentbehrliches Element des kulturellen Lebens in Nadwar, sowie deutete darauf, dass nicht wir die Traditionen erhalten, sondern die Traditionen uns erhalten.

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Der Nadwarer Kinderchor, der beim diesjährigen Ungarndeutschen Kinder- und Jugendfestival des Komitats den Sonderpreis erlangte, sang unter der Leitung von Susanne Nagy einen Liederstrauß mit dem Titel „Handwerker”.

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Josef Manz, Vorsitzender des Kulturausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, sowie Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats Bács-Kiskun betonte in seiner Begrüßungsrede, dass die Kultur das Leben der Ungarndeutschen in allen Lebenslagen begleitet hatte. Er wies darauf hin, dass die Sprache zur Kultur und zur Zukunft der Volksgruppe sehr wichtig ist.

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Krisztina Facskó, Viertklässlerin trug ein Gedicht von Nikolaus Márnai-Mann in Nadwarer Mundart vor, mit dem Titel „Schwäbische Kinderreime”. Vorbereitet wurde sie von Eva Huber. Die 2011 von Éva Krausz und András Török gegründete Nadwarer Kindertanzgruppe sichert den Nachwuchs für die Erwachsenentanzgruppe. Sie tanzten unter der musikalischen Begleitung von Josef Bachmann und Simon Kishegyi jun. die Choreografie „Patschtänze” von Andrea Knoll-Bakonyi. Sarolta Sándori, Sechstklässlerin erzählte eine Geschichte mit dem Titel „Zwei Nachbarsleute”. Mit dieser Erzählung erreichte sie auf Komitatsebene den 1. Platz, auf Landesebene den 5. Platz. Vorbereitet wurde sie von Anna Bécsi.

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Der Vergissmeinnicht Chor sang einen deutschen Liederstrauß unter der Leitung von Gábor Szebelédi. Emil Jámbor, Sechstklässler erzählte eine lustige Geschichte über die Wallfahrt nach Marjud. Vorbereitet wurde er von Anna Bécsi.

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Die jubilierende Volkstanzgruppe präsentierte gemeinsam mit der Nachwuchsgruppe eine vom Gründer Simon Kishegyi vor 65 Jahren zusammengestellte Choreographie, mit dem Titel „Gewerbetänze aus dem 18. Jahrhundert“. Auf Akkordeon begleiteten die Musiker des Ensembles. András Schauer, Viertklässler erzählte eine Geschichte über eine Wette, mit der er den zweiten Platz beim Komitatswettbewerb erreichte. Vorbereitet wurde er von Anna Bécsi.

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Eva Héra, Vorsitzende des Volkskunstverbandes Elemér Muharay begrüßte die jubilierende Tanzgruppe und betonte die Wichtigkeit der Traditionspflege. Im Anschluss konnten die Zuschauer die bunte Tanzvorführung von den Solisten der Mitgliedsgruppen des Volkskunstverbandes und der Partnertanzgruppen miterleben. Die Mitwirkenden des Tanzblocks kamen aus Kalocsa, Homokmégy, Hajosch, Bogyiszló, Tschasartet, Gara, Hartau, Miske-Drágszél, Maratz und Érsekcsanád. Die musikalische Begleitung sicherten Josef Bachmann, Simon Kishegyi jun., Franz Huber, László Wolfart, Máté Földesi, Péter Fazekas und Attila Vén.

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Aliz Ruff, Viertklässlerin erzählte die Geschichte mit dem Titel “Ein Brief an mein Sohn”. Damit erreichte sie den 1. Platz beim Komitatswettbewerb. Vorbereitet wurde sie von Susanne Nagy. Die Nadwarer Traditionspflegende Volkstanzgruppe präsentierte zum Schluss des Programms eine von Simon Kishegyi jun. zusammengestellte Auswahl aus den Nadwarer Tänzen vor.

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Die Tanzgruppe empfing die Glückwünsche der Gäste auf der Bühne. Simon Kishegyi jun., künstlerischer Leiter der Gruppe bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die in den letzten Jahrzehnten für den Erhalt der Bräuche gearbeitet haben. Er äußerte den Wunsch, in naher Zukunft einer Muharay-Veranstaltung in Nadwar ein Zuhause bieten zu können. Demzufolge wird im Frühjahr 2017 eine dreitägige Fortbildung mit ungarndeutschem Charakter in der Gemeinde stattfinden.

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Elisabeth Heltai-Panyik invitierte die Zuschauer zur Besichtigung der Fotoausstellung über die vergangenen 65 Jahre. Sowohl Klein als auch Groß konnten sich in Nadwarer Tracht bei den Volkstrachtzeichnungen fotografieren lassen. Der Abend klang mit einem fröhlichen Beisammensein an den mit Rosmarin verzierten festlich gedeckten Tischen aus.

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Wir bedanken uns beim Fondverwalter für Humane Ressourcen für die finanzielle Unterstützung der Jubiläumsfeier (NEMZ-KUL-16-1174), sowie bei allen Helfern und Förderern, die zum Gelingen des Programms beigetragen haben.

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Fotos: Ferenc Romhányi

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