Praktikant trifft: DNG

Quelle: Zentrum

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Es ist warm und die Sommerferien stehen vor der Tür. Trotz der Wärme sitzen die Schüler im Kreis um mich herum. Ich bin im Budapester Deutschen Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim zu Besuch, um mir ein Bild von einer deutschsprachigen Schule in Ungarn zu machen.

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Ich erzähle von mir, meinem Studium und was ich sonst so mache. Langsam tauen die Schüler auf. Frau Peresztegi, die Lehrerin, hat sich bereit erklärt, sich um mich zu kümmern, mir die Schule und mir ihre Deutschklasse zu zeigen. Die Schüler sind 15 und 16 Jahre alt, sind also noch die Kleinen im Gymnasium. In Deutschland wären sie in der 10. Klasse und würden ihre mittlere Reife bekommen und müssten dann über ihre Zukunft entscheiden, ob sie das Abitur machen möchte oder eine Berufsausbildung machen. Im Gespräch mit den Schülern stelle ich schnell fest, dass einige von ihnen noch keine Ahnung haben, was sie werden möchten. Viele treiben Sport und möchten vielleicht ihr Hobby zum Beruf machen. Andere wiederum möchten gerne Psychologen oder Biochemiker werden. Sie erzählen mir, dass sie Deutsch lernen, weil sie in ihrem Traumberuf die Sprache brauchen werden, da Deutsch neben Englisch in vielen Bereichen nach wie vor Wissenschaftssprache ist. Frau Peresztegi ermutigt die Schüler dabei immer wieder die Sprachblockaden einfach zu überwinden und springt auch helfend ein, wenn unbekannte Wörter aufkommen.

Mich interessierte auch besondern, wie die Schüler, die fast alle Ungarn sind, die deutsche Sprache empfinden. Ich persönlich habe die Grammatik-Stunden früher in der Schule gehasst. Danach gestehen die Schüler, dass auch sie die deutsche Grammatik schwierig finden, vor allem das Passiv und die Infinitive. Schmunzelnd berichte ich ihnen kurz von dem Brandenburgischen Infinitiv, der auch meine Sprache bis heute stark prägt. Das ist eine eigene regionale grammatikalische Struktur, die vor jeden Infinitiv ein zu setzt. Brandenburger haben einen Tisch zu stehen, einen Stift zu liegen etc.

Am diesen sehr warmen Tag haben sowohl die Schüler als auch ich sehr viel gelernt. Die Schüler haben gelernt, dass sie mit ihren Deutschkenntnissen sich schon gut mit einem Muttersprachler unterhalten können. Ich habe viel über das ungarische Schul- und Bildungssystem gelernt.

Ich möchte mich noch einmal herzlich bei dem DNG, bei Frau Tápai, der Direktorin, und Frau Varsányi bedanken, dass sie mir den Besuch erlaubt haben. Besonders möchte ich mich aber bei Frau Peresztegi für den sehr aufschlussreichen Tag bedanken. Vielen Dank!

Susi Bogen
Zentrum-Praktikantin

Magyarwechsle die Sprache

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