Schwäbisches Sommerfest in Kismaros

Quelle: Zentrum

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Am vergangenen Wochenende, 16.-17. Juni, feierte Kismaros und die dortige schwäbische Gemeinde ihr Sommerfest. Das zweitägige Programm wurde vielseitig gestaltet. So wurde eine Ausstellung im Kulturhaus eröffnet, die eine Woche lang Schnitzereien von Ernő Moser und eine Trachtenpuppen-Sammlung zeigte.

Die Schnitzereien spiegeln das frühere Alltagsleben der Ungarndeutschen wieder und waren auch schon im Haus der Ungarndeutschen 2015 zu Gast. Die Puppen zeigten liebevoll und sehr detailliert verschiedene Trachten für die jeweiligen Altersgruppen und Lebensphasen – von der Geburt bis zum Sarg – der Schwaben. Die Puppen kommen aus dem Ort Berkenye/Berkina und wurden von Frau Gill hergestellt. Die Ausstellung wurde von Zsuzsanna Andresz, Mitglied der örtlichen deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, mit einer kleinen Einführung eröffnet.

Auch die Kleinen führten ein Programm auf. Eine Gruppe aus dem örtlichen Nationalitätenkindergarten zeigte das Märchen der Bremer Stadtmusikanten auf gut verständlichen Deutsch.

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Im Anschluss gab es eine Dorfführung Häuser erzählen von Györgyi Végvári, in der Geschichten und Anekdoten von früheren Bewohnern von ausgewählten Häusern erzählt wurden. In einer der Anekdoten ging es um ein Haus namens Kelényi-Haus, das heute geteilt ist und von den zwei Familien Neuburger und Jaics bewohnt wird.

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Das Haus wurde im Jahre 1888 von László Brunkala erbaut. Seine Frau war Schauspielerin. Ihr wurde nachgesagt, dass sie ein leichtes Leben führte. Aber auch der Mann lebte auf großem Fuß. Das nötige Geld soll er sich aus Wechselfälschungen beschafft haben. Als der Betrug aufflog, flüchtete er nach Amerika. Nach dem Prozess kam das Haus in dem Besitz des Anwaltes Dr. Kelényi, der hier mit seiner Familie die Sommer verbrachte. Es wird erzählt, dass ihr einziges Kind Lili eine tiefe Freundschaft mit den Kindern des Dorfes ihres Alters verband. Aus dieser Anekdote kann man auch die Schlussfolgerung ziehen, dass die Gegend schon vor dem 2. Weltkrieg eine touristische Anziehungskraft besaß und manche Häuser schon damals als Ferienhäuser benutzt wurden.

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Am Samstag wurden Tänze aufgeführt und es gab Führungen in der Schwäbischen Musealen Sammlung von Kismaros. Dort gibt es eine Dauerausstellung über die Handwerksberufe aus Kismaros, welche auch mit Führung zu sehen ist.

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Der Höhepunkt des Sommerfestes war die Taufe der Statue eines ungarndeutschen Mädchens auf dem Brunnen, welche ein Denkmal vor dem Kulturhaus für die Ansiedlungszeit ist. Von nun an heißt das Mädchen Resi.

 

Susi Bogen – Frei Nándor

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